Unecht Umsatzsteuerbefreit

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  1. Hintergrund
  2. FreeFinance
  3. Siehe auch

Hintergrund

Kleinunternehmer und Kleinstunternehmer (idR eine Person, die das jeweilige Unternehmen führt) sind Unternehmer, die unter die Netto-Umsatzgrenze von 35.000 EUR pro Jahr fallen (bis 2006 betrug die Grenze 22.000 EUR und vor der nunmehr gültigen Neuregelung 2020 lag sie bei 30.000 EUR). Sie gehören zur Gruppe der Unecht Umsatzsteuerbefreiten Berufe.

Diese Unternehmer sind der Einfachheit halber ebenfalls von der Umsatzsteuer befreit. Sie dürfen allerdings auch keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Alle Ausgaben werden Brutto, sprich inklusive der Umsatzsteuer, als Ausgaben geltend gemacht. Die Grenze von 35.000 EUR darf einmal in fünf Jahren um 15 % auf 40.250 EUR überzogen werden. Hilfsgeschäfte können außer Acht gelassen werden.

Überschreitet der Unternehmer diese Grenze, so gelten automatisch alle Umsätze inklusive der geltenden Umsatzsteuer. Eine nachträgliche Berichtigung der Rechnungen mit Umsatzsteuer, die den Rechnungsempfänger berechtigt, seinerseits diese als Vorsteuer wiederum abzuziehen, ist möglich.

Weist ein unecht steuerbefreiter Kleinunternehmer in seinen Rechnungen Beträge mit Umsatzsteuer aus, so ist die Umsatzsteuer auch an das Finanzamt abzuführen.
Der unecht steuerbefreite Unternehmer ist von der Aufzeichnungspflicht und der Steuererklärung nicht befreit, sondern hat diese ordnungsgemäß durchzuführen. Bei Umsätzen unter 7.500 EUR pro Jahr entfällt diese USt-Erklärungspflicht.

Kleinunternehmer haben grundsätzlich auch die Möglichkeit, auf die unechte Steuerbefreiung zu verzichten, indem sie beim Finanzamt einen Antrag auf Regelbesteuerung einbringen. Das führt dazu, dass sie allen anderen steuerpflichtigen Unternehmen gleichgestellt werden.

Die Rechnungslegung erfolgt dementsprechend mit Umsatzsteuer. Im Gegenzug kann die Vorsteuer für alle betrieblichen Aufwendungen vom Finanzamt zurückgeholt werden.

Zu beachten: Der Antrag auf Regelbesteuerung bindet Kleinunternehmer für mindestens 5 Jahre. Der Umstieg kann vor allem bei hohen Vorsteuerbeträgen, z.B. im Rahmen der Unternehmensgründung oder auch bei hauptsächlicher Lieferung an vorsteuerbefreite Unternehmen, Vorteile haben.

FreeFinance

Wichtig ist die zentrale Einstellung der Umsatzsteuermethode in der Jahreseinstellung:

Hier wählen Sie Unecht Umsatzsteuerbefreit (siehe § 6 Abs. 1 UStG) und geben im Feld § 6 Abs. 1 Zahl darunter die Zahl Ihrer Berufsgruppe (oder Kleinstunternehmer) an.

Die gesamte Liste der unecht steuerbefreiten Umsätze finden Sie unter § 6 UStG Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes 1994 (UStG).

Einnahmen / Rechnungen

Geben Sie bei Einnahmen oder auf Ihren Rechnungen in der Rechnungslegung keine Umsatzsteuer (0 %) an.

Ausgaben

Sie können die Ausgaben mit oder ohne angefallene Umsatzsteuer eingeben. FreeFinance berechnet automatisch immer alle nötigen Beträge analog zur eingestellten Umsatzsteuermethode.

Das heißt, sie können:

  • die Ausgaben einfach mit den angefallenen Steuersätzen eingeben (z.B.: 100 EUR Netto mit 20 % USt)
  • oder die Ausgaben Brutto gleich Netto und 0 % USt eingeben.

Gemischtes Unternehmen

Haben Sie sowohl unecht umsatzsteuerbefreite als auch normal besteuerte Einkünfte, wird in FreeFinance-Jahreseinstellung die Umsatzsteuermethode Nettoverrechnung eingestellt.

Einnahmen / Rechnungen

Geben Sie die Einnahmen oder auf den Rechnungen der Einkunftsart entsprechend mit Umsatzsteuer oder ohne Umsatzsteuer (0 %) an.

Ausgaben

Hier ist es wichtig, dass Sie aufteilen:

  • Ausgaben, die zur steuerpflichtigen Einkunftsart zählen, geben Sie mit den angefallenen Steuersätzen ein.

  • Ausgaben, die zur umsatzsteuerbefreiten Einkunftsart zählen, geben Sie mit Brutto gleich Netto und 0 % USt ein.

Siehe auch

Anwendungshilfe-Seite zur Jahreseinstellung