OG gründen

Unternehmensgründung | Rechtsform | Gründungsschritte | Steuerrecht | Buchhaltung

KG gründen in Österreich

Was ist eine KG und was gilt es bei der Gründung einer KG zu beachten? Welche Bestimmungen kommen zum Tragen und welche Vorteile hat die Gründung einer KG? Wie sieht es mit der Buchhaltung der KG aus? Antworten auf diese und weitere Fragen sowie alle weiteren Informationen rund um die unternehmerische Rechtsform KG finden Sie auf dieser Seite!

Letzte Aktualisierung:
Simone A. Mitgründerin, Entwicklung, Inhalt & Marketing

Was ist eine KG?

Die Kommanditgesellschaft (KG) ist eine Unternehmens-Rechtsform in Österreich. Die Personengesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit besteht aus mindestens zwei Gesellschaftern, wobei die Haftung so aufgeteilt ist, dass zumindest bei einem Gesellschafter, dem Kommanditisten, die Haftung auf einen bestimmten Betrag beschränkt ist, während zumindest ein anderer Gesellschafter, der Komplementär, unbeschränkt haftet.

Kommanditgesellschaft (KG): Übersicht

Rechtsform: Personengesellschaft | Eigene Rechtspersönlichkeit | Einlagen | Merkmale

Eine Kommanditgesellschaft, kurz KG, ist eine Personengesellschaft und als solche unternehmensrechtlich eine juristische Person mit eigener Rechtspersönlichkeit. Die KG ist dabei eine unter eigener Firma geführte Gesellschaft.

Das bedeutet: Die KG hat als eigene Rechtspersönlichkeit die Möglichkeit, Rechte zu erwerben, Verbindlichkeiten einzugehen sowie zu klagen und geklagt zu werden.

Die KG kann jeden erlaubten Zweck als unternehmerische Tätigkeit haben, einschließlich freiberuflicher sowie land- und forstwirtschaftlicher Tätigkeiten.

Eine KG ist im Grunde also gleich strukturiert wie eine Offene Gesellschaft (OG).

Der große Unterschied zur OG ist aber, dass es in einer KG neben den unbeschränkt haftenden Gesellschaftern, Komplementäre genannt, auch noch wie bei einer GmbH beschränkt haftende Gesellschafter, die sogenannten Kommanditisten, gibt.

Diese Kommanditisten der KG haften nur mit der im Firmenbuch eingetragenen Haftungssumme, die Haftung ist demnach bei diesen Gesellschaftern beschränkt auf diesen bestimmten (Höchst-) Betrag.
Weiters sind die Kommanditisten in der KG grundsätzlich weder geschäftsführungs- noch vertretungsbefugt.

Die KG gründet nicht auf einem Stammkapital in vorgeschriebener (Mindest-) Höhe, wie es etwa bei einer GmbH der Fall ist. Bei einer KG ist Höhe der Einlage frei wählbar und wird in gewählter Höhe im Firmenbuch eingetragen.

Gegründet wird die KG anhand des Gesellschaftsvertrags, der zumindest zwischen einem Komplementär und einem Kommanditisten der KG errichtet und geschlossen wird. Auch eine KG entsteht erst durch die Eintragung ins Firmenbuch - siehe dazu das Kapitel zu den Gründungschritten auf dieser Seite.

Vorteile einer KG-Gründung & Steueraspekte

Unternehmensgründung | Bestimmungen | Gründungsaufwand | Bilanzierung & Buchhaltung | Steuerrecht


Die Vorteile der Gründung einer Kommanditgesellschaft (KG) als Wahl der Rechtsform liegen insbesondere in der Haftungsbeschränkung jener Gesellschafter, die Kommanditisten sind, sowie grundsätzlich im raschen und einfachen Gründungprozedere - beispielsweise im Vergleich zur GmbH.

Ein weiterer Vorteil der KG besteht in der Bestimmungen zur Bilanzierungspflicht sowie dabei der Möglichkeit, je nach Umsatzhöhe die Buchhaltung anhand der einfacheren Einnahmen-Ausgaben-Rechnung abwickeln zu können.


Wesentliche Argumente für die Gründung einer Kommanditgesellschaft sind:

  • Vergleichsweise rasche und einfache Gründung

  • Aufgrund der Bestimmungen für die Buchführung je nach Umsatzhöhe Möglichkeit der Gewinnermittlung durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, das heißt die KG hat im Gegensatz zur GmbH hat den Vorteil, die Buchhaltung anhand der einfacheren Einnahmen-Ausgaben-Rechnung vorzunehmen, was für einen geringeren Aufwand in Sachen Buchführung sorgt

  • Es muss nur einer einer der KG-Komplementäre die gewerberechtliche Befähigung erbringen, sofern das aufgrund der Tätigkeit(en) der Gesellschaft erforderlich ist

  • Die Rolle der bzw. des Kommanditisten in der KG kann flexibel gestaltet werden:
    - Reine Kapitalbeteiligung
    - Echtes Dienstverhältnis
    - Selbständig erwerbstätig


Gründung einer KG: Steuerliche Vorteile

Eine KG ist kein eigenes Steuerrechtssubjekt - die Gründung einer KG bringt daher auch den entsprechenden steuerrechtlichen Vorteil mit sich:

  • Die Gesellschaft selbst ist nicht einkommensteuerpflichtig

Der Gewinn der KG wird auf Ebene der Gesellschaft festgestellt und auf die Gesellschafter verteilt - daher sind die Einkommensteuer betreffend in der KG auch nur diese Steuersubjekte und haben die Einkommensteuer abzuführen.
Das kann zu Vorteilen in der Besteuerung für die Gesellschafter führen - beispielsweise im Vergleich zu, je nach Umsatzhöhen und Größe der Gesellschaft, potenziell auch unvorteilhaften Besteuerung im Zuge einer GmbH.


KG Umsatzsteuer & Lohnabgaben - Betriebliche Steuern:

Die Umsatzsteuer sowie Lohnabgaben wiederum müssen von der Gesellschaft selbst entrichtet werden, auch der Gewinn ist von der KG selbst  zu ermitteln.


KG Steuernummer & Gesellschafter Steuernummer:

Die Gesellschaft und die einzelnen Gesellschafter brauchen aufgrund dieser Bestimmungen auch jeweils eigene Steuernummern.

Die Steuernummer der KG muss dabei unter Vorlage einer Fotokopie des Gesellschaftsvertrags (falls vorhanden, mehr dazu im entsprechenden Kapitel zu den Gründungsschritten auf dieser Seite) und des Firmenbuchauszugs innerhalb eines Monats ab Aufnahme der Tätigkeit beim zuständigen Finanzamt (ortszuständig hinsichtlich Betriebssitz) beantragt werden, die Steuernummern der Gesellschafter sind von diesen beim jeweiligen Wohnsitzfinanzamt zu beantragen (sofern diese noch keine Steuernummer haben).

Diesen grundlegenden Vorteilen stehen aber auch potenzielle Nachteile gegenüber bzw. können diesen gegenüberstehen:


Gründung einer KG: Nachteile

Als potenziell nachteilig - beispielsweise im Vergleich zur entsprechenden Regelung für die Gesellschafter einer GmbH - anhand der Bestimmungen für die unternehmerische Rechtsform kann die Regelung der Haftungsfrage für zumindest einen Teil der Gesellschafter einer KG angesehen werden:

  • Persönliche, unbeschränkte Haftung des Komplementärs der KG
  • Solidarhaftung der Komplementäre, wenn es in der KG mehr als einen Komplemetär gibt

KG: Gewinnverteilung & Entnahmerecht


Die Gewinnverteilung sowie das Entnahmerecht der Gesellschafter in der KG können im Gesellschaftsvertrag geregelt werden. In Ermangelung einer solchen dezidierten Bestimmung regelt das Unternehmensgesetzbuch (UGB) die Gewinn- und Verlustverteilung in der Gesellschaft.

Wenn im Gesellschaftsvertrag der KG keine andere Regelung festgelegt wurde, dann ist den unbeschränkt haftenden Gesellschaftern (Komplementären) zunächst ein ihrer Haftung angemessener Betrag des Jahresgewinns zuzuweisen.

Jedem Arbeitsgesellschafter der KG gebührt darüber hinaus ein den Umständen entsprechender angemessener Betrag. Der restliche Gewinn der KG ist den Gesellschaftern im Verhältnis zu ihrer Beteiligung zuzuweisen.

Jedenfalls ist es empfehlenswert, die konkrete Gewinn- und Verlustverteilung sowie das Entnahmerecht in der KG entsprechend schon im Gesellschaftsvertrag zu regeln, vor allem um späteren Konfliktpotenzialen vorzubeugen.

KG Buchhaltung: Bestimmungen & Merkmale

Bilanzierung & Bilanzierungspflicht | Rechnungslegung & Rechnungslegungspflicht | FreeFinance-Buchhaltung


Wenn eine KG der Rechnungslegungspflicht unterliegt, dann besteht für diese KG auch die Verpflichtung zur Gewinnermittlung mithilfe der Doppelten Buchhaltung (doppelte Buchführung) sowie die Bilanzierungspflicht, sprich die Vorgabe zur Erstellung einer Bilanz.


Rechnungslegungspflicht KG: Regelung

Eine KG unterliegt der Rechnungslegungspflicht, wenn die Gesellschaft in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren einen Umsatz in Höhe von mehr als 700.000 Euro erwirtschaftet oder der Umsatz in einem Geschäftsjahr mehr als 1.000.000 Euro ausmacht.


Rechnungslegungspflicht KG: Eintritt der Verpflichtung

  • Wenn die KG in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren einen Umsatz von mehr als 700.000 Euro aufweist: Rechnungslegungspflicht ab dem zweitfolgenden Geschäftsjahr

  • Wenn die KG in einem Geschäftsjahr einen Umsatz von mehr als 1.000.000 Euro aufweist: Rechnungslegungspflicht bereits ab dem darauf folgenden Geschäftsjahr


Buchhaltung KG: Bestimmungen

Die Bestimmungen für die Buchhaltung einer Personengesellschaft (mit natürlichen Personen als unbeschränkt Haftende) wie der KG, sprich wie die Gesellschaft die Buchführung durchzuführen hat, werden durch die Vorgaben in § 189 Abs 1 Z 2 des Unternehmensgesetzbuches (UGB) definiert.
Nach den dort festgelegten Umsatzschwellenwerten, bei deren Überschreitung die Rechnungslegungspflicht eintritt, hat die KG die eigene Buchhaltung zu organisieren. Das bedeutet konkret, dass die Buchhaltung einer KG wie folgt auszusehen hat - je nach Umsatzhöhe:

Bis 700.000 Euro Umsatz im laufenden Geschäftsjahr

  • Unter Umständen branchenspezifische Pauschalierung
  • Einnahmen-Ausgaben-Rechnung
  • Freiwillige doppelte Buchführung

Bei zweimaligem Überschreiten von 700.000 Euro Umsatz für das Geschäftsjahr

  • Doppelte Buchhaltung nach § 5 EStG verpflichtend

Bei einmaligem Überschreiten von 1.000.000 Euro Umsatz für das Geschäftsjahr

  • Doppelte Buchhaltung nach § 5 EStG verpflichtend

Zu beachten: Ausgenommen aus dieser Regelung sind freie Berufe sowie land- und forstwirtschaftliche Unternehmungen! Für diese kommen die hinsichtlich ihrer Buchführung maßgebenden Umsatzgrenzen formulierten Bestimmungen des § 125 der Bundesabgabenordnung zum Tragen.

Smarte Software für die KG: Buchhaltungslösung KG | KG Buchhaltung


Unternehmen brauchen eine smarte Software

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Gründungschritte: Wie gründe ich eine KG?

Unternehmensgründung | Rechtliche Rahmenbedingungen


Im Folgenden finden Sie die einzelnen Gründungsschritte für eine Firma in der Rechtsform der Kommanditgesellschaft chronologisch angeführt - die dabei maßgebenden Bestimmungen sowie beachtenswerte weitere Punkte sind jeweils beschrieben.

Erster Schritt zur KG: Gesellschaftsvertrag

Gründungsdokument der KG | Vertragliche Basis für die Zusammenarbeit in der KG | Kosten Gesellschaftsvertrag KG


Der erste Schritt zur Gründung einer KG ist die Errichtung und das Abschließen des Gesellschaftsvertrages.

Besonderheit dabei im Zuge der Gründung einer KG:
Der Gesellschaftsvertrag ist den Inhalt und die konkreten Formulierungen betreffend an keine gesetzlichen Bestimmungen und Formvorschriften gebunden. Ebenso muss die Errichtung des Vertrags im Gegensatz zum Vertrag einer GmbH nicht als Notariatsakt erfolgen!

Die Gesellschafter haben den Vertrag für die spätere Zusammenarbeit in der Gesellschaft betreffend also relativ freie Hand - natürlich gibt es aber unbedingt empfohlene Inhalte, welche schon im Gesellschaftsvertrag angeführt und geregelt werden sollten. Immerhin kann das spätere Konfliktpotenziale verhindern.


Gesellschaftsvertrag KG: Funktion & Bedeutung

Der Gesellschaftsvertrag ist das Gründungsdokument der KG. Als solches stellt er zugleich die wichtigste Voraussetzung für die Gründung der KG dar.

Dem Vertrag kommt in mehrerlei Hinsicht - insbesondere die spätere Arbeit der und in der Gesellschaft sowie die maßgeblichen Bestimmungen dafür betreffend - große Bedeutung zu. Der Gesellschaftsvertrag bildet die vertragliche Basis für die Zusammenarbeit in der Gesellschaft und regelt in erster Linie das Verhältnis der Gesellschafter untereinander, daher sollten möglichst alle für die Gesellschafter und die spätere Tätigkeit der Gesellschaft relevanten Punkte im Vertrag klar und konkret erfasst sein.

Die konkreten Ausführungen und Formulierungen im Gesellschaftsvertrag binden die Gesellschafter für die spätere geschäftliche Tätigkeit - als solches soll der Gesellschaftsvertrag eine solide Basis für zukünftige Zusammenarbeit geben.


Gesellschaftsvertrag KG: Inhalt

Für den Gesellschaftsvertrag und dessen Errichtung gilt es bezüglich des Inhalts und der zu formulierenden Regelungen einige Punkte zu beachten:
Der Gesellschaftsvertrag ist grundsätzlich an keine Form und keine formellen Vorgaben gebunden, der Vertrag sollte jedenfalls aber klar und exakt formuliert sein, den Inhalt betreffend gut durchdacht, konkret und alle Eventualitäten abdeckend sein. So sollten im Vertrag bereits alle Rechte und Pflichten der Gesellschafter untereinander und zur Gesellschaft geregelt werden.

  • Gesellschafter: Vor- und Familienname, Geburtsdatum, Adresse

  • Firma: Personen-, Sach- oder Fantasiefirma mit Zusatz „KG“ oder „Kommanditgesellschaft“

  • Sitz der Gesellschaft

  • Gegenstand des Unternehmens: In diesem Punkt sind die von der Gesellschaft auszuübenden Tätigkeiten zu beschreiben.

  • Festlegung der Höhe der von Gesellschaftern zu leistenden Einlagen: Einlagen können als Bar- oder Sacheinlagen sowie als Einbringung der Arbeitskraft vorgenommen werden.

  • Haftsumme Kommanditis(en): Der Betrag, mit welchem der Kommanditist bzw. die Kommanditisten der KG gegenüber den Gesellschaftsgläubigern haftet, sollte auch im Vertrag angeführt sein.

  • Gewinn- und Verlustbeteiligung: Die Beteiligung an der Gesellschaft bestimmt sich nach dem Verhältnis des Wertes der vereinbarten Einlagen (Kapitalanteil). Wenn ein bloßer Arbeitsgesellschafter am Gesellschaftsvermögen beteiligt werden soll, dann ist eine entsprechende Regelung im Vertrag tu treffen bzw. wird diese empfohlen.

Regelung zur Geschäftsführung:

Hier muss zunächst zwischen gewöhnlichen und außergewöhnlichen Geschäften unterschieden werden. Für gewöhnliche Geschäftsführungsmaßnahmen sind allein die Komplementäre der KG befugt - dabei jeder für sich alleine.
Kommanditisten der KG sind entsprechend von der gewöhnlichen Geschäftsführung ausgeschlossen.
Im Vertrag können jedoch abweichende Regelungen festgelegt werden.

Außergewöhnliche Geschäftsführungsmaßnahmen bedürfen der Zustimmung aller Gesellschafter, dabei sind also die Kommanditisten der KG befugt.

Regelung zur Vertretung der KG:

Die KG vertreten dürfen nur die Komplementäre - dabei jeder für sich alleine. Die Vertretungsbefugnis für die KG umfasst sowohl gewöhnliche als auch außergewöhnliche Geschäfte, es gibt dabei keine Differenzierung. Auch dabei sind abweichende Regelungen im Vertrag möglich, beispielsweise anhand der Bestimmung für eine Gesamtvertretung der KG.

Solche Regelungen müssen auch im Firmenbuch eingetragen werden. Kommanditisten der KG sind grundsätzlich ist von der KG-Vertretung ausgeschlossen, dabei kann auch im Vertrag keine andere Regelung und Bestimmung gefasst werden. Die Vertretung obliegt somit ausschließlich den KG-Komplementären.
Einzige Ausnahme: Rechtsgeschäftliche Vertretung wie z.B. Prokura oder Handlungsvollmacht kann Kommanditisten eingeräumt werden.

  • Regelung zum Abstimmungsverhältnis (Gesellschafterbeschlüsse) für wichtige Entscheidungen - andernfalls sieht die Gesetzgebung eine Einstimmigkeit vor!

  • Regelungen für den Fall des Todes eines Gesellschafters

  • Regelungen für das Ausscheiden eines Gesellschafters

  • Regelung für Auflösung der Gesellschaft: Auflösungsgründe bzw. Regelungen darüber, was im Falle des Konkurses der KG mit Vermögen eines Gesellschafters zu geschehen hat.

  • Festhalten des Wettbewerbsverbots: Die gesetzliche Regelung untersagt es Komplementären einer KG, sich ohne Einwilligung der anderen Gesellschafter im selben Geschäftszweig der Gesellschaft zu betätigen bzw. sich an einer anderen gleichartigen Gesellschaft als unbeschränkt haftender Gesellschafter zu beteiligen. Diese Regelung gilt nicht für Kommanditisten einer KG.

Weiterführender (optionaler) Vertragsinhalt:

  • Beginn und Dauer der Gesellschaft: In der Regel wird die Gesellschaft auf unbestimmte Dauer errichtet.

  • Geschäftsjahr: Entspricht in der Regel dem Kalenderjahr; ein davon abweichendes Wirtschaftsjahr ist möglich.

  • Weitere, je nach Gesellschaftsumfang, Gesellschaftern und Gegenstand des Unternehmens relevante, Regelungen

Inhalte Gesellschaftsverträge & Checklisten je Rechtsform inkl. empfohlener Inhalte

Weiterführende Informationen zu den vorgesehenen, sinnvollen und empfohlenen Inhalten und Regelungen eines Gesellschaftsvertrags finden Sie direkt im Kapitel über die Vertragsinhalte mit Ausführungen je Rechtsform in unserem Beitrag zum Thema Gesellschaftsvertrag!

Kosten für die Errichtung des Gesellschaftsvertrages KG

Im Zuge der Vertragserrichtung für eine KG sind die Kosten im Regelfall niedriger als bei einer Personengesellschaft Kapitalgesellschaft wie der GmbH.

Bei der Frage nach den Kosten für die Errichtung des Gesellschaftsvertrages KG muss immer der Aufwand im Einzelfall betrachtet werden - Vertrag ist nicht an eine bestimmte Form oder Vorschrift gebunden, daher sind die Kosten für die Errichtung mit oder ohne Rechtsbeistand sowie je nach Vertragsumfang unterschiedlich hoch.
Als Orientierung bietet das Portal des Gründerservice der Wirtschaftskammer Österreich die folgenden Angaben zu den Kosten:

Vertragserrichtung KG: Notar oder Rechtsanwalt

  • Kostenpunkt ca. 1.000 EUR

Quelle der Angaben: Infoseite Gründungskosten - Übersicht nach Unternehmensform im Portal des Gründungservice der Wirtschaftskammer Österreich
Zu beachten: Diese Angaben sind Richtwerte und sollen als Orientierungshilfe dienen - die Preise können je nach Umfang der Gesellschaft und des Gesellschaftsvertrags variieren!

Weiterführende Informationen zu den Kosten der Vertragserrichtung KG sowie der Frage, ob diese Errichtungskosten auch von der Versicherung übernommen werden bzw. übernommen werden können, finden Sie im entsprechenden Kapitel unseres Beitrags zum Thema Gesellschaftsvertrag!

Eintragung ins Firmenbuch: Firmenregistrierung

Alle Personen- und Kapitalgesellschaften sowie Genossenschaften sind dazu verpflichtet, sich in das sogenannte Firmenbuch einzutragen. Das gilt also auch für die KG als Personengesellschaft!

Eine KG entsteht erst mit der Eintragung ins Firmenbuch - und kann erst danach ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen. Die Eintragung der Gesellschaft ist der eigentlichen Geschäftstätigkeit also vorgelagert.
Weiters muss die Eintragung ins Firmenbuch durch sämtliche Geschäftsführer, die via Beschluss bestellt wurden, anhand notarieller oder gerichtlicher Beglaubigung der Unterschriften erfolgen.


Firmenbucheintragung KG: Kosten

Die Kosten für die Eintragung in das österreichische Firmenbuch sind je nach gewählter Rechtsform unterschiedlich, im Zuge der Gründung einer KG betragen diese:

  • Ca. 260 Euro Euro für die Eintragung der KG ins Firmenbuch


Gebührenberfreiung beim Firmenbucheintrag

Für Neugründungen und Betriebsübernahmen sind gemäß Neugründungs-Förderungsgesetz (NeuFöG) keine Gebühren zu entrichten. Die Voraussetzung dafür ist jedoch eine Beratungsbestätigung der Wirtschaftskammer (Gewerbetreibende) bzw. der Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS) (Neue Selbstständige)!


Firmenwortlaut für die Eintragung

Die zu gründende Firma muss hinsichtlich Firmenname zur Kennzeichnung des Unternehmens geeignet sein und Unterscheidungskraft besitzen. Die Bezeichnung "Kommanditgesellschaft" muss ebenso in der Firmenbezeichnung bzw. im Namen des Unternehmens enthalten sein - wobei diese Bezeichnung auch abgekürzt werden kann: "KG".
Außerdem: Wenn die Wahl auf eine Namensfirma fällt, kann nur der Name eines unbeschränkt haftenden Gesellschafters, also Komplementärs der KGin den Firmenwortlaut aufgenommen werden!

Weiterführende Informationen: Firmenbuch Österreich | Firmenbucheintrag

Weiterführende Informationen, alle Details und Hintergrundwissen zum österreichischen Firmenbuch und der Eintragung von Unternehmen je Rechtsform in dieses sowie den Auskünften zu Firmenbuchnummer und Einsichtnahme ins Firmenbuch (Firmenbuchabfrage) finden Sie hier!

Gewerbe KG anmelden & Bestellung gewerberechtlicher Geschäftsführer

Gewerbeanmeldung KG | Gewerbeberechtigung KG: Gewerberechtsträger ist die Gesellschaft als solches


Zu beachten: Wenn eine Kommanditgesellschaft gewerblich tätig werden will, muss sie um eine Gewerbeberechtigung ansuchen, die auf die Gesellschaft lautet!

Die Gewerbeberechtigung wird durch eine formlose Anmeldung bei der zuständigen Gewerbebehörde (mehr dazu weiter unten in diesem Kapitel) erlangt, wenn dabei alle unten angeführten Voraussetzungen nachgewiesen werden.

Für die Gewerbeanmeldung einer KG muss außerdem der Auszug aus dem Firmenbuch vorgelegt werden - wobei dieser nicht älter als 6 Monate sein darf! Für die Besorgung des Firmenbuchauszugs kann die Gewerbebehörde herangezogen werden, dieser sind dabei allerdings die Kosten dafür zu ersetzen!

Die  Anzeige zur Gewerbeanmeldung sollte die folgenden Angaben enthalten:

  • Name des Gewerbeinhabers
  • Gewerbewortlaut
  • Gewerbestandort
  • Gegebenenfalls Standort der weiteren Betriebsstätte (Filiale)
  • GISA-Zahl
  • Personaldaten des Geschäftsführers/der Geschäftsführer

Gewerbeberechtigung KG: Voraussetzungen

Als Allgemeine Voraussetzungen zur Gewerbeberechtigung bei juristischen Personen wie der KG (sowie bei OG und Kapitalgesellschaften wie GmbH, AG) müssen die folgenden grundlegenden Gewerbeantrittsvoraussetzungen erfüllt werden:

  • Kein mangels kostendeckenden Vermögens nicht eröffnetes oder aufgehobenes Insolvenzverfahren (bei der Versicherungsvermittlung auch Eröffnung des Insolvenzverfahrens)

  • Nichtvorliegen von Ausschlussgründen bei Personen mit maßgeblichem Einfluss auf den Geschäftsbetrieb der Gesellschaft, wie z.B. maßgeblich beteiligte Gesellschafter, Geschäftsführer, usw.

  • Bestellung eines geeigneten gewerberechtlichen Geschäftsführers

Weiterführende Angaben zu Voraussetzungen und Erlangung einer Gewerbeberechtigung finden Sie auch auf der entsprechenden Infoseite der Wirtschaftskammer Österreich.


Bestellung eines gewerberechtlichen Geschäftsführers

Juristische Personen wie unter anderem Gesellschaften, beispielsweise die KG, müssen gemäß Bestimmungen in den Paragrafen 9, 13, 16, 39, 47 der dabei maßgebenden Gewerbeordnung (GewO) einen gewerberechtlichen Geschäftsführer bestellen, um folglich das bzw. ein Gewerbe auch ausüben zu können.

Sofern die Bestellung der gewerberechtlichen Geschäftsführer nicht bereits im Gesellschaftsvertrag via Beschluss über die Bestellung vorgenommen wurde, hat dieser Beschluss im Zuge der Gewerbeanmeldung zu erfolgen.

Der gewerberechtliche Geschäftsführer wird vom Gewerbeinhaber unter Erteilung selbstverantwortlicher Anordnungsbefugnis eingesetzt – folglich ist dieser für die Einhaltung der gewerberechtlichen Vorschriften und die fachlich einwandfreie Gewerbeausübung verantwortlich.
Auch für die Ausübung des Gewerbes in einer weiteren Betriebsstätte, z.B. einer Filiale des Unternehmens, kann ein Filialgeschäftsführer bestellt werden - dieser ist dann entsprechend für die Einhaltung der gewerberechtlichen Vorschriften in dieser weiteren Betriebsstätte verantwortlich.

Erfüllung der für die Ausübung des Gewerbes vorgeschriebenen persönlichen Voraussetzungen:

  • Staatsangehörigkeit: Österreich, EWR-Vertragsstaaten, Schweiz, andere Drittstaaten mit Aufenthaltsberechtigung
  • Wohnsitz im Inland, in einem EWR-Vertragsstaat oder in der Schweiz
  • Eigenberechtigung: ab 18 Jahren
  • Keine Gewerbeausschlussgründe (z.B. Finanzstrafdelikte, gerichtliche Verurteilung)
    Unter bestimmten Voraussetzungen kann Nachsicht vom Gewerbeausschluss erteilt werden.
  • Örtliche und zeitliche Möglichkeit der Betätigung im Betrieb (z.B. Wohnsitz in der Nähe)
  • Nachweisliche Zustimmung zur Erteilung der selbstverantwortlichen Anordnungsbefugnis und zur Bestellung

Bei reglementierten Gewerben:

  • Befähigungsnachweis oder
  • Rechtswirksame Feststellung der individuellen Befähigung oder
  • Bescheid über die Anerkennung bzw. Gleichhaltung von EWR-Befähigungsnachweisen


Quelle der Angaben:
Infoseite "Bestellung gewerberechtlicher Geschäftsführer" im Unternehmensservice Portal (Hg. Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort).

Gewerbeanmeldung KG: Zuständige Behörde

Die zuständige Gewerbebehörde ist die Bezirksverwaltungsbehörde des Gewerbestandortes, das heißt je nach Standort:

  • Die Bezirkshauptmannschaft
  • Der Magistrat der Stadt
  • In Wien das zuständige Magistratische Bezirksamt


Gewerbeanmeldung KG: Gewerbelizenz (seit 1.5.2018)

Die Gewerbelizenz fasst alle Gewerbeberechtigungen zusammen, wobei für bisherige Gewerbeinhaber kein Handlungsbedarf besteht.

Kosten Gewerbeanmeldung KG

Die Gewerbeanmeldung ist kostenlos!

Zu beachten: Gewerbe mit Rechtskraftvorbehalt bei der Gewerbeanmeldung

Bei Gewerben mit Rechtskraftvorbehalt muss die Rechtskraft des Bescheides über die Zuverlässigkeit abgewartet werden, außerdem gilt:

  • Nachsichten, Anerkennungen oder Gleichhaltungen, die spätestens zum Zeitpunkt der Gewerbeanmeldung beantragt wurden, sind innerhalb der dreimonatigen Erledigungsfrist mit Wirksamkeit des Einlangens der Gewerbeanmeldung zu berücksichtigen.
  • Einzelne Gewerbe müssen darüber hinaus eine Haftpflichtversicherung bzw. Haftungsabsicherung nachweisen (z.B. Baugewerbe, Immobilientreuhänder, Versicherungsvermittler, Vermögensberater).

Meldung beim Finanzamt & Anmeldung der Dienstnehmer


Finanzamt: Betriebseröffnungsanzeige der KG

Für die KG muss innerhalb eines Monats ab der Gewerbeanmeldung die Betriebseröffnung beim zuständigen Finanzamt mittels des Formulars Verf 16 angezeigt werden.


Anmeldung der Dienstnehmer der KG

Wie jedes andere Unternehmen auch, müssen die Dienstnehmer der KG gemäß den Bestimmungen in Paragrafen 33, 41 Allgemeines Sozialversicherungsgesetz (ASVG) angemeldet werden. Dabei gilt es die folgenden Punkte zu beachten:

  • Jede voll- oder teilversicherte beschäftigte Person muss durch den Dienstgeber vor Arbeitsantritt beim zuständigen Krankenversicherungsträger angemeldet werden
  • Bei einer Vor-Ort-Anmeldung muss eine elektronische Anmeldung binnen sieben Tagen ab dem Beginn der Pflichtversicherung nachgeholt werden


Versicherung der Gesellschafter der KG

Für die Gesellschafter der KG besteht die Pflichtversicherung nach dem Gewerblichen Sozialversicherungsgesetz (GSVG), wenn die Gesellschaft über eine Gewerbeberechtigung verfügt.
Weiters sind alle vollhaftenden Gesellschafter der KG, also die Komplementäre, in der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) pflichtversichert.

  • Daten des Dienstgebers (Beitragskontonummer etc.)
  • Namen der Beschäftigten
  • Versicherungsnummer bzw. Geburtsdatum der jeweiligen Person
  • Tag der Beschäftigungsaufnahme
  • Versicherungsumfang (Voll- oder Teilversicherung)
  • Beschäftigungsbereich (Arbeiter, Angestellter, etc.)
  • Beginn der betrieblichen Vorsorge
  • Angabe, ob ein freier Dienstvertrag vorliegt

Kosten Anmeldung Dienstnehmer KG

Für die Anmeldung der Dienstnehmer beim zuständigen Krankenversicherungsträger fallen keine Kosten an!

Verfahrensablauf der Dienstnehmeranmeldung

Die Anmeldung gilt als erstattet, wenn sie mittels elektronischem Datenaustausch mit den österreichischen Sozialversicherungsträgern (ELDA ÖGK)  gemäß den vom Dachverband der österreichischen Sozialversicherung festgelegten einheitlichen Datensätzen an den Krankenversicherungsträger übermittelt wird.

Zu beachten: unzulässige Wege der Dienstnehmeranmeldungen

Meldungen über Dienstnehmer auf anderen Wegen, insbesondere in Papierform, mittels E-Mail oder telefonisch, sind grundsätzlich nicht gestattet! Dementsprechend gelten Meldungen auf diesen Wegen auch als nicht erstattet.

Gründungsförderungen KG

Förderungsmöglichkeiten für Neugründungen KG: Neugründungs-Förderungsgesetz


Durch die Bestimmungen im Neugründungs-Förderungsgesetz (NeuFöG) werden Unternehmensneugründungen von bestimmten Abgaben bzw. Gebühren und Steuern befreit, die im direkten Zusammenhang mit der Neugründung entstehen, befreit.

Wichtig dabei: Nicht zulässig für diese Förderungen sind bloße Änderung der Rechtsform in Bezug auf einen bereits vorhandenen Betrieb! Auch ein reiner Wechsel des Betriebsinhabers bei einem bereits vorhandenen Betrieb - auch durch entgeltliche oder unentgeltliche Betriebsübertragung - ermöglicht die Inanspruchnahme der Förderungen nicht.

Die Förderungen gemäß NeuFöG betreffen insbesondere:


Stempelgebühren, Bundesverwaltungsabgaben (sofern umittelbar durch Neugründung veranlasst):

  • Antrag: Berechtigung zur Ausübung des Buchhalters, Bilanzbuchhalters, Personalverrechners - laut Bilanzbuchhaltungsgesetz - bei Geschäftsstelle der Bilanzbuchhaltungsbehörde
  • Gründungsbedingte Niederlassungsbewilligungen, Aufenthaltsbewilligungen
  • Kenntnisnahme, Bewilligung von Geschäftsführerbestellungen


Grunderwerbssteuer:

  • Befreiung von der Grunderwerbssteuer: Gilt für Einbringung von Grundstücken auf gesellschaftsvertraglicher Grundlage bei unmittelbarem Zusammenhang mit einer Neugründung
  • Befreiung tritt ein, wenn eine Grunderwerbssteuer unmittelbar auf den Gründungsvorgang entfällt. Das heißt, nur Gründungseinlagen von Grundstücken in neu gegründete Gesellschaften, wenn diese eine Gegenleistung für die Gewährung von Gesellschaftsrechten oder Anteilen am Vermögen der Gesellschaft darstellen
  • Voraussetzung: Vorliegender Gesellschaftsvertrag als Grundlage für die Einbringung des Grundstückes, Vorliegen der Gesellschaft als selbständiger Rechtsträger, Übertragung eines Grundstückes durch einen Gesellschafter als Sacheinlage aus Anlass der Neugründung


Gerichtsgebühren für Eintragungen ins Firmenbuch:

  • Gebührenbefreite Neueintragungen in Zusammenhang mit Betriebsneugründung: Firma, Sitz, Geschäftsanschrift, Inhaber, Musterzeichnung, persönlich haftende Gesellschafter, Geschäftsführer


Gerichtsgebühren für Eintragungen ins Grundbuch:

  • Gebührenbefreite Eintragungen: Einbringung von Grundstücken auf gesellschaftsrechtlicher Grundlage - bei unmittelbarem Zusammenhang mit Neugründung der Gesellschaft soweit Gesellschaftsrechte oder Anteile am Vermögen der Gesellschaft als Gegenleistung gewährt werden

Zu beachten: Diese Bestimmung über Gebührenbefreiung gilt parallel zur Regelung über die Befreiung von der Grunderwerbsteuer!


Lohnabgaben:

Die Gebührenbefreiung für Lohnabgaben gilt bei folgenden im Kalendermonat der Neugründung sowie den darauf folgenden 35 Kalendermonaten anfallenden Lohnabgaben für beschäftigte Dienstnehmer:

  • Dienstgeberbeiträge zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF)
  • Zuschläge zum Dienstgeberbeitrag (Kammerumlage 2) für Arbeitnehmer, freie Dienstnehmer und an Kapitalgesellschaften beteiligte Personen gem. § 22 Z. 2 EStG (z. B. wesentlich beteiligte Gesellschafter-Geschäftsführer)
  • Wohnbauförderungsbeiträge des Dienstgebers
  • Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung vom Entgelt der in § 4 Z. 1 ASVG genannten Personen

Zu beachten - Inanspruchname der Lohnnebenkostenförderungen:

Die Lohnnebenkostenbegünstigung kann innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren ab Gründung (Gründungsmonat plus 35 Monate) in Anspruch genommen werden. Dabei gilt die Begünstigung innerhalb dieses Zeitraums ab Inanspruchnahme für maximal 12 Monate, wobei Laufzeit der Förderung  mit dem Beschäftigungsmonat des ersten Arbeitnehmers zu laufen beginnt!

Förderungen gemäß NeuFöG: Direkter Zusammenhang mit Neugründung

Grundsätzlich gilt: Es können alle mit der Neugründung innerhalb von 30 Kalendertagen erfolgten Gründungshandlungen, sprich daraus resultierenden bestimmten Abgaben bzw. Gebühren und Steuern, als unmittelbar mit der Neugründung zusammenhängend betrachtet und für die Förderungen herangezogen werden - außer bestimmte Umstände sprechen im Einzelfall gegen eine solche Zusammenrechnung.

Förderungsmöglichkeiten für Neugründungen KG: Neugründungs-Förderungsgesetz - Voraussetzungen


Um die in diesem Kapitel angeführten Förderungen in Anspruch nehmen zu können und entsprechend der Bestimmungen dafür als Neugründer zu gelten, müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Es muss sich um die Schaffung einer bisher nicht vorhandenen betrieblichen Struktur durch Neugründung eines gewerblichen, land- und forstwirtschaftlichen oder dem selbständigen Erwerb dienenden Betriebes handeln.

  • Personen der Betriebsführung bzw. Betriebsinhaber dürfen sich innerhalb der letzten 5 Jahre weder im Inland noch im Ausland in vergleichbarer Art, das heißt im Sinne der Systematik der Wirtschaftstätigkeiten anhand der ÖNACE in geltender Fassung (Hg. Bundesanstalt Statistik Österreich), betrieblich betätigt haben.


Neugründungsförderung KG: Wer gilt als Betreibsinhaber?

Grundlegend: Betriebsinhaber ist jene Person bzw. sind jene Personen, welche die Betriebsführung maßgeblich beherrschen - ungeachtet allfälliger gesellschaftsvertraglicher Sonderbestimmungen.

Im Detail: Betriebsinhaber einer KG im Sinne des NeuFöG sind:

  • Gesellschafter von Personengesellschaften wie einer KG, die unbeschränkt und persönlich haften und jene beschränkt haftenden Gesellschafter, die entweder zu mindestens 50 % am Vermögen beteiligt oder mehr als 25 % am Vermögen beteiligt und mit der Geschäftsführung betraut sind.

Wie kommt man zur Neugründungsförderung?

Der Betriebsinhaber muss bei jeder in Betracht kommenden Behörde (z.B. Firmenbuchgericht, Finanzamt, Gebietskrankenkasse, Bezirkshauptmannschaft, usw.) rechtzeitig das korrekt ausgefüllte Formular NeuFö2 vorlegen.

Wo bekommt man das NeuFö2-Formular?

  • Zuständig ist die gesetzliche Berufsvertretung, welcher der Betriebsinhaber zuzurechnen ist.

  • Für Mitglieder der Wirtschaftskammer werden die NeuFö-Formulare von den örtlich zuständigen Bezirksstellen, dem Gründerservice bzw. von den Fachgruppen ausgestellt.

  • Wenn der Betriebsinhaber keiner gesetzlichen Berufsvertretung zugerechnet werden kann, ist eine Beratung durch die Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS) in Anspruch zu nehmen.

Weiterführende Informationen: Unternehmensgründung in Österreich

Unternehmensgründung Österreich | Schritte der Unternehmensgründung in Österreich je Rechtsform

Alle weiterführenden Informationen zur Unternehmensgründung in Österreich und zu den einzelnen konkreten Gründungsschritten je Rechtsform des jeweiligen zu gründenden Unternehmens - inklusive Informationen zu Gewerbeberechtigung und Sozialversicherung - finden auf unserer Ratgeber-Seite rund um das Thema Unternehmensgründung in Österreich!

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Zusammenfassung

Eine Kommanditgesellschaft, kurz KG, ist eine unternehmerische Rechtsform in Österreich. Die KG ist eine Personengesellschaft und hat als juristische Person eine eigene Rechtspersönlichkeit. Das bedeutet, dass eine KG die Möglichkeit hat, Rechte zu erwerben, Verbindlichkeiten einzugehen sowie zu klagen und geklagt zu werden.

Für die Gründung einer KG ist sind zumindest zwei Gesellschafter nötig, wobei im Zuge der KG besondere Bestimmungen zum Tragen kommen:
Die Haftung der Gesellschafter gegenüber Geschäftsgläubigern der KG ist so aufgeteilt, dass zumindest bei einem Gesellschafter, dem Kommanditisten, die Haftung auf einen bestimmten Betrag beschränkt ist, während zumindest ein anderer Gesellschafter, der Komplementär, unbeschränkt haftet. Für alle Kommanditisten einer KG ergibt sich somit der Vorteil der beschränkten Haftung, ähnlich der Bestimmungen für eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH).

Zwischen zumindest einem Kommanditisten und ebenso zumindest einem Komplementär der KG wird der Gesellschaftsvertrag als Gründungsdokument und Grundlage für die spätere Zusammenarbeit in der Gesellschaft sowie das Geschäft des Unternehmens errichtet und geschlossen - der Vertrag als solches ist dabei an keine Formvorschriften und inhaltlichen Bestimmungen gebunden. Es gibt jedoch einige beachtenswerte Punkte und unbedingt empfohlene Inhalte, welche im entsprechenden Kapitel dieses Ratgebers angeführt sind.
Dem Vertrag kommt auch insofern größte Bedeutung zu, als dass sich anhand der darin getroffenen Bestimmungen und Formulierungen für die Zusammenarbeit in der Gesellschaft und im Verhältnis der Gesellschafter zueinander und zur Gesellschaft spätere Konfliktpotenziale vermeiden lassen.

Bei einer KG sind durch die Gesellschafter Einlagen in frei wählbarer Höhe zu leisten, wobei diese als Bar- oder Sacheinlagen sowie als Einbringung der Arbeitskraft vorgenommen werden können.

Die KG entsteht erst durch die Eintragung ins Firmenbuch.

Wesentliche Argumente für die Gründung einer KG sind die vergleichsweise rasche und einfache Gründung, aufgrund der Bestimmungen für die Buchführung je nach Umsatzhöhe die Möglichkeit der Gewinnermittlung durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung bis Bilanzierungspflicht und Doppelte Buchhaltung, sowie der Umstand, dass nur einer KG-Komplementäre die gewerberechtliche Befähigung erbringen muss, sofern das aufgrund der Tätigkeit(en) der Gesellschaft erforderlich ist.

Weiters ist die KG kein eigenes Steuerrechtssubjekt - die Gründung einer KG bringt daher auch den Vorteil mit sich, dass die Gesellschaft selbst nicht einkommensteuerpflichtig ist.

Auch für die Gründung einer KG gelten die Bestimmungen im Neugründungs-Förderungsgesetz (NeuFöG), die Unternehmensneugründungen von bestimmten Abgaben bzw. Gebühren und Steuern befreien, die im direkten Zusammenhang mit der Neugründung entstehen - sofern die Voraussetzungen dafür auch erfüllt sind.

Weitere Informationen & Quellen

Quellen: