OG gründen

Unternehmensgründung | Rechtsform | Gründungsschritte | Steuerrecht | Buchhaltung

OG gründen in Österreich

Was ist eine OG und was gilt es bei der Gründung einer OG zu beachten? Welche Bestimmungen kommen zum Tragen und welche Vorteile hat die Gründung einer OG? Wie sieht es mit der Buchhaltung der OG aus? Antworten auf diese und weitere Fragen sowie alle weiteren Informationen rund um die unternehmerische Rechtsform OG finden Sie auf dieser Seite!

Letzte Aktualisierung:
Simone A. Mitgründerin, Entwicklung, Inhalt & Marketing

Was ist eine OG?

Eine Offene Gesellschaft, kurz OG, ist eine Unternehmens-Rechtsform in Österreich. Die OG ist eine Personengesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit und besteht aus mindestens zwei Gesellschaftern, welche persönlich, unbeschränkt und solidarisch haften. Gesellschafter sind natürliche oder juristische Personen, die gleiche (Kapital-) in die Gesellschaft leisten.

Offene Gesellschaft (OG): Übersicht

Rechtsform: Personengesellschaft | Eigene Rechtspersönlichkeit | Einlagen | Merkmale

Eine Offene Gesellschaft, kurz OG, ist eine Personengesellschaft und als solche unternehmensrechtlich eine juristische Person mit eigener Rechtspersönlichkeit. Die OG ist dabei eine unter eigener Firma geführte Gesellschaft.

Das bedeutet: Die OG hat als eigene Rechtspersönlichkeit die Möglichkeit, Rechte zu erwerben, Verbindlichkeiten einzugehen sowie zu klagen und geklagt zu werden.

Die OG als Unternehmen kann jeden Zweck einschließlich freiberuflicher, land- und forstwirtschaftlicher Tätigkeiten haben.

Weil die OG eine Personengesellschaft ist, gründet diese nicht auf einem Stammkapital in vorgeschriebener (Mindest-) Höhe, wie es etwa bei einer GmbH der Fall ist. Bei einer OG sind durch die Gesellschafter gleiche (Kapital-) Einlagen zu leisten, wobei diese in Form von Geldeinlagen oder als Dienstleistungen erbracht werden können.

Im Unterschied zu Kapitalgesellschaften wie der GmbH kann die OG nur durch alle Gesellschafter gegründet werden, wobei auch eine OG erst durch die Eintragung ins Firmenbuch entsteht - siehe dazu das Kapitel zu den Gründungschritten auf dieser Seite.

Vorteile einer OG-Gründung & Steueraspekte

Unternehmensgründung | Bestimmungen | Gründungsaufwand | Bilanzierung & Buchhaltung | Steuerrecht


Die potenziellen Vorteile der Gründung einer Offenen Gesellschaft (OG) als Wahl der Rechtsform liegen insbesondere in der einfacheren Gründung - beispielsweise im Vergleich zur GmbH - sowie in den Bestimmungen zur Bilanzierungspflicht und den gewerberechtlichen Regularien für die Gesellschafter dieser unternehmerischen Rechtsform.


Wesentliche Argumente für die Gründung einer Offenen Gesellschaft sind:

  • Vergleichsweise rasche und einfache Gründung

  • Aufgrund der Bestimmungen für die Buchführung je nach Umsatzhöhe Möglichkeit der Gewinnermittlung durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung bis Bilanzierungspflicht und Doppelte Buchhaltung, das heißt die OG im Gegensatz zur GmbH hat den Vorteil, dass die Buchhaltung anhand der einfacheren Einnahmen-Ausgaben-Rechnung gehandhabt werden (bei Unterschreiten der dafür festgelegten Umsatzgrenze, mehr dazu siehe unterhalb im nächstfolgenden Kapitel)

  • Es muss nur einer der OG-Gesellschafter die gewerberechtliche Befähigung erbringen, sofern das aufgrund der Tätigkeit(en) der Gesellschaft erforderlich ist


Gründung einer OG: Steuerliche Vorteile

Eine OG ist kein eigenes Steuerrechtssubjekt - die Gründung einer OG bringt daher auch den entsprechenden steuerrechtlichen Vorteil mit sich:

  • Die Gesellschaft selbst ist nicht einkommensteuerpflichtig

Der Gewinn der OG wird auf Ebene der Gesellschaft festgestellt und auf die Gesellschafter verteilt. Jeder Gesellschafter der OG ist dann für den auf ihn entfallenden Gewinnanteil einkommensteuerpflichtig. Das kann zu Vorteilen in der Besteuerung für die Gesellschafter führen - beispielsweise im Vergleich zu, je nach Umsatzhöhen und Größe der Gesellschaft, potenziell auch unvorteilhaften Besteuerung im Zuge einer GmbH.


OG Umsatzsteuer:

Die Umsatzsteuer wiederum muss von der Gesellschaft selbst entrichtet werden.


OG Steuernummer & Gesellschafter Steuernummer:

Die Gesellschaft und die einzelnen Gesellschafter brauchen aufgrund dieser Bestimmungen auch jeweils eigene Steuernummern.

Die Steuernummer der OG muss dabei unter Vorlage einer Fotokopie des Gesellschaftsvertrags (falls vorhanden, mehr dazu im entsprechenden Kapitel zu den Gründungsschritten auf dieser Seite) und des Firmenbuchauszugs innerhalb eines Monats ab Aufnahme der Tätigkeit beim zuständigen Finanzamt (ortszuständig hinsichtlich Betriebssitz) beantragt werden, die Steuernummern der Gesellschafter sind von diesen beim jeweiligen Wohnsitzfinanzamt zu beantragen (sofern diese noch keine Steuernummer haben).

Diesen grundlegenden Vorteilen stehen aber auch potenzielle Nachteile gegenüber bzw. können diesen gegenüberstehen:


Gründung einer OG: Potenzielle Nachteile

Als potenziell nachteilig - beispielsweise im Vergleich zur entsprechenden Regelung für die Gesellschafter einer GmbH - anhand der Bestimmungen für die unternehmerische Rechtsform kann die Regelung der Haftungsfrage für die Gesellschafter einer OG angesehen werden:

  • Persönliche, unbeschränkte und solidarische Haftung der OG-Gesellschafter, das gilt auch bei Beschränkung der Vertretungs- und/oder Geschäftsführerbefugnis!

Weitere potenzielle Vorteile und Nachteile OG-Gründung

Vorteile einer OG: Nachteile einer OG:
Kontrollmöglichkeit aller Gesellschafter Enge(re) Bindung der Gesellschafter an die OG
Arbeitsteilungsmöglichkeit zwischen den Gesellschaftern
im Innenverhältnis
 
Erweiterte Finanzierungsmöglichkeiten  

OG: Gewinnverteilung & Entnahmerecht


Die Gewinnverteilung sowie das Entnahmerecht der Gesellschafter in der OG können im Gesellschaftsvertrag geregelt werden. In Ermangelung einer solchen dezidierten Bestimmung regelt das Unternehmensgesetzbuch (UGB) die Gewinn- und Verlustverteilung in der Gesellschaft.

Anhand dieser Bestimmungen gebührt jedem Arbeitsgesellschafter vom Jahresgewinn ein den Umständen entsprechender angemessener Betrag.
Der restliche Gewinn wird den Gesellschaftern im Verhältnis ihrer Beteiligung zugewiesen. Ein Anspruch auf Auszahlung des Gewinnanteiles besteht nicht für den Fall, dass die Auszahlung der Gesellschaft als solches einen Schaden zufügen würde, wenn durch die Gesellschafter anderes beschlossen wurde oder wenn der bzw. ein betreffende(r) Gesellschafter seine Einlage vereinbarungswidrig nicht geleistet hat.

Daraus ergibt sich, dass es jedenfalls empfehlenswert ist, die konkrete Gewinn- und Verlustverteilung sowie das Entnahmerecht in der OG entsprechend schon im Gesellschaftsvertrag zu regeln, vor allem um späteren Konfliktpotenzialen vorzubeugen.

OG Buchhaltung: Bestimmungen & Merkmale

Bilanzierung & Bilanzierungspflicht | Rechnungslegung & Rechnungslegungspflicht | FreeFinance-Buchhaltung


Wenn eine OG der Rechnungslegungspflicht unterliegt, dann besteht für diese OG auch die Verpflichtung zur Gewinnermittlung mithilfe der Doppelten Buchhaltung (doppelte Buchführung) sowie die Bilanzierungspflicht, sprich die Vorgabe zur Erstellung einer Bilanz.


Rechnungslegungspflicht OG: Regelung

Eine OG unterliegt der Rechnungslegungspflicht, wenn die Gesellschaft in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren einen Umsatz in Höhe von mehr als 700.000 Euro erwirtschaftet oder der Umsatz in einem Geschäftsjahr mehr als 1.000.000 Euro ausmacht.


Rechnungslegungspflicht OG: Eintritt der Verpflichtung

  • Wenn die OG in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren einen Umsatz von mehr als 700.000 Euro aufweist: Rechnungslegungspflicht ab dem zweitfolgenden Geschäftsjahr

  • Wenn die OG in einem Geschäftsjahr einen Umsatz von mehr als 1.000.000 Euro aufweist: Rechnungslegungspflicht bereits ab dem darauf folgenden Geschäftsjahr


Buchhaltung OG: Bestimmungen

Die Bestimmungen für die Buchhaltung einer Personengesellschaft (mit natürlichen Personen als unbeschränkt Haftende) wie der OG, sprich wie die Gesellschaft die Buchführung durchzuführen hat, werden durch die Vorgaben in § 189 Abs 1 Z 2 des Unternehmensgesetzbuches (UGB) definiert.
Nach den dort festgelegten Umsatzschwellenwerten, bei deren Überschreitung die Rechnungslegungspflicht eintritt, hat die OG die eigene Buchhaltung zu organisieren. Das bedeutet konkret, dass die Buchhaltung einer OG wie folgt auszusehen hat - je nach Umsatzhöhe:

Bis 700.000 Euro Umsatz im laufenden Geschäftsjahr

  • Unter Umständen branchenspezifische Pauschalierung
  • Einnahmen-Ausgaben-Rechnung
  • Freiwillige doppelte Buchführung

Bei zweimaligem Überschreiten von 700.000 Euro Umsatz für das Geschäftsjahr

  • Doppelte Buchhaltung nach § 5 EStG verpflichtend

Bei einmaligem Überschreiten von 1.000.000 Euro Umsatz für das Geschäftsjahr

  • Doppelte Buchhaltung nach § 5 EStG verpflichtend

Zu beachten: Ausgenommen aus dieser Regelung sind freie Berufe sowie land- und forstwirtschaftliche Unternehmungen! Für diese kommen die hinsichtlich ihrer Buchführung maßgebenden Umsatzgrenzen formulierten Bestimmungen des § 125 der Bundesabgabenordnung zum Tragen.

Smarte Software für die OG: Buchhaltungslösung OG | OG Buchhaltung


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Gründungschritte: Wie gründe ich eine OG?

Unternehmensgründung | Rechtliche Rahmenbedingungen


Im Folgenden finden Sie die einzelnen Gründungsschritte für eine Firma in der Rechtsform der Offenen Gesellschaft chronologisch angeführt - die dabei maßgebenden Bestimmungen sowie beachtenswerte weitere Punkte sind jeweils beschrieben.

Erster Schritt zur OG: Gesellschaftsvertrag

Gründungsdokument der OG | Vertragliche Basis für die Zusammenarbeit in der OG | Kosten Gesellschaftsvertrag OG


Der erste Schritt zur Gründung einer OG ist die Errichtung und das Abschließen des Gesellschaftsvertrages.

Besonderheit dabei im Zuge der Gründung einer OG:
Der Gesellschaftsvertrag ist den Inhalt und die konkreten Formulierungen betreffend an keine gesetzlichen Bestimmungen gebunden. Ebenso muss die Errichtung des Vertrags im Gegensatz zum Vertrag einer GmbH nicht als Notariatsakt erfolgen!

Die Gesellschafter haben den Vertrag für die spätere Zusammenarbeit in der Gesellschaft betreffend also relativ freie Hand - natürlich gibt es aber unbedingt empfohlene Inhalte, welche schon im Gesellschaftsvertrag angeführt und geregelt werden sollten. Immerhin kann das spätere Konfliktpotenziale verhindern.


Gesellschaftsvertrag OG: Funktion & Bedeutung

Der Gesellschaftsvertrag ist das Gründungsdokument der OG. Als solches stellt er zugleich die wichtigste Voraussetzung für die Gründung der OG dar.

Dem Vertrag kommt in mehrerlei Hinsicht - insbesondere die spätere Arbeit der und in der Gesellschaft sowie die maßgeblichen Bestimmungen dafür betreffend - große Bedeutung zu. Der Gesellschaftsvertrag bildet die vertragliche Basis für die Zusammenarbeit in der Gesellschaft und regelt in erster Linie das Verhältnis der Gesellschafter untereinander, daher sollten möglichst alle für die Gesellschafter und die spätere Tätigkeit der Gesellschaft relevanten Punkte im Vertrag klar und konkret erfasst sein.

Die konkreten Ausführungen und Formulierungen im Gesellschaftsvertrag binden die Gesellschafter für die spätere geschäftliche Tätigkeit - als solches soll der Gesellschaftsvertrag eine solide Basis für zukünftige Zusammenarbeit geben.


Gesellschaftsvetrag OG: Inhalt

Für den Gesellschaftsvertrag und dessen Errichtung gilt es bezüglich des Inhalts und der zu formulierenden Regelungen einige Punkte zu beachten:
Der Gesellschaftsvertrag ist grundsätzlich an keine Form und keine formellen Vorgaben gebunden, der Vertrag sollte jedenfalls aber klar und exakt formuliert sein, den Inhalt betreffend gut durchdacht, konkret und alle Eventualitäten abdeckend sein. So sollten im Vetrag bereits alle Rechte und Pflichten der Gesellschafter untereinander und zur Gesellschaft geregelt werden.

  • Gesellschafter: Vor- und Familienname, Geburtsdatum, Adresse

  • Firma: Personen-, Sach- oder Fantasiefirma mit Zusatz „OG“ oder „offene Gesellschaft“
  • Sitz der Gesellschaft
  • Gegenstand des Unternehmens: In diesem Punkt sind die von der Gesellschaft auszuübenden Tätigkeiten zu beschreiben.
  • Festlegung der von Gesellschaftern zu leistenden Einlagen: Diese können Bar- oder Sacheinlagen bzw. die Einbringung der Arbeitskraft sein.
  • Gewinn- und Verlustbeteiligung: Die Beteiligung an der Gesellschaft bestimmt sich nach dem Verhältnis des Wertes der vereinbarten Einlagen (Kapitalanteil).
  • Sollte auch der bloße Arbeitsgesellschafter am Gesellschaftsvermögen beteiligt sein, so ist eine entsprechende Regelung und Formulierung im Gesellschaftsvertrag zu empfehlen.
  • Regelung zur Übertragung von Geschäftsanteilen
  • Regelung zu Geschäftsführung und Vertretung: Jeder Gesellschafter darf die Geschäftsführung übernehmen. Weiters kann Gesellschafter die OG auch alleine vertreten, das heißt jeder Gesellschafter ist für sich alleine vertretungsbefugt.
  • Regelung zum Abstimmungsverhältnis für wichtige Entscheidungen
  • Regelungen für den Fall des Todes eines Gesellschafters
  • Regelungen für das Ausscheiden eines Gesellschafters
  • Regelungen für die Liquidation der Gesellschaft


Weiterführender (optionaler) Vertragsinhalt:

  • Regelung zur Generalversammlung der Gesellschaft

  • Regelung für die Gewinnverwendung

  • Aufgriffsrechte bezüglich Geschäftsanteile

  • Bestimmungen für Minderheitenrechte

  • Beginn und Dauer der Gesellschaft: In der Regel wird die Gesellschaft auf unbestimmte Dauer errichtet.

  • Geschäftsjahr: Entspricht in der Regel dem Kalenderjahr; ein davon abweichendes Wirtschaftsjahr ist möglich.

  • Weitere, je nach Gesellschaftsumfang, Gesellschaftern und Gegenstand des Unternehmens relevante, Regelungen

Inhalte Gesellschaftsverträge & Checklisten je Rechtsform inkl. empfohlener Inhalte

Weiterführende Informationen zu den vorgesehenen, sinnvollen und empfohlenen Inhalten und Regelungen eines Gesellschaftsvertrags finden Sie direkt im Kapitel über die Vertragsinhalte mit Ausführungen je Rechtsform in unserem Beitrag zum Thema Gesellschaftsvertrag!

Kosten für die Errichtung des Gesellschaftsvertrages OG

Im Zuge der Vertragserrichtung für eine OG sind die Kosten im Regelfall niedriger als bei einer Personengesellschaft Kapitalgesellschaft wie der GmbH.

Bei der Frage nach den Kosten für die Errichtung des Gesellschaftsvertrages OG muss immer der Aufwand im Einzelfall betrachtet werden - der Vertrag ist nicht an eine bestimmte Form oder Vorschrift gebunden, daher sind die Kosten für die Errichtung mit oder ohne Rechtsbeistand sowie je nach Vertragsumfang unterschiedlich hoch.
Als Orientierung bietet das Portal des Gründerservice der Wirtschaftskammer Österreich die folgenden Angaben zu den Kosten:

Vertragserrichtung OG: Notar oder Rechtsanwalt

  • Kostenpunkt ca. 1.000 EUR

Quelle der Angaben: Infoseite Gründungskosten - Übersicht nach Unternehmensform im Portal des Gründungservice der Wirtschaftskammer Österreich
Zu beachten: Diese Angaben sind Richtwerte und sollen als Orientierungshilfe dienen - die Preise können je nach Umfang der Gesellschaft und des Gesellschaftsvertrags variieren!

Weiterführende Informationen zu den Kosten der Vertragserrichtung OG sowie der Frage, ob diese Errichtungskosten auch von der Versicherung übernommen werden bzw. übernommen werden können, finden Sie im entsprechenden Kapitel unseres Beitrags zum Thema Gesellschaftsvertrag!

Eintragung ins Firmenbuch: Firmenregistrierung

Alle Personen- und Kapitalgesellschaften sowie Genossenschaften sind dazu verpflichtet, sich in das sogenannte Firmenbuch einzutragen. Das gilt also auch für die OG als Personengesellschaft!

Eine OG entsteht erst mit der Eintragung ins Firmenbuch - und kann erst danach ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen. Die Eintragung der Gesellschaft ist der eigentlichen Geschäftstätigkeit also vorgelagert.
Weiters muss die Eintragung ins Firmenbuch durch sämtliche Geschäftsführer, die via Beschluss bestellt wurden, anhand notarieller oder gerichtlicher Beglaubigung der Unterschriften erfolgen.


Firmenbucheintragung OG: Kosten

Die Kosten für die Eintragung in das österreichische Firmenbuch sind je nach gewählter Rechtsform unterschiedlich, im Zuge der Gründung einer OG betragen diese:

  • Ca. 260 Euro Euro für die Eintragung der OG ins Firmenbuch


Gebührenberfreiung beim Firmenbucheintrag

Für Neugründungen und Betriebsübernahmen sind gemäß Neugründungs-Förderungsgesetz (NeuFöG) keine Gebühren zu entrichten. Die Voraussetzung dafür ist jedoch eine Beratungsbestätigung der Wirtschaftskammer (Gewerbetreibende) bzw. der Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS) (Neue Selbstständige)!


Firmenwortlaut für die Eintragung

Die zu gründende Firma muss hinsichtlich Firmenname zur Kennzeichnung des Unternehmens geeignet sein und Unterscheidungskraft besitzen. Die Bezeichnung "Offene Gesellschaft" muss ebenso in der Firmenbezeichnung bzw. im Namen des Unternehmens enthalten sein - wobei diese Bezeichnung auch abgekürzt werden kann: "OG".

Weiterführende Informationen: Firmenbuch Österreich | Firmenbucheintrag

Weiterführende Informationen, alle Details und Hintergrundwissen zum österreichischen Firmenbuch und der Eintragung von Unternehmen je Rechtsform in dieses sowie den Auskünften zu Firmenbuchnummer und Einsichtnahme ins Firmenbuch (Firmenbuchabfrage) finden Sie hier!

Gewerbe OG anmelden & Bestellung gewerberechtlicher Geschäftsführer

Gewerbeanmeldung OG | Gewerbeberechtigung OG: Gewerberechtsträger ist die Gesellschaft als solches


Die Gewerbeberechtigung wird durch eine formlose Anmeldung bei der zuständigen Gewerbebehörde (mehr dazu weiter unten in diesem Kapitel) erlangt, wenn dabei alle unten angeführten Voraussetzungen nachgewiesen werden.

Für die Gewerbeanmeldung einer OG muss außerdem der Auszug aus dem Firmenbuch vorgelegt werden - wobei dieser nicht älter als 6 Monate sein darf! Für die Besorgung des Firmenbuchauszugs kann die Gewerbebehörde herangezogen werden, dieser sind dabei allerdings die Kosten dafür zu ersetzen!

Die  Anzeige zur Gewerbeanmeldung sollte die folgenden Angaben enthalten:

  • Name des Gewerbeinhabers
  • Gewerbewortlaut
  • Gewerbestandort
  • Gegebenenfalls Standort der weiteren Betriebsstätte (Filiale)
  • GISA-Zahl
  • Personaldaten des Geschäftsführers/der Geschäftsführer

Gewerbeberechtigung OG: Voraussetzungen

Als Allgemeine Voraussetzungen zur Gewerbeberechtigung bei juristischen Personen wie der OG (sowie bei KG und Kapitalgesellschaften wie GmbH, AG) müssen die folgenden grundlegenden Gewerbeantrittsvoraussetzungen erfüllt werden:

  • Kein mangels kostendeckenden Vermögens nicht eröffnetes oder aufgehobenes Insolvenzverfahren (bei der Versicherungsvermittlung auch Eröffnung des Insolvenzverfahrens)

  • Nichtvorliegen von Ausschlussgründen bei Personen mit maßgeblichem Einfluss auf den Geschäftsbetrieb der Gesellschaft, wie z.B. maßgeblich beteiligte Gesellschafter, Geschäftsführer, usw.

  • Bestellung eines geeigneten gewerberechtlichen Geschäftsführers

Weiterführende Angaben zu Voraussetzungen und Erlangung einer Gewerbeberechtigung finden Sie auch auf der entsprechenden Infoseite der Wirtschaftskammer Österreich.


Bestellung eines gewerberechtlichen Geschäftsführers

Juristische Personen wie unter anderem Gesellschaften, beispielsweise die OG, müssen gemäß Bestimmungen in den Paragrafen 9, 13, 16, 39, 47 der dabei maßgebenden Gewerbeordnung (GewO) einen gewerberechtlichen Geschäftsführer bestellen, um folglich das bzw. ein Gewerbe auch ausüben zu können.

Sofern die Bestellung der gewerberechtlichen Geschäftsführer nicht bereits im Gesellschaftsvertrag via Beschluss über die Bestellung vorgenommen wurde, hat dieser Beschluss im Zuge der Gewerbeanmeldung zu erfolgen.

Der gewerberechtliche Geschäftsführer wird vom Gewerbeinhaber unter Erteilung selbstverantwortlicher Anordnungsbefugnis eingesetzt - folglich ist dieser für die Einhaltung der gewerberechtlichen Vorschriften und die fachlich einwandfreie Gewerbeausübung verantwortlich.
Auch für die Ausübung des Gewerbes in einer weiteren Betriebsstätte, z.B. einer Filiale des Unternehmens, kann ein Filialgeschäftsführer bestellt werden - dieser ist dann entsprechend für die Einhaltung der gewerberechtlichen Vorschriften in dieser weiteren Betriebsstätte verantwortlich.

Erfüllung der für die Ausübung des Gewerbes vorgeschriebenen persönlichen Voraussetzungen:

  • Staatsangehörigkeit: Österreich, EWR-Vertragsstaaten, Schweiz, andere Drittstaaten mit Aufenthaltsberechtigung
  • Wohnsitz im Inland, in einem EWR-Vertragsstaat oder in der Schweiz
  • Eigenberechtigung: ab 18 Jahren
  • Keine Gewerbeausschlussgründe (z.B. Finanzstrafdelikte, gerichtliche Verurteilung)
    Unter bestimmten Voraussetzungen kann Nachsicht vom Gewerbeausschluss erteilt werden.
  • Örtliche und zeitliche Möglichkeit der Betätigung im Betrieb (z.B. Wohnsitz in der Nähe)
  • Nachweisliche Zustimmung zur Erteilung der selbstverantwortlichen Anordnungsbefugnis und zur Bestellung

Bei reglementierten Gewerben:

  • Befähigungsnachweis oder
  • Rechtswirksame Feststellung der individuellen Befähigung oder
  • Bescheid über die Anerkennung bzw. Gleichhaltung von EWR-Befähigungsnachweisen


Quelle der Angaben:
Infoseite "Bestellung gewerberechtlicher Geschäftsführer" im Unternehmensservice Portal (Hg. Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort).

Gewerbeanmeldung OG: Zuständige Behörde

Die zuständige Gewerbebehörde ist die Bezirksverwaltungsbehörde des Gewerbestandortes, das heißt je nach Standort:

  • Die Bezirkshauptmannschaft
  • Der Magistrat der Stadt
  • In Wien das zuständige Magistratische Bezirksamt


Gewerbeanmeldung OG: Gewerbelizenz (seit 1.5.2018)

Die Gewerbelizenz fasst alle Gewerbeberechtigungen zusammen, wobei für bisherige Gewerbeinhaber kein Handlungsbedarf besteht.

Kosten Gewerbeanmeldung OG

Die Gewerbeanmeldung ist kostenlos!

Zu beachten: Gewerbe mit Rechtskraftvorbehalt bei der Gewerbeanmeldung

Bei Gewerben mit Rechtskraftvorbehalt muss die Rechtskraft des Bescheides über die Zuverlässigkeit abgewartet werden, außerdem gilt:

  • Nachsichten, Anerkennungen oder Gleichhaltungen, die spätestens zum Zeitpunkt der Gewerbeanmeldung beantragt wurden, sind innerhalb der dreimonatigen Erledigungsfrist mit Wirksamkeit des Einlangens der Gewerbeanmeldung zu berücksichtigen.
  • Einzelne Gewerbe müssen darüber hinaus eine Haftpflichtversicherung bzw. Haftungsabsicherung nachweisen (z.B. Baugewerbe, Immobilientreuhänder, Versicherungsvermittler, Vermögensberater).

Meldung beim Finanzamt & Anmeldung der Dienstnehmer


Finanzamt: Betriebseröffnungsanzeige der OG

Für die OG muss innerhalb eines Monats ab der Gewerbeanmeldung die Betriebseröffnung beim zuständigen Finanzamt mittels des Formulars Verf 16 angezeigt werden.


Anmeldung der Dienstnehmer der OG

Wie jedes andere Unternehmen auch, müssen die Dienstnehmer der OG gemäß den Bestimmungen in Paragrafen 33, 41 Allgemeines Sozialversicherungsgesetz (ASVG) angemeldet werden. Dabei gilt es die folgenden Punkte zu beachten:

  • Jede voll- oder teilversicherte beschäftigte Person muss durch den Dienstgeber vor Arbeitsantritt beim zuständigen Krankenversicherungsträger angemeldet werden
  • Bei einer Vor-Ort-Anmeldung muss eine elektronische Anmeldung binnen sieben Tagen ab dem Beginn der Pflichtversicherung nachgeholt werden


Versicherung der Gesellschafter der OG

Für die Gesellschafter der OG besteht die Pflichtversicherung nach dem Gewerblichen Sozialversicherungsgesetz (GSVG), wenn die Gesellschaft über eine Gewerbeberechtigung verfügt.
Weiters sind alle Gesellschafter der OG in der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) pflichtversichert.

  • Daten des Dienstgebers (Beitragskontonummer etc.)
  • Namen der Beschäftigten
  • Versicherungsnummer bzw. Geburtsdatum der jeweiligen Person
  • Tag der Beschäftigungsaufnahme
  • Versicherungsumfang (Voll- oder Teilversicherung)
  • Beschäftigungsbereich (Arbeiter, Angestellter, etc.)
  • Beginn der betrieblichen Vorsorge
  • Angabe, ob ein freier Dienstvertrag vorliegt

Kosten Anmeldung Dienstnehmer OG

Für die Anmeldung der Dienstnehmer beim zuständigen Krankenversicherungsträger fallen keine Kosten an!

Verfahrensablauf der Dienstnehmeranmeldung

Die Anmeldung gilt als erstattet, wenn sie mittels elektronischem Datenaustausch mit den österreichischen Sozialversicherungsträgern (ELDA ÖGK)  gemäß den vom Dachverband der österreichischen Sozialversicherung festgelegten einheitlichen Datensätzen an den Krankenversicherungsträger übermittelt wird.

Zu beachten: unzulässige Wege der Dienstnehmeranmeldungen

Meldungen über Dienstnehmer auf anderen Wegen, insbesondere in Papierform, mittels E-Mail oder telefonisch, sind grundsätzlich nicht gestattet! Dementsprechend gelten Meldungen auf diesen Wegen auch als nicht erstattet.

Gründungsförderungen OG

Förderungsmöglichkeiten für Neugründungen OG: Neugründungs-Förderungsgesetz


Durch die Bestimmungen im Neugründungs-Förderungsgesetz (NeuFöG) werden Unternehmensneugründungen von bestimmten Abgaben bzw. Gebühren und Steuern befreit, die im direkten Zusammenhang mit der Neugründung entstehen, befreit.

Wichtig dabei: Nicht zulässig für diese Förderungen sind bloße Änderung der Rechtsform in Bezug auf einen bereits vorhandenen Betrieb! Auch ein reiner Wechsel des Betriebsinhabers bei einem bereits vorhandenen Betrieb - auch durch entgeltliche oder unentgeltliche Betriebsübertragung - ermöglicht die Inanspruchnahme der Förderungen nicht.

Die Förderungen gemäß NeuFöG betreffen insbesondere:


Stempelgebühren, Bundesverwaltungsabgaben (sofern umittelbar durch Neugründung veranlasst):

  • Antrag: Berechtigung zur Ausübung des Buchhalters, Bilanzbuchhalters, Personalverrechners - laut Bilanzbuchhaltungsgesetz - bei Geschäftsstelle der Bilanzbuchhaltungsbehörde
  • Gründungsbedingte Niederlassungsbewilligungen, Aufenthaltsbewilligungen
  • Kenntnisnahme, Bewilligung von Geschäftsführerbestellungen


Grunderwerbssteuer:

  • Befreiung von der Grunderwerbssteuer: Gilt für Einbringung von Grundstücken auf gesellschaftsvertraglicher Grundlage bei unmittelbarem Zusammenhang mit einer Neugründung
  • Befreiung tritt ein, wenn eine Grunderwerbssteuer unmittelbar auf den Gründungsvorgang entfällt. Das heißt, nur Gründungseinlagen von Grundstücken in neu gegründete Gesellschaften, wenn diese eine Gegenleistung für die Gewährung von Gesellschaftsrechten oder Anteilen am Vermögen der Gesellschaft darstellen
  • Voraussetzung: Vorliegender Gesellschaftsvertrag als Grundlage für die Einbringung des Grundstückes, Vorliegen der Gesellschaft als selbständiger Rechtsträger, Übertragung eines Grundstückes durch einen Gesellschafter als Sacheinlage aus Anlass der Neugründung


Gerichtsgebühren für Eintragungen ins Firmenbuch:

  • Gebührenbefreite Neueintragungen in Zusammenhang mit Betriebsneugründung: Firma, Sitz, Geschäftsanschrift, Inhaber, Musterzeichnung, persönlich haftende Gesellschafter, Geschäftsführer


Gerichtsgebühren für Eintragungen ins Grundbuch:

  • Gebührenbefreite Eintragungen: Einbringung von Grundstücken auf gesellschaftsrechtlicher Grundlage - bei unmittelbarem Zusammenhang mit Neugründung der Gesellschaft soweit Gesellschaftsrechte oder Anteile am Vermögen der Gesellschaft als Gegenleistung gewährt werden

Zu beachten: Diese Bestimmung über Gebührenbefreiung gilt parallel zur Regelung über die Befreiung von der Grunderwerbsteuer!


Lohnabgaben:

Die Gebührenbefreiung für Lohnabgaben gilt bei folgenden im Kalendermonat der Neugründung sowie den darauf folgenden 35 Kalendermonaten anfallenden Lohnabgaben für beschäftigte Dienstnehmer:

  • Dienstgeberbeiträge zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF)
  • Zuschläge zum Dienstgeberbeitrag (Kammerumlage 2) für Arbeitnehmer, freie Dienstnehmer und an Kapitalgesellschaften beteiligte Personen gem. § 22 Z. 2 EStG (z. B. wesentlich beteiligte Gesellschafter-Geschäftsführer)
  • Wohnbauförderungsbeiträge des Dienstgebers
  • Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung vom Entgelt der in § 4 Z. 1 ASVG genannten Personen

Zu beachten - Inanspruchname der Lohnnebenkostenförderungen:

Die Lohnnebenkostenbegünstigung kann innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren ab Gründung (Gründungsmonat plus 35 Monate) in Anspruch genommen werden. Dabei gilt die Begünstigung innerhalb dieses Zeitraums ab Inanspruchnahme für maximal 12 Monate, wobei Laufzeit der Förderung  mit dem Beschäftigungsmonat des ersten Arbeitnehmers zu laufen beginnt!

Förderungen gemäß NeuFöG: Direkter Zusammenhang mit Neugründung

Grundsätzlich gilt: Es können alle mit der Neugründung innerhalb von 30 Kalendertagen erfolgten Gründungshandlungen, sprich daraus resultierenden bestimmten Abgaben bzw. Gebühren und Steuern, als unmittelbar mit der Neugründung zusammenhängend betrachtet und für die Förderungen herangezogen werden - außer bestimmte Umstände sprechen im Einzelfall gegen eine solche Zusammenrechnung.

Förderungsmöglichkeiten für Neugründungen OG: Neugründungs-Förderungsgesetz - Voraussetzungen


Um die in diesem Kapitel angeführten Förderungen in Anspruch nehmen zu können und entsprechend der Bestimmungen dafür als Neugründer zu gelten, müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Es muss sich um die Schaffung einer bisher nicht vorhandenen betrieblichen Struktur durch Neugründung eines gewerblichen, land- und forstwirtschaftlichen oder dem selbständigen Erwerb dienenden Betriebes handeln.

  • Personen der Betriebsführung bzw. Betriebsinhaber dürfen sich innerhalb der letzten 5 Jahre weder im Inland noch im Ausland in vergleichbarer Art, das heißt im Sinne der Systematik der Wirtschaftstätigkeiten anhand der ÖNACE in geltender Fassung (Hg. Bundesanstalt Statistik Österreich), betrieblich betätigt haben.


Neugründungsförderung OG: Wer gilt als Betreibsinhaber?

Grundlegend: Betriebsinhaber ist jene Person bzw. sind jene Personen, welche die Betriebsführung maßgeblich beherrschen - ungeachtet allfälliger gesellschaftsvertraglicher Sonderbestimmungen.

Im Detail: Betriebsinhaber einer OG im Sinne des NeuFöG sind:

  • Gesellschafter von Personengesellschaften wie einer OG, die unbeschränkt und persönlich haften und jene beschränkt haftenden Gesellschafter, die entweder zu mindestens 50 % am Vermögen beteiligt oder mehr als 25 % am Vermögen beteiligt und mit der Geschäftsführung betraut sind.

Wie kommt man zur Neugründungsförderung?

Der Betriebsinhaber muss bei jeder in Betracht kommenden Behörde (z.B. Firmenbuchgericht, Finanzamt, Gebietskrankenkasse, Bezirkshauptmannschaft, usw.) rechtzeitig das korrekt ausgefüllte Formular NeuFö2 vorlegen.

Wo bekommt man das NeuFö2-Formular?

  • Zuständig ist die gesetzliche Berufsvertretung, welcher der Betriebsinhaber zuzurechnen ist.

  • Für Mitglieder der Wirtschaftskammer werden die NeuFö-Formulare von den örtlich zuständigen Bezirksstellen, dem Gründerservice bzw. von den Fachgruppen ausgestellt.

  • Wenn der Betriebsinhaber keiner gesetzlichen Berufsvertretung zugerechnet werden kann, ist eine Beratung durch die Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS) in Anspruch zu nehmen.

Weiterführende Informationen: Unternehmensgründung in Österreich

Unternehmensgründung Österreich | Schritte der Unternehmensgründung in Österreich je Rechtsform

Alle weiterführenden Informationen zur Unternehmensgründung in Österreich und zu den einzelnen konkreten Gründungsschritten je Rechtsform des jeweiligen zu gründenden Unternehmens - inklusive Informationen zu Gewerbeberechtigung und Sozialversicherung - finden auf unserer Ratgeber-Seite rund um das Thema Unternehmensgründung in Österreich!

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Zusammenfassung

Eine Offene Gesellschaft, kurz OG, ist eine unternehmerische Rechtsform in Österreich. Die OG ist eine Personengesellschaft und hat als juristische Person eine eigene Rechtspersönlichkeit. Das bedeutet, dass eine OG die Möglichkeit hat, Rechte zu erwerben, Verbindlichkeiten einzugehen sowie zu klagen und geklagt zu werden.

Für die Gründung einer OG ist sind zumindest zwei Gesellschafter nötig, die den Gesellschaftsvertrag als Gründungsdokument und Grundlage für die spätere Zusammenarbeit in der Gesellschaft sowie das Geschäft des Unternehmens errichten - der Vertrag als solches ist dabei an keine Formvorschriften und inhaltlichen Bestimmungen gebunden. Es gibt jedoch einige beachtenswerte Punkte und unbedingt empfohlene Inhalte, welche im entsprechenden Kapitel dieses Ratgebers angeführt sind.
Dem Vertrag kommt auch insofern größte Bedeutung zu, als dass sich anhand der darin getroffenen Bestimmungen und Formulierungen für die Zusammenarbeit in der Gesellschaft und im Verhältnis der Gesellschafter zueinander und zur Gesellschaft spätere Konfliktpotenziale vermeiden lassen.

Bei einer OG sind durch die Gesellschafter gleiche Einlagen zu leisten, wobei diese in Form von Geldeinlagen oder als Dienstleistungen erbracht werden können.
Im Unterschied zu Kapitalgesellschaften wie der GmbH kann die OG nur durch alle Gesellschafter gegründet werden, wobei auch eine OG erst durch die Eintragung ins Firmenbuch entsteht.
Die Gesellschafter der OG haften persönlich mit dem gesamten Betriebs- und Privatvermögen sowie unbeschränkt, das heißt ohne Betragsbeschränkung wie bei einer GmbH und solidarisch, also nicht anteilsmäßig, sondern jeder für die ganze Schuld.

Wesentliche Argumente für die Gründung einer OG sind die vergleichsweise rasche und einfache Gründung, aufgrund der Bestimmungen für die Buchführung je nach Umsatzhöhe die Möglichkeit der Gewinnermittlung durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung bis Bilanzierungspflicht und Doppelte Buchhaltung, sowie der Umstand, dass nur einer der OG-Gesellschafter die gewerberechtliche Befähigung erbringen muss, sofern das aufgrund der Tätigkeit(en) der Gesellschaft erforderlich ist.

Weiters ist die OG kein eigenes Steuerrechtssubjekt - die Gründung einer OG bringt daher auch den Vorteil mit sich, dass die Gesellschaft selbst nicht einkommensteuerpflichtig ist.

Auch für die Gründung einer OG gelten die Bestimmungen im Neugründungs-Förderungsgesetz (NeuFöG), die Unternehmensneugründungen von bestimmten Abgaben bzw. Gebühren und Steuern befreien, die im direkten Zusammenhang mit der Neugründung entstehen - sofern die Voraussetzungen dafür auch erfüllt sind.

Weitere Informationen & Quellen

Quellen: