Vertrag

Unternehmensgründung & Rechtsformen | Einkunftsarten | Buchhaltung

Einkunftsarten und Rechtsformen

Die Unterschiede bei den Einkunftsarten, echtes Dienstverhältnis vs. freier Dienstnehmer, welche arbeitsrechtlichen Ansprüche daraus entstehen und wie Sie versichert sind sowie die Rechtsformen bei der Unternehmensgründung und wie sich diese auf Rechte und Pflichten in Sachen Buchhaltung auswirken.

Letzte Aktualisierung:
Simone A. Mitgründerin, Entwicklung, Inhalt & Marketing

Welche Vertragsformen der verschiedenen Einkunftsarten und Rechtsformen bei Unternehmensgründungen gibt es und welche Ansprüche und Verpflichtungen ergeben sich daraus? Eine Antwort auf diese Frage erhalten Sie in diesem Ratgeber.

Einkunftsarten und Rechtsformen

Eckpunkte und Unterschiede

Dienstvertrag Österreich - Dienstverhältnisse, Einkunftsarten

In Österreich wird grundlegend zwischen einem echten Dienstverhältnis und dem freien Dienstverhältnis, aufgrund von freiem Dienstvertrag oder Werkvertrag, unterschieden, wobei freie Dienstnehmer sowie jene Personen, die im Rahmen eines Werkvertrages tätig sind, steuerlich als Selbständige gelten.

Zu beachten:
Grundsätzlich decken sich die beiden Definitionen für die Dienstnehmer laut ASVG bzw. die Arbeitnehmer laut EStG. Wer Arbeitnehmer im Sinn des Steuerrechts ist, ist jedenfalls auch Dienstnehmer im Sinne des ASVG.

Dienstvertag: echtes Dienstverhältnis

Wenn eine Person dem Arbeitgeber die persönliche Arbeitskraft schuldet, liegt nach der Definition des Steuerrechts in § 47 EStG  ein Dienstverhältnis vor.
Entsprechend der Bestimmung ist das dann der Fall, "wenn die tätige Person in der Betätigung ihres geschäftlichen Willens unter der Leitung des Arbeitgebers steht oder im geschäftlichen Organismus des Arbeitgebers dessen Weisungen zu folgen verpflichtet ist." Zudem liegt dem Sozialversicherungsrecht nach, abgebildet in § 4 Abs. 2 ASVG, nach ein Dienstverhältnis vor, wenn die Beschäftigung in einem Verhältnis persönlicher oder wirtschaftlicher Abhängigkeit gegen Entgelt ausgeübt wird.

Freier Dienstvertrag: freies Dienstverhältnis

Im Rahmen eines freien Dienstvertrages sind sogenannte freie Dienstnehmer dem ASVG nach Personen, die sich auf Grund der jeweiligen freien Dienstverträge auf bestimmte oder unbestimmte Zeit zur Erbringung von Dienstleistungen verpflichten.
Hierbei kennt das Steuerrecht keine besondere Definition des freien Dienstnehmers - ein freier Dienstnehmer ist demnach jeder, der gegenüber einem Auftraggeber Dauerleistungen erbringt, also in einem Dauerschuldverhältnis diesem gegenüber steht, aber in keinem (echten) Dienstverhältnis steht.

Werkvertrag: freies Dienstverhältnis

Eine im Rahmen bzw. aufgrund eines Wervertrags tätige Person schuldet dem Auftraggeber die Lieferung oder Erfüllung eines Werkes.
Es liegt kein "Dauerschuldverhältnis" wie beim freien Dienstvertrag vor, sondern ein werkbezogenen "Zielschuldverhältnis". Das heißt, die aufgrund des Werkvertrags tätige Personen verpflichtet sich gegenüber der auftraggebenden Instanz, das kann z.B. bei Autoren auch ein Verlag sein und ein abzulieferndes Buch stellt das Werk dar, das jeweilige Werk gegen ein bestimmtes Honorar abzuliefern.

Rechtsformen

Im Regelfall besteht für die Unternehmensgründung für gewerbliche Unternehmen die Wahl zwischen den folgenden drei Varianten, sprich Rechtsformen:

  • Einzelunternehmen und Personengesellschaften (z.B. OG, KG)

  • Kapitalgesellschaften (z.B. GmbH, AG)

  • Mischformen (z.B. GmbH & Co KG)

Details und Praxisbeispiele zu den Einkunftsarten sowie Rechtsformen und wie sich diese punkto Rechte und Pflichten in der Buchhaltung auswirken finden Sie in den entsprechenden Kapiteln dieses Ratgeber-Artikels!

Echtes Dienstverhältnis - Unselbstständige Erwerbstätigkeit

Der Arbeitsvertrag bzw. Dienstvertrag wird zwischen Dienstgeber und Dienstnehmer abgeschlossen. Typisch für den Dienstvertrag ist, dass der Dienstnehmer in einem Verhältnis persönlicher und wirtschaftlicher Abhängigkeit gegen Entgelt beschäftigt wird.
Außerdem muss der Dienstnehmer seine Arbeitsleistung höchstpersönlich erbringen und ist den Weisungen seines Dienstgebers unterworfen. 

Eine bestimmte Form für den Dienstvertrag ist nicht notwendig, allerdings empfiehlt es sich aus Beweisgründen, ihn schriftlich abzuschließen. Auf jeden Fall muss der Dienstgeber einen Dienstzettel ausstellen. Der Dienstzettel ist kein Arbeitsvertrag, er muss aber beipsielsweise Auskunft darüber geben, welches Gehalt und welche Arbeitszeit vereinbart wurden.

Die aktuellen Kollektivverträge je Branche(n) mit den Bestimmungen zu Mindestlohn, Zuschlägen und den weiteren kollektivvertraglich geregelten Kennzahlen können sie auf der WKO-Seite Kollektivverträge inkl. Abfrage der Verträge je Branche(n) finden. 

Wird ein echter Dienstvertrag abgeschlossen, gilt der volle arbeitsrechtliche Schutz.

  1. Anspruch auf einen Mindestlohn (bei Kollektivvertrag oder Mindestlohntarif) einschließlich Überstundenzuschläge und Sonderzahlungen
  2. Urlaubs- und Weihnachtsgeld (lt. Kollektivvertrag)
  3. Bezahlten Urlaub, Entgeltfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit und Pflegefreistellung
  4. Abfertigung

Echte Dienstverhältnisse unterliegen dem ASVG und - soweit Pflichtversicherung in der Krankenversicherung vorliegt - dem AlVG.

Das heißt, übersteigt das Gehalt die Geringfügigkeitsgrenze (diese liegt im Jahr 2020 bei 460,66 EUR pro Monat), erfolgt eine Vollversicherung nach dem ASVG. Somit ist der Dienstnehmer kranken-, unfall-, pensions-, und arbeitslosenversichert. Der Dienstgeber muss diese Beiträge zur Versicherung vom Gehalt abziehen und an die Sozialversicherung abführen.

Einkommensteuerrechtlich unterliegt der Dienstnehmer der Lohnsteuer, auch diese wird vom Dienstgeber einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.

Beispiel

Max ist Angestellter in einem Büro. Durch die persönliche Abhängigkeit ist den Anweisungen des Arbeitgebers zu folgen und Max kann somit nicht seinen Arbeitsort, die Arbeitszeit, etc. frei bestimmen.
Ganz im Gegenteil - er ist wegen der persönlichen Abhängigkeit seinem Arbeitgeber unterworfen sowie verpflichtet und befindet sich damit in einem echten Dienstverhältnis mit entprechendem Dienstvertrag/Arbeitsvertrag, der für Max wiederum ein "Dauerschuldverhältnis" - Max schuldet für die Dauer seiner Anstellung die Arbeitskraft/-leistung - bedeutet.

Freier Dienstvertrag & Werkvertrag

Merkmale & arbeitsrechtliche Auswirkungen

Arbeiten, sprich Arbeitsleistung aufgrund von (vertraglicher) Arbeitsverpflichtung, welche in einem dieser Vertragsverhältnisse getätigt werden, sind sowohl sozialversicherungsrechtlich als auch steuerrechtlich selbstständige Einkünfte.

Diese unterliegen dem GSVG (betreffend Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft). Sowohl als Neuer Selbständiger und freier Dienstnehmer (unterliegt dem ASVG) müssen die Einkommens- und Umsatzsteuer beachtet werden.

Die Sozialversicherungsbeiträge richten sich prinzipiell nach den Einkünften aus Gewerbebetrieb bzw. selbstständiger Arbeit. Da diese Einkünfte immer erst im Nachhinein feststehen, kommt es zur Bemessung anhand einer vorläufigen Beitragsgrundlage.

  

Freier Dienstvertrag: Definition, Merkmale

Der freie Dienstvertrag ist dadurch gekennzeichnet, dass sich der Dienstnehmer jemandem - dem Auftrag- bzw. "Dienstgeber" - gegen Entgelt verpflichtet, für bestimmte oder unbestimmte Zeit seine Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen, ohne sich aber in persönliche Abhängigkeit zu begeben.

Somit liegt der maßgebliche Unterschied zum echten Dienstverhältnis darin, dass der freie Dienstnehmer die Dienstleistungen in persönlicher Unabhängigkeit erbringt.

Beispiel

Max ist als Programmierer für die Ausführung verschiedener Arbeiten an einer Firmenwebseite in einem freien Dienstverhältnis beschäftigt. Er kann seine Arbeit von Zuhause aus erledigen, seine Arbeitszeiten frei wählen und es besteht keine Erfolgsgarantie.
Max ist als Dienstnehmer nicht in die Firma eingegliedert, sprich er muss nicht zwingend an Besprechungen teilnehmen und kann auch das Dienstverhältnis jederzeit beenden und er kann sich auch durch Kollegen vertreten lassen.

Max befindet sich in dieser Form des Dienstverhältnisses weder in einer persönlichen Abhängigkeit, noch ist er an ein Dauerschuldverhältnis gebunden, das seine Arbeitsleistung vertragsbasiert zur fortwährenden Verpflichtung machen würde.

Als freier Dienstnehmer hat man keine Ansprüche aus arbeitsrechtlichen Bestimmungen, also keine Ansprüche auf bezahlten Urlaub, Entgeltfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit und kollektivvertraglichen Lohn bzw. Sonderzahlungen.

Der freie Dienstnehmer ist lediglich in die Abfertigung neu einzubeziehen, konkret sieht die Regelung - detailliert nachzulesen auf der Webseite des USP - wie folgt aus:

"Für Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis ab dem 1. Jänner 2003 begonnen hat, gilt das BMSVG und damit die Abfertigung NEU. Seit 1. Jänner 2008 sind auch Freie Dienstnehmer in die Abfertigung NEU einbezogen. Erfasst sind alle Freien Dienstverhältnisse, die der Pflichtversicherung nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) unterliegen und die länger als einen Monat dauern. Dies gilt auch für zum 31. Dezember 2007 bestehende freie Dienstverhältnisse."

Freie Dienstnehmer sind genauso wie echte Dienstnehmer von der Pflichtversicherung umfasst, sprich kranken-, unfall-, pensions-, und arbeitslosenversichert.

  

Werkvertrag: Definition, Merkmale

Bei einem Werkvertrag verpflichtet sich der Auftragnehmer gegen Entgelt für den Auftraggeber zu einem bestimmten Erfolg, sprich zur  Herstellung/Lieferung eines Werks.

Der Auftragnehmer ist typischerweise ein selbstständiger Unternehmer, welcher seine vertragliche Verpflichtung in persönlicher Unabhängigkeit erbringt.

Bei einem Werkvertrag schuldet man der dem Auftraggeber die Lieferung bzw. Erfüllung eines Werks - es liegt somit auch beim Werkvertrag im Unterschied zum echten Deinstverhältnis (Dienstvertrag) kein "Dauerschuldverhältnis" sondern ein "Zielschuldverhältnis" vor.

Beispiel

Max ist Tischler und nimmt einen neuen Auftrag an. Durch diese Beauftragung bzw. Auftragsannahme (Werkvertrag) schuldet er einen bestimmten Erfolg - sprich die Herstellung und Lieferung eines Tischlerobjekts,sagen wir eines Tisches. Die fristgerechte Fertigstellung und ordnungsgemäße Lieferung dieses Tisches stellt das "Zielschuldverhältnis" dar.

Wenn er diesen Auftrag fristgerecht und ordnungsgemäß erfüllt, erhält er ein Honorar von 500 EUR.

Zu beachten:
Bei einem Werkvertrag bestehen wie bei den freien Dienstnehmern keine arbeitsrechtlichen Ansprüche. Jedoch sind Unternehmer nach dem Gewerblichen Sozialversicherungsgesetz (GSVG) pflichtversichert und können eine freiwillige Arbeitslosenversicherung abschließen.

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Der Sprung in die Selbständigkeit

Sie wollen Sprung in die Selbständigkeit wagen und endlich Ihr eigener Boss sein? Werfen Sie doch auch einen Blick auf unsere Ratgeber-Seite zur Unternehmensgründung in Österreich, damit Sie perfekt für Ihre Gründung gerüstet sind.

Typischerweise fällt die Wahl im Zuge Gründung eines gewerblichen Unternehmens auf eine der folgend angeführten Rechtsformen, diese stellen die grundlegenden Rechtsformengruppen dar:

  • Einzelunternehmen und Personengesellschaften (z.B. OG, KG)

  • Kapitalgesellschaften (z.B. GmbH, AG)

  • Mischformen (z.B. GmbH & Co KG)

Weiterführende und dienliche Antworten auf die Frage(n) nach der Rechtsform im Zuge der Unternehmensgründung - insbesondere aus steuerlicher Sicht - finden Sie auch auf der Infoseite "Die Wahl der Rechtsform aus steuerlicher Sicht - FAQ" der WKO - hier wird eingehender beleuchtet, welche Aspekte wichtige Rollen für die Wahl der Rechtsform spielen und welche steuerlichen Gesichtspunkte dabei ebenso von Bedeutung sind.

EPU: Ein-Personen-Unternehmen

Inhaber eines Einzelunternehmens ist eine einzige natürliche Person, welche ihr Unternehmen auf eigenen Namen und eigene Rechnung schreibt. EPU müssen sich ins Firmenbuch eintragen lassen, wenn sie unter die Rechnungslegungspflicht fallen, sprich wenn sie einen Jahresumsatz von mehr als 1.000.000 EUR oder mehr als 700.000 EUR Jahresumsatz in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren erwirtschaften.

Erreicht man diese Schwellenwerte nicht, kann man sich aber trotzdem freiwillig im Firmenbuch eintragen lassen. Diese im Firmenbuch eingetragenen (=protokollierte) Unternehmer führen die Bezeichnung „eingetragener Unternehmer“, kurz „e.U.“. 

Darüber hinaus sind für EPU einige weitere Dinge zu beachten:
Als Unternehmer müssen Sie nun selbst eine Einkommensteuererklärung abgeben und die Sozialversicherungsbeiträge an die Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS) übermitteln.
Außerdem sieht das Einkommenssteuergesetz gemäß § 109a EStG für Unternehmer in bestimmten Fällen eine kalenderbezogene Mitteilungspflicht von personen- und leistungsbezogenen Daten vor, welche an das zuständige Umsatzsteuer-Finanzamt gerichtet ist.
Weitere Informationen zur Mitteilungspflicht finden Sie auf der Webseite der WKO

Wie ermitteln EPU ihre Gewinne?

Einerseits steht Ihnen eine Pauschalierungsmöglichkeit (anwendbar bis zu einem Jahresumsatz von maximal 35.000 EUR) zur Verfügung. Dadurch müssen Sie sich weder um eine vollumfängliche Steuererklärung noch um verpflichtende Aufzeichnungen unter dem Jahr kümmern.
Andererseits können Sie auch Ihre Geschäftstätigkeiten durch eine Einnahmen-Ausgaben Rechnung protokollieren. Auf unserer Ratgeber-Seite "Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (E/A) in Österreich" finden Sie alle  nützlichen Infos zur E/A-Rechnung.

Bitte beachten Sie auch, dass man bei Umsätzen unter 35.000 EUR (exkl. USt.) von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen kann und nicht umsatzsteuerpflichtig ist. Erst ab einem Betrag über 35.000 EUR müssen Sie auf den Rechnungen die Umsatzsteuer abführen, dürfen aber auch die Vorsteuer bei Ausgaben geltend machen. Die Details dazu finden Sie in unserem Ratgeber zur "Kleinunternehmerregelung in Österreich".

Freiberuflich: eigene Bestimmungen

Freiberufler | Freiberuflichkeit | Definition & Bestimmungen

Freiberufler stellen eine Untergruppe der Selbstständigen dar, müssen aber in Hinblick auf steuerliche Pflichten und Arbeitsrechte ein paar Unterschiede berücksichtigen.

Freiberuflich | Freiberufler: Definition

Freiberufler üben eigenverantwortlich und fachlich unabhängig Tätigkeiten aus. Das heißt, freiberuflich tätig sind Personen, die einem freien Beruf selbstständig und auf eigene Verantwortung nachgehen.
Das bringt auch mit sich, dass es ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen freiberuflich tätigen Person liegt, neue Kunden zu gewinnen und betreuen zu können bzw. neue Aufträge zu bekommen.

Die Fähigkeiten und notwendigen Qualifikationen, um seine Arbeit(en) durchführen zu können, sind in diesem Zusammenhang äußerst wichtig. So muss man nicht nur die notwendige Ausbildung vorweisen, sondern ebenso ein entsprechend ausreichendes Talent aufweisen/nachweisen können.

Freiberuflich: Selbstständigkeit und rechtliche Unterschiede | Bestimmungen

Von einer „Selbstständigkeit“ wird gesprochen, um die jeweilige berufliche Tätigkeit von einer nichtselbstständigen, sprich abhängigen (weisungsgebunden, in einem Verhältnis persönlicher und wirtschaftlicher Abhängigkeit), Beschäftigung zu unterscheiden.

Selbstständig tätig sind also jene Personen, die nicht in einem klassischen Angestelltenverhältnis stehen, sondern Produkte oder Dienstleistungen auf eigene Rechnung vermarkten.
Mehr zu den Einkunftsarten mit detaillierten Angaben zu selbstständiger sowie unselbstständiger Tätigkeit finden Sie hier!

Grundlegendes Merkmal bei den Freiberuflern ist, dass als Voraussetzungen für die Tätigkeit kein Gewerbeschein beantragt werden muss - dementsprechend müssen Freiberufler auch keine Gewerbesteuer entrichten. Die Meldung ans Finanzamt muss aber gemacht werden.

Steuerrechtlich werden freiberuflich tätige Personen ebenso als Selbstständige betrachtet - und sind dementsprechend auch von den steuerlichen Bestimmungen gemäß ASVG bzw. GSVG betroffen, müssen die Einkommenssteuer beachten und unterliegen versicherungstechnisch der SVS mit den Regularien für Neue Selbstständige und Freiberufler sowie dem Freiberuflichen-Sozialversicherungsgesetz, kurz FSVG.

Detaillierte Informationen dazu finden Sie auch im Infofolder (PDF) "Versicherungsschutz für Neue Selbständige und Freiberufler" der SVS!

Die Sozialversicherungsbeiträge richten sich prinzipiell nach den Einkünften selbstständiger Arbeit. Da diese Einkünfte immer erst im Nachhinein feststehen, kommt es zur Bemessung anhand einer vorläufigen Beitragsgrundlage.

Freiberufler können lediglich in die Abfertigung neu einbeozogen werden, die detaillierten Angaben zu dieser Regelung finden Sie auf der Webseite des USP bzw. der Webseite des Bundesministeriums für Arbeit.
Beachten Sie auch die Angaben zur Möglichkeit des Opting-in-Modells für freiberuflich Selbstständige in die Selbstständigenvorsorge.

Für Berufstätige unterscheiden sich Selbstständigkeit und Freiberuflichkeit vor allem in Sachen Arbeitnehmerrechte:

Als Freiberufler hat man keine Ansprüche aus arbeitsrechtlichen Bestimmungen, also keine Ansprüche auf bezahlten Urlaub, Entgeltfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit und kollektivvertraglichen Lohn bzw. Sonderzahlungen.

Typische freiberufliche Tätigkeiten und Berufsbilder

Freiberuflichen Tätigkeiten begegnet man häufig im Feld der juristischen Berufsbilder sowie in der Kreativbranche, ebenso in der Technik, im wirtschaftlichen Umfeld sowie im Gesundheitswesen.

  • Steuerberater, Wirtschaftstreuhänder
  • Rechtsanwälte, Patentanwälte
  • Sachverständige, Ziviltechniker
  • Notare, Wirtschaftsprüfer
  • Aufsichtsratsmitglieder, geschäftsführende Gesellschafter einer GmbH (ohne Mitgliedschaft zur Wirtschaftskammer)
  • Journalisten, Kolporteure
  • Dolmetscher
  • Selbständige Lehrer
  • Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker
  • Humanmediziner, Krankenpfleger, Hebammen
  • Designer
  • Musiker, Schauspieler, Kunstschaffende
  • Selbständige Programmierer, Webdesigner

Rechtsformen Österreich

Merkmale & Bestimmungen

Wenn Sie ein neues Unternehmen gründen, ist einer der wichtigsten und schwierigsten Schritte, die geeignete Rechtsform zu wählen. Denn jede Einzelne bringt verschiedene Vorteile als auch Nachteile mit sich. Detaillierte Informationen dazu finden Sie auf unserer Ratgeber-Seite "Unternehmensgründung in Österreich".

Im Grunde gibt es Personengesellschaften, wie etwa Kommanditgesellschaften (kurz KG) und Offene Gesellschaften (kurz OG), welche der ESt unterworfen sind.
Kapitalgesellschaften, wie eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (kurz GmbH) unterliegen der KöSt. Hieraus können sich steuerliche Vorteile, abhängig vom Jahreseinkommen, ergeben.

 

Weiterführendes zu den Rechtsformen:

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (kurz GmbH) ist eine juristische Person mit eigener Rechtspersönlichkeit, welche ein Stammkapital von mindestens 35.000 EUR aufweisen muss.
Dieses ist in Geschäftsanteile mit Stammeinlagen zerlegt, welche die Beträge der Gesellschafter zur Bildung des Stammkapitals darstellt.

Die Gesellschaft wird durch Abschluss eines Gesellschaftsvertrags gegründet und bedarf der Anmeldung im Firmenbuch.

Zusätzlich ist für Tätigkeiten, welche der Gewerbeordnung unterliegen, auch eine Gewerbeberechtigung erforderlich.

Grundsätzlich haftet nur die Gesellschaft mit ihrem Vermögen, eine direkte Haftung der Gesellschafter besteht nicht.

Wenn Sie ihr Unternehmen als GmbH gründen, gelten unabhängig vom erzielten Umsatz außerdem die unternehmensrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften, sprich Sie müssen einen Jahresabschluss aufstellen, welcher dann beim Firmenbuchgericht einzureichen ist.
Weitere Infos zur Doppelten Buchhaltung finden Sie hier!

Kommanditgesellschaft: KG

Die Kommanditgesellschaft (kurz KG) ist eine Firma, bei der zumindest ein Gesellschafter (Kommanditist) bis zu einer begrenzten - im Firmenbuch bestimmten - Summe haftet, während mindestens ein anderer Gesellschafter (Komplementär) unbeschränkt haftet.
Sprich, ein Komplementär haftet persönlich mit seinem gesamten Vermögen.

Die KG wird durch einen Gesellschaftsvertrag abgeschlossen und wird im Firmenbuch angemeldet. Genauso wie bei einer OG besteht eine Verpflichtung zur Doppelten Buchhaltung und Bilanzerstellung bei der KG erst wenn sie rechnungslegungspflichtig ist (siehe oben).
Ansonsten kann eine E/A-Rechnung verwendet werden.

Offene Gesellschaft: OG

Eine Offene Gesellschaft (kurz OG) ist eine Firma, in der zumindest zwei Gesellschafter persönlich, unbeschränkt und solidarisch haften.

Der Abschluss erfolgt mittels Unterzeichnung eines Gesellschaftsvertrages zwischen mindestens zwei Gesellschaftern und Eintragung im Firmenbuch.

Für die OG besteht erst eine Verpflichtung zur Doppelten Buchhaltung und Bilanzerstellung, wenn sie die Rechnungslegungsgrenzen überschreitet, sprich wenn sie einen Jahresumsatz von mehr als 1.000.000 EUR oder mehr als 700.000 EUR Jahresumsatz in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren erwirtschaftet. Ansonsten können Sie Ihre Buchhaltung durch eine E/A-Rechnung führen.

Fragen und Antworten

Beim echten Dienstverhältnis wird ein Arbeitsvertrag bzw. Dienstvertrag zwischen Dienstgeber und Dienstnehmer abgeschlossen.

Typisch für den Dienstvertrag und somit Kernmerkmal dieser Einkunftsart ist, dass der Dienstnehmer in einem Verhältnis persönlicher und wirtschaftlicher Abhängigkeit gegen Entgelt beschäftigt wird.

Eine bestimmte Form für den Dienstvertrag ist nicht notwendig, allerdings empfiehlt es sich aus Beweisgründen, ihn schriftlich abzuschließen. Auf jeden Fall muss der Dienstgeber einen Dienstzettel ausstellen. Der Dienstzettel ist kein Arbeitsvertrag, er muss aber beipsielsweise Auskunft darüber geben, welches Gehalt und welche Arbeitszeit vereinbart wurden.

Wird ein echter Dienstvertrag abgeschlossen, gilt der volle arbeitsrechtliche Schutz:

  • Anspruch auf einen Mindestlohn (bei Kollektivvertrag oder Mindestlohntarif) einschließlich Überstundenzuschläge und Sonderzahlungen

  • Urlaubs- und Weihnachtsgeld (lt. Kollektivvertrag)

  • Bezahlten Urlaub, Entgeltfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit und Pflegefreistellung

  • Abfertigung

Die aktuellen Kollektivverträge je Branche(n) mit den Bestimmungen zu Mindestlohn, Zuschlägen und den weiteren kollektivvertraglich geregelten Kennzahlen können sie auf der WKO-Seite Kollektivverträge finden. 

Arbeiten, sprich Arbeitsleistung aufgrund von vertraglicher Arbeitsverpflichtung, welche in einem freien Vertragsverhältnis getätigt werden, sind sowohl sozialversicherungsrechtlich als auch steuerrechtlich selbstständige Einkünfte. Sowohl als Neuer Selbständiger und freier Dienstnehmer (unterliegt dem ASVG) müssen die Einkommens- und Umsatzsteuer beachtet werden.

Die Sozialversicherungsbeiträge richten sich prinzipiell nach den Einkünften aus Gewerbebetrieb bzw. selbstständiger Arbeit. Da diese Einkünfte immer erst im Nachhinein feststehen, kommt es zur Bemessung anhand einer vorläufigen Beitragsgrundlage.

Freier Dienstvertrag bzw. freies Dienstverhältnis: Definition und Merkmale

Der freie Dienstvertrag ist dadurch gekennzeichnet, dass sich der Dienstnehmer jemandem - dem Auftrag- bzw. "Dienstgeber" - gegen Entgelt verpflichtet, für bestimmte oder unbestimmte Zeit seine Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen, ohne sich aber in persönliche Abhängigkeit zu begeben. Somit liegt der maßgebliche Unterschied zum echten Dienstverhältnis darin, dass der freie Dienstnehmer die Dienstleistungen in persönlicher Unabhängigkeit erbringt.

Arbeiten, sprich Arbeitsleistung aufgrund von vertraglicher Arbeitsverpflichtung, welche im Rahmen eines Werkvertrags getätigt werden, sind sowohl sozialversicherungsrechtlich als auch steuerrechtlich selbstständige Einkünfte.

Diese unterliegen dem GSVG (betreffend Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft). Sowohl als Neuer Selbständiger und freier Dienstnehmer (unterliegt dem ASVG) müssen die Einkommens- und Umsatzsteuer beachtet werden.

Die Sozialversicherungsbeiträge richten sich prinzipiell nach den Einkünften aus Gewerbebetrieb bzw. selbstständiger Arbeit. Da diese Einkünfte immer erst im Nachhinein feststehen, kommt es zur Bemessung anhand einer vorläufigen Beitragsgrundlage.

Dienstverhältnis mit Werkvertrag: Definition und Merkmale

Bei einem Werkvertrag verpflichtet sich der Auftragnehmer gegen Entgelt für den Auftraggeber zu einem bestimmten Erfolg, sprich zur  Herstellung/Lieferung eines Werks.

Der Auftragnehmer ist typischerweise ein selbstständiger Unternehmer, welcher seine vertragliche Verpflichtung in persönlicher Unabhängigkeit erbringt.

Bei einem Werkvertrag schuldet man der dem Auftraggeber die Lieferung bzw. Erfüllung eines Werks - es liegt somit beim Werkvertrag im Unterschied zum echten Deinstverhältnis (Dienstvertrag) kein "Dauerschuldverhältnis" sondern ein "Zielschuldverhältnis" vor. Das Zielschuldverhältnis ergibt sich aus (fristgerechter und ordnungsgemäßer) Erstellung/Herstellung und Lieferung eines beauftragten (bestellten) Werkes - beispielsweise bei Autoren von Verlagen in Auftrag gegebene Erstellung von Büchern (sprich Werken).

Im Regelfall besteht für die Unternehmensgründung für gewerbliche Unternehmen die Wahl zwischen den folgenden drei Varianten, sprich Rechtsformen:

  • Einzelunternehmen und Personengesellschaften (z.B. OG, KG)

  • Kapitalgesellschaften (z.B. GmbH, AG)

  • Mischformen (z.B. GmbH & Co KG)

Einzelunternehmen und Personengesellschaften (Beispiel OG)

Eine Offene Gesellschaft (kurz OG) ist eine Firma, in der zumindest zwei Gesellschafter persönlich, unbeschränkt und solidarisch haften.

Der Abschluss erfolgt mittels Unterzeichnung eines Gesellschaftsvertrages zwischen mindestens zwei Gesellschaftern und Eintragung im Firmenbuch.

Für die OG besteht erst eine Verpflichtung zur Doppelten Buchhaltung und Bilanzerstellung, wenn sie die Rechnungslegungsgrenzen überschreitet, sprich wenn sie einen Jahresumsatz von mehr als 1.000.000 EUR oder mehr als 700.000 EUR Jahresumsatz in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren erwirtschaftet. Ansonsten können Sie Ihre Buchhaltung durch eine E/A-Rechnung führen.

Einzelunternehmen und Personengesellschaften (Beispiel KG)

Die Kommanditgesellschaft (kurz KG) ist eine Firma, bei der zumindest ein Gesellschafter (Kommanditist) bis zu einer begrenzten - im Firmenbuch bestimmten - Summe haftet, während mindestens ein anderer Gesellschafter (Komplementär) unbeschränkt haftet.
Sprich, ein Komplementär haftet persönlich mit seinem gesamten Vermögen.

Die KG wird durch einen Gesellschaftsvertrag abgeschlossen und wird im Firmenbuch angemeldet. Genauso wie bei einer OG besteht eine Verpflichtung zur Doppelten Buchhaltung und Bilanzerstellung bei der KG erst wenn sie rechnungslegungspflichtig ist (siehe oben).
Ansonsten kann eine E/A-Rechnung verwendet werden.

Kapitalgesellschaft (Beispiel GmbH)

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (kurz GmbH) ist eine juristische Person mit eigener Rechtspersönlichkeit, welche ein Stammkapital von mindestens 35.000 EUR aufweisen muss.
Dieses ist in Geschäftsanteile mit Stammeinlagen zerlegt, welche die Beträge der Gesellschafter zur Bildung des Stammkapitals darstellt.

Die Gesellschaft wird durch Abschluss eines Gesellschaftsvertrags gegründet und bedarf der Anmeldung im Firmenbuch.

Zusätzlich ist für Tätigkeiten, welche der Gewerbeordnung unterliegen, auch eine Gewerbeberechtigung erforderlich.

Grundsätzlich haftet nur die Gesellschaft mit ihrem Vermögen, eine direkte Haftung der Gesellschafter besteht nicht.

Wenn Sie ihr Unternehmen als GmbH gründen, gelten unabhängig vom erzielten Umsatz außerdem die unternehmensrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften, sprich Sie müssen einen Jahresabschluss aufstellen, welcher dann beim Firmenbuchgericht einzureichen ist.
Weitere Infos zur Doppelten Buchhaltung finden Sie hier!

Freiberufler stellen eine Untergruppe der Selbstständigen dar, müssen aber in Hinblick auf steuerliche Pflichten und Arbeitsrechte ein paar Unterschiede berücksichtigen.
Freiberufler üben eigenverantwortlich und fachlich unabhängig Tätigkeiten aus.

Freiberuflich: Selbstständigkeit und rechtliche Unterschiede

Selbstständig tätig sind jene Personen, die nicht in einem klassischen Angestelltenverhältnis stehen, sondern Produkte oder Dienstleistungen auf eigene Rechnung vermarkten.

Grundlegendes Merkmal bei den Freiberuflern ist, dass als Voraussetzungen für die Tätigkeit kein Gewerbeschein beantragt, die Meldung ans Finanzamt aber gemacht werden muss. Das bedeutet, dass Freiberufler keine Gewerbesteuer entrichten müssen!

Steuerrechtlich werden freiberuflich tätige Personen ebenso als Selbstständige betrachtet - und sind dementsprechend auch von den steuerlichen Bestimmungen gemäß ASVG bzw. GSVG betroffen, müssen die Einkommenssteuer beachten und unterliegen versicherungstechnisch der SVS mit den Regularien für Neue Selbstständige und Freiberufler sowie dem Freiberuflichen-Sozialversicherungsgesetz, kurz FSVG.

Detaillierte Informationen dazu finden Sie auch im Infofolder (PDF) "Versicherungsschutz für Neue Selbständige und Freiberufler" der SVS!

Beachten Sie auch die Angaben zur Möglichkeit des Opting-in-Modells für freiberuflich Selbstständige in die Selbstständigenvorsorge.

Für Berufstätige unterscheiden sich Selbstständigkeit und Freiberuflichkeit vor allem in Sachen Arbeitnehmerrechte:

Als Freiberufler hat man keine Ansprüche aus arbeitsrechtlichen Bestimmungen, also keine Ansprüche auf bezahlten Urlaub, Entgeltfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit und kollektivvertraglichen Lohn bzw. Sonderzahlungen.

Weitere Informationen & Quellen

FreeFinance:

Quellen: