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Jungunternehmerförderung für Gründer

Neugründungen stellen immer eine Herausforderung dar - auch in finanzieller Hinsicht. Um Jungunternehmern den Schritt in die Selbstständigkeit attraktiver zu machen und Sicherheiten zu bieten, gibt es in Österreich Förderungen, durch die vor allem bestimmte Gebühren und Steuern nicht gezahlt werden müssen.

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Auf einen Blick

Wissen kompakt zusammengefasst

  • ​​In Österreich regelt das sogenannte Neugründungs-Förderungsgesetz, kurz NeuFöG, Begünstigungen und Förderungen, die im Zuge von Betriebsgründungen gewährt werden können.
  • Die Förderungen betreffen in erster Linie Abgaben, Gebühren und Steuern, die in direktem Zusammenhang mit der jeweiligen Unternehmensgründung stehen.
  • Damit diese Förderungen in Anspruch genommen werden können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden - und es muss sich um eine Neugründung eines Betriebes handeln.

Förderungen für Gründer: Bestimmungen

Neugründungs-Förderungsgesetz (NeuFöG) | Bestimmungen


Die Gründung eines Unternehmens und der Schritt in die eigene Selbstständigkeit bedeuten immer gewisse Herausforderungen - auch durch bestimmte finanzielle Hürden.

Viele Faktoren spielen eine Rolle und sind zu beachten, viele Unwägbarkeiten können sich ergeben und vor allem müssen bestimmte Gründungskosten bedient werden.
Um angehenden Unternehmern in Österreich die Unternehmensgründung attraktiver zu machen und durch Wegfall bestimmter finanzieller Gründungshürden zusätzliche Sicherheit zu bieten, gibt es aber bestimmte attraktive Förderungen für Jungunternehmer und Neugründer.


Das Neugründungs-Förderungsgesetz

In Österreich regelt das sogenannte Neugründungs-Förderungsgesetz, kurz NeuFöG, Begünstigungen und Förderungen, die bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen für Betriebsgründungen gewährt werden.

Diese Förderungen betreffen in erster Linie Abgaben und Gebühren, die in direktem Zusammenhang mit der jeweiligen Unternehmensgründung stehen - sofern es sich um eine Neugründung handelt.

Neugründung: Definition

Um als Neugründer, umgangssprachlicher Jungunternehmer, oder Neugründung eines Unternehmens zu gelten und die Förderungen gemäß NeuFög beanspruchen zu können, müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Schaffung einer nicht schon vorher existierenden betrieblichen Struktur durch die Neugründung eines gewerblichen, land- und forstwirtschaftlichen Betriebes oder eines Betriebes, der dem selbstständigen oder freiberuflichen Erwerb dient.
  • Betriebsinhaber, das sind jene Personen, die tatsächlich die Betriebsführung des Unternehmens innehaben, dürfen sich weder im Inland noch im Ausland innerhalb der letzten 5 Jahre in einer vergleichbaren Art betriebsführend betätigt haben.

Die Interpretation als vergleichbare Art ergibt sich aus der Klassifikation der Wirtschaftstätigkeiten anhand der ÖNACE-Datenbank in geltender Fassung, die von der Bundesanstalt Statistik Österreich herausgegeben wird. Das heißt, bezüglich unzulässiger Vergleichbarkeit kommt es nicht auf den Gewerbewortlaut des Betriebes an, sondern auf den Umstand, ob die erneute Tätigkeit in die selbe Wirtschaftsklasse der ÖNACE-Datenbank fällt.

Betrieb: Definition

Um als neu gegründetes Unternehmen im Sinne des NeuFöG für die entsprechenden Förderungen infrage zu kommen, müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Ein Betrieb im Sinne des NeuFöG ist ein Zusammenschluss aus menschlicher Arbeitskraft und sachlicher Betriebsmittel, der in organisatorischer Einheit der Erzielung von betrieblichen Einkünften dient.
  • Die reine Änderung der Rechtsform eines bereits existierenden Unternehmens gilt nicht als Neugründung.
  • Der reine Wechsel der Betriebsinhaber bzw. der betriebsführenden Person durch Betriebsübertragung ist kein Kriterium im Sinne des NeuFöG, da es sich auch um eine bereits zuvor existierende Firma handelt.

Betriebsinhaber: Definition

Betriebsinhaber ist immer die natürliche oder juristische Person, der die Betriebsführung obliegt. Das können auch mehrere Personen sein.

  • Diese Definition gilt ungeachtet allfälliger Sonderbestimmungen, die durch entsprechende Regelung im Gesellschaftsvertrag eines Unternehmens andere Bestimmungen für die Betriebsführung festlegen können.

Betriebsinhaber im Sinne des NeuFöG sind daher vor allem:

  • Einzelunternehmer (EPU) bzw. Kleinunternehmer
  • Unbeschränkt und persönlich haftende Gesellschafter von Personengesellschaften (KG, OG)
  • Nicht unbeschränkt persönlich haftende Gesellschafter von Personengesellschaften, die entweder zu mindestens 50 % am Vermögen der Gesellschaft beteiligt sind oder zu mehr als 25 % am Vermögen der Gesellschaft beteiligt und zusätzlich zur Geschäftsführung befugt sind.
  • Gesellschafter von Kapitalgesellschaften wie der GmbH, die entweder zu mindestens 50 % am Vermögen der Gesellschaft beteiligt sind oder zu mehr als 25 % am Vermögen der Gesellschaft beteiligt und zusätzlich zur Geschäftsführung befugt sind.

Welche Förderungen gibt es?

Förderungen & Begünstigungen gem. NeuFöG im Detail


Die Neugründerförderungen betreffen Gebühren, Abgaben und Steuern, die immer in direktem Zusammenhang mit der Neugründung anfallen müssen. Im Folgenden sind die beantragbaren Jungunternehmerförderungen und Kostenpositionen aufgelistet:


Gebühren & Abgaben

Im Zuge der Förderung entfallen ausschließlich die Stempelgebühren und Bundesverwaltungsabgaben, die durch die Neugründung unmittelbar entstehen. Vor allem sind das:

  • Antrag für die Berechtigung zur Ausübung des Buchhalters, Bilanzbuchhalters und Personalverrechners bei der Geschäftsstelle der Bilanzbuchhaltungsbehörde (gem. Bilanzbuchhaltungsgesetz 2014)
  • Durch die Gründung veranlasste Niederlassungsbewilligungen & Aufenthaltsbewilligungen
  • Gebühren im Zuge der Geschäftsführerbestellungen

Zu beachten: Nicht unter die Befreiung fallen Kosten für Schriften und Amtshandlungen, die im Vorfeld der Neugründung anfallen.

Daher gibt es keine Befreiung für folgende Gebühren und Abgaben:

  • Kosten für Meisterprüfungszeugnisse, Staatsbürgerschaftsnachweise, Ansuchen um Erteilung einer Baubewilligung, etc.
  • Abgaben für Rechtsgeschäfte, die durch die Neugründung veranlasst sind, z.B. Gebühren für Bestandverträge.


Grunderwerbsteuer

Diese Steuerbefreiung gilt für die Einbringung von Grundstücken auf gesellschaftsvertraglicher Grundlage nur dann, wenn sie im unmittelbaren Zusammenhang mit der Neugründung steht. Voraussetzungen sind im Detail:

  • Die Befreiung wird daher nur gewährt, wenn eine Grunderwerbsteuer unmittelbar auf den Gründungsvorgang entfällt. Das heißt, nur wenn Gründungseinlagen von Grundstücken in neu gegründete Gesellschaften eine Gegenleistung für die Gewährung von Gesellschaftsrechten oder Anteilen am Vermögen der Gesellschaft darstellen.
  • Vorhandensein eines Gesellschaftsvertrages als Grundlage für die Einbringung des Grundstückes.
  • Vorliegen einer Gesellschaft als selbständiger Rechtsträger.
  • Übertragung eines Grundstückes durch einen Gesellschafter als Sacheinlage anlässlich der Neugründung.


Gebühren für Eintragung ins Firmenbuch

Die Förderung sieht eine Befreiung von Gebühren vor, die unmittelbar mit der Neugründung zusammenhängende Eintragungsgebühren betreffen, das heißt es muss sich um Neueintragungen handeln. Das sind:

  • Firma & Firmensitz, Geschäftsanschrift
  • Inhaber & Musterzeichnung
  • Daten der persönlich haftenden Gesellschafter & Geschäftsführer
  • Die Befreiung gilt auch für Neugründung von eingetragenen Einzelunternehmen mit dem Zusatz „e.U.“

Zu beachten - keine Gebührenbefreiung gibt es für: Gebühren für den Firmenbuchauszug, wenn dieser nicht für die Eintragung ins Gewerberegister erforderlich ist. Ausgenommen ist auch die Unterschriftsbeglaubigung durch Gerichte (gem. TP 11 Gerichtsgebührengesetz).


Gebühren für Eintragung ins Grundbuch

Befreiung von Gebühren im Zuge Einbringung von Grundstücken auf gesellschaftsrechtlicher Grundlage, sofern diese unmittelbaren Zusammenhang mit der Neugründung haben und Gesellschaftsrechte oder Anteile am Vermögen der Gesellschaft als Gegenleistung gewährt werden.

  • Die Befreiung von Eintragungsgebühren des Grundbuchs gilt als parallele Befreiung zur Gebührenbefreiung der Grunderwerbsteuer.
  • Gesellschaften im Sinne der Befreiung sind Kapitalgesellschaften, eingetragene Personengesellschaften, vergleichbare ausländische Gesellschaften und europäische wirtschaftliche Interessensvereinigungen (EWIV)
  • Die Befreiung gilt nicht für Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GesbR), weil diese nicht ins Grundbuch eingetragen werden können.


Lohnabgaben

Die folgend angeführten Abgaben für beschäftigte Dienstnehmer können befreit werden, sofern diese im Gründungsmonat sowie in den darauffolgenden 35 Kalendermonaten anfallen:

  • Dienstgeberbeiträge zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF)
  • Zuschläge zum Dienstgeberbeitrag (Kammerumlage 2) für Arbeitnehmer und freie Dienstnehmer
  • Zuschläge zum Dienstgeberbeitrag (Kammerumlage 2) für an Kapitalgesellschaften beteiligte Personen gem. § 22 Z. 2 EStG (z. B. wesentlich beteiligte Gesellschafter-Geschäftsführer)
  • Wohnbauförderungsbeiträge des Dienstgebers
  • Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung vom Entgelt, wenn die Personen in § 4 (1) ASVG genannt sind

Diese Lohnnebenkostenförderungen können innerhalb von drei Jahren in Anspruch genommen werden, der Anspruch wird gerechnet mit Gründungsmonat plus 35 Monate. Innerhalb dieses Zeitraumes ist die Begünstigung maximal 12 Monate möglich, diese Frist beginnt mit dem Beschäftigungsmonat des ersten Arbeitnehmers zu laufen beginnt.

Zu beachten: Wird der erste Dienstnehmer bereits vor der Neugründung eingestellt, besteht der Anspruch auf die Förderung für 12 Monate ab Zeitpunkt der Neugründung. Eine Einschränkung bei der Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer besteht in den ersten 12 Monaten nicht.

  • Im zweiten und dritten Jahr nach Neugründung des Betriebs steht die Förderung nurmehr für die ersten drei beschäftigten Arbeitnehmer zu - siehe dazu die Neugründungsförderungsrichtlinien (NeuFöR) in aktueller Fassung.

Unmittelbar mit Neugründung zusammenhängend: Definition

Grundsätzlich können alle Gründungshandlungen als direkt mit der Neugründung eines Betriebes zusammenhängend betrachtet werden, wenn diese innerhalb von 30 Kalendertagen rund um die Gründung erfolgen - außer es sprechen im Einzelfall Umstände gegen eine solche zusammenhängende Betrachtung.

Hinweis: Gebührenbefreiungen seit 2017

Mit der Gewerberechtsnovelle 2017 sind bestimmte Eingaben und Abfragen von den Gebühren befreit worden. Das gilt für die folgenden Punkte:

  • Schriften und Zeugnisse, die auf Grundlage der Gewerbeordnung erstellt und ausgestellt werden.
  • Eingaben, die auf das Erstellen und Ausstellen von Schriften auf Grundlage der Gewerbeordnung gerichtet sind.
  • GISA-Auszüge, die bei Gewerbeanmeldungen im Zuge von Neugründungen oder Übernahmen ausgestellt werden.

Beantragung der Förderungen

NeuFöG | Antragsstellung


Damit die Förderungen gemäß NeuFöG zugesprochen werden können, muss der Betriebsinhaber das amtliche Formular NeuFö2 im Original bei der jeweiligen - die konkrete Fördermaßnahme betreffende - Behörde korrekt ausgefüllt einreichen.

Die betreffenden Behörden dafür sind:

  • Bezirkshauptmannschaft
  • Magistrat
  • Finanzamt
  • Gericht
  • Entsprechende Behörden

Das Formular NeuFö2 können Sie direkt unter dem folgenden Link in der Formulardatenbank des Bundesministeriums für Finanzen online aufrufen:


Direkt zu: NeuFö2 – Antrag auf Neugründungsförderungen

Neugründerförderungen nach Unternehmensform

Rechtsformen | Förderungen


Grundsätzlich können die Neugründerförderungen gemäß NeuFöG unabhängig von der Rechtsform des zu gründenden Unternehmens beantragt werden.

Bestimmte Befreiungen können je nach Rechtsform nicht gewährt werden, weil die entsprechenden Gebühren oder Abgaben - wie beispielsweise die Gebühren  für die Eintragung ins Grundbuch bei einer GesbR - mangels Eintragungsmöglichkeit oder Rechtspersönlichkeit der Unternehmensform nicht anfallen.

Durch die folgenden Links gelangen Sie zu den Details und Bestimmungen über die konkreten Förderungen und Anträge für die typischen Rechtsformen in Österreich:

Förderungen nach Tätigkeit & Branche

Förderungen auf Bundesebene


In Österreich gibt es nicht nur die Förderungen, die das NeuFöG regelt, sondern je nach Tätigkeit und Branche, in der Sie sich selbstständig machen möchten, eine ganze Reihe weiterer interessanter Förderungen.

Vor allem lohnt es sich, einen Blick auf die Förderungen auf Bundesebene zu werfen. Sie finden die Details zu diesen weiteren Förderungen direkt hier:


Direkt zu: Selbstständig machen in Österreich - Finanzierungen & Förderungen

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Fragen und Antworten

Um angehenden Unternehmern in Österreich die Unternehmensgründung attraktiver zu machen und durch Wegfall bestimmter finanzieller Gründungshürden zusätzliche Sicherheit zu bieten, gibt es bestimmte attraktive Förderungen für Jungunternehmer und Neugründer.

In Österreich regelt das sogenannte Neugründungs-Förderungsgesetz, kurz NeuFöG, Begünstigungen und Förderungen, die bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen für Betriebsgründungen gewährt werden.

Diese Förderungen betreffen in erster Linie Abgaben und Gebühren, die in direktem Zusammenhang mit der jeweiligen Unternehmensgründung stehen - sofern es sich um eine Neugründung handelt. Die Details dazu finden Sie auf dieser Seite!

Damit die Förderungen gemäß NeuFöG zugesprochen werden können, muss der Betriebsinhaber das amtliche Formular NeuFö2 im Original bei der jeweiligen - die konkrete Fördermaßnahme betreffende - Behörde korrekt ausgefüllt einreichen.

Die betreffenden Behörden dafür sind:

  • Bezirkshauptmannschaft
  • Magistrat
  • Finanzamt
  • Gericht
  • Entsprechende Behörden

Das Formular NeuFö2 können Sie direkt online aufrufen:

NeuFö2 in der Formulardatenbank des Bundesministeriums für Finanzen

Ja - die gibt es!

In Österreich gibt es je nach Tätigkeit und Branche, in der Sie sich selbstständig machen möchten, eine ganze Reihe weiterer interessanter Förderungen.

Vor allem lohnt es sich, einen Blick auf die Förderungen auf Bundesebene zu werfen. Sie finden die Details zu diesen weiteren Förderungen direkt hier:

Direkt zu: Selbstständig machen in Österreich - Finanzierungen & Förderungen

Quellen: