Buchhaltung | COVID-19 | Härtefall-Fonds Phase 2 | Fixkostenzuschuss 2 & Umsatzersatz

Corona-Update: Härtefall-Fonds Phase 2 | Umsatzersatz & Fixkostenzuschuss (Verlustersatz)

Die Phasen 2 von Härtefall-Fonds und Fixkostenzuschuss (bzw. lt. Vorgaben "Verlustersatz") sowie der neue Umsatzersatz ab 07.12.2020 und der Umsatzersatz 2 ab 16.02.2021 sind Förderungen für Unternehmen, wobei diese Unterstützungen primär einen Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten bzw. Ausgleich für Umsatzeinbußen und -ausfälle darstellen.

Letzte Aktualisierung:
Simone A. Mitgründerin, Entwicklung, Inhalt & Marketing

In diesem Artikel erfahren Sie, wie sie die für die Anträge notwendigen Zahlen und Daten aus FreeFinance extrahieren können sowie den Umsatzersatz in der Buchhaltung handhaben.

COVID-19 Eindämmungsmaßnahmen

Überblick über Förderungen für betroffene Unternehmen

Mit folgenden Förderungen der Bundesregierung sollen Unternehmen - besonders selbständige Unternehmensgruppen - gefördert werden, die besonders von der Pandemie (und den ergriffenen Maßnahmen) betroffen sind.

Die Unterstützungen stellen primär einen Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten (Härtefall-Fonds Phase 2) bzw. einen Ersatz für maßnahmenbedingte Umsatzeinbußen (Fixkostenzuschuss 2: Verlustersatz) und Umsatzausfälle (Umsatzersatz bei Betriebsschließung für direkt betroffene Unternehmen sowie in Form von Umsatzersatz 2 für indirekt betroffene Unternehmen anhand bestimmter Voraussetzungen) dar.

Übersicht COVID-19-Unterstützungsmaßnahmen

 

 

 

Fixkostenzuschuss 1

Fixkostenzuschuss 800.000

Verlustersatz

Ausfallsbonus

Antrag möglich seit

20.05.2020

23.11.2020

16.12.2020

ab 16. des folgenden Kalendermonats

erstmalig ab 16.2.2021

Antrag möglich bis

31.08. 2021

31.12.2021

31.12.2021

bis 15. des drittfolgenden Kalendermonats, für 11/2020 – 1/2021 bis 15.4.2021

Mindest-Umsatzausfall

40%

30%

30%

40% in einem Kalendermonat

Umsatzausfall ist zur Gänze COVID-19 bedingt

ja

ja

ja

ja

Höhe der Förderung

25% Fixkosten bei Umsatzausfall von 40% bis 60%

50% Fixkosten bei Umsatzausfall von 60% bis 80%

75% Fixkosten bei Umsatzausfall ab 80%

mindestens € 500

Förderung der Fixkosten in Höhe des Umsatzausfalls (d.h. bei 70% Umsatzausfall werden 70% der Fixkosten gefördert)

mindestens € 500

Förderung von 90% des Verlustes (KKU iSd AGVO)

Förderung von 70% des Verlustes (kein KKU iSd AGVO)

mindestens € 500

Bonus: 15% des Umsatzausfalls und (optional)

Vorschuss auf FKZ 800 000: 15% des Umsatzausfalls, min € 100, max. € 30.000 pM

erhöhter Bonus für März – April 2021: 30 % des Umsatzausfalls, max. € 50.000 pM

Auszahlungsmodus

1.Tranche (20. 5.-18.8. 20): 50%

FKZ 2.Tranche (19.8-18.11.20): 75% (25%) FKZ

3.Tranche (19.11.20-31.8.20): 100% (25%) FKZ

1.Tranche (23.11.2020-30.6. 2021): 80% FKZ

2.Tranche (1.7-31.12.2021): 100% (bzw 20%) FKZ

1.Tranche (16. 12.2020-30.6.2021): 70% VE

2.Tranche (1.7.-31.12.2021): 100% (bzw 30%) VE

100% der beantragten Summe

Betrachtungszeiträume (BZR)

BZR 1: 16.3. bis 15.4.2020

BZR 2-6: 16.4. bis 15.9.2020

BZR 1: 15.9.2020 bis 30.9.2020

BZR 2-10: Oktober 2020–Juni 2021

BZR 1: 15.9.2020 bis 30.9.2020

BZR 2-10: Oktober 2020 – Juni 2021

8 monatliche BZR, beginnend mit November 2020 bis Juni 2021

Maximale Anzahl an BZR:

1 bis 3 BRZ (zusammenhängend)

bis zu 10 BZR (zusammenhängend; eine zeitliche Lücke ist zulässig, volle Monate mit Umsatzersatz gelten nicht als Lücke)

bis zu 10 BZR (zusammenhängend;

zeitliche Lücke ist nur bei Inanspruchnahme Lockdown-UE in Nov und Dez 2020 zulässig)

bis zu 8 BZR

Betragliche Begrenzung

bis zu € 90 Mio (75% FKZ)

bis zu € 60 Mio (50% FKZ)

bis zu € 30 Mio (25% FKZ)

bis zu € 1,8 Mio pro Unternehmen (Anrechnung anderer COVID-19-Förderungen und Beachtung De-Minimis-Grenzen bei UiS)

bis zu € 10 Mio pro Unternehmen (Anrechnung anderer COVID-19-Förderungen und Beachtung De-Minimis-Grenzen bei UiS)

bis zu € 1,8 Mio pro Unternehmen (Anrechnung anderer COVID -19-Förderungen und Beachtung De -Minimis -Grenzen bei UiS)

Keine gleichzeitige Inanspruchnahme folgender COVID-19- Förderungen

n/a

Verlustersatz, Lockdown- Umsatzersatz, Lockdown

Umsatzersatz II (UE für indirekt erheblich betroffene Betriebe)

FKZ 800.000, Lockdown- Umsatzersatz, Lockdown

Umsatzersatz II (UE für indirekt erheblich betroffene Betriebe)

Verlustersatz (ist bei Vorschuss FKZ 800 ausgeschlossen), Lockdown-UE, Lockdown-UE II (UE für indirekt erheblich betroffene Betriebe)

Finanzinstitute KöR, NPO,

U >250 VZA 31.12.2019, wenn > 3% Kündigungen

nein

nein

nein

nein

Neu gegründete Unternehmen

antragsberechtigt, wenn vor dem 16.3.2020 Umsätze erzielt wurden

antragsberechtigt, wenn vor dem 1.11.2020 Umsätze erzielt wurden

antragsberechtigt, wenn vor dem 1.11.2020 Umsätze erzielt wurden

antragsberechtigt, wenn vor dem 1.11.2020 Umsätze erzielt wurden

Steuerpflicht. Einnahme

nein

nein

nein

ja (Bonus Umsatzausfall)

nein (Vorschuss FKZ 800.000)

Betriebsausgabenkürzung

ja

ja

ja

nein (Bonus Umsatzausfall)

Unternehmen ist für

anspruchsberechtigt, wenn

Fixkostenzuschuss 1

Fixkostenzuschuss 800.000

Verlustersatz

Ausfallsbonus

Sitz/BS in Österreich

ja

ja

ja

ja

operative Tätigkeit & betriebliche Einkünfte (§§ 21,22,23 EStG)

ja

ja

ja

ja

(außer § 21 EStG-Einkünfte)

letzte 3 veranlagten Jahre kein § 12 Abs 1 Z 10 KStG

ja

n/a

n/a

n/a

letzte 5 veranlagten Jahre kein § 12 Abs 1 Z 10 KStG und kein § 10a KStG

n/a

ja

(Toleranzregel bis € 100.000

bzw. € 500.000)

ja

(Toleranzregel bis € 100.000

bzw. € 500.000)

ja

(Toleranzregel bis € 100.000

bzw. € 500.000)

letzte 5 veranlagten Jahre keine vorsätzl. Finanzstrafe

ja

(keine Toleranzregel)

ja

(Toleranzregel bis € 10.000 Vorsatzstrafe, auch geschäftsführende Organe)

ja

(Toleranzregel bis € 10.000 Vorsatzstrafe auch geschäftsführende Organe)

ja

(Toleranzregel bis € 10.000 Vorsatzstrafe auch geschäftsführende Organe)

kein lnsolvenzverf. im Zeitpunkt Antragstellung (Ausn. SV)

ja

ja

ja

Ja

UiS-Prüfung

ja

ja

ja

ja

Schadensminderungspflicht

ja

ja

ja

n/a

letzte 3 veranlagten Jahre kein Missbrauch § 22 BAO

n/a

ja

(Toleranzregel bis € 100.000)

ja

(Toleranzregel bis € 100.000)

ja

(Toleranzregel bis € 100.000)

kein Sitz/NL in "Steueroase“ und keine Passiveinkünfte

n/a

ja

ja

ja

 

Quelle: ÖGSW Klienten– und Kollegen-Info, Stand 12.4.2021

Steuerliche Behandlung: COVID-19-Förderungen

Übersicht zur steuerlichen Behandlung der COVID-19-Förderungen: Was ist steuerfrei und was ist steuerpflichtig?

Diese Tabelle soll einen Überblick über die verschiedenen COVID-19-Förderungen und deren steuerlichen Behandlungen geben.

Art der Förderung Steuerliche Behandlung   Betriebsausgaben  
  steuerfrei steuerpflichtig abzugsfähig nicht abzugsfähig
Corona-Kurzarbeit Ja Nein Nein Ja
Härtefallfonds Ja Nein Ja Nein
Fixkostenzuschuss I und II Ja Nein Nein Ja
Lockdown-Umsatzersatz Nein Ja Ja Nein
Umsatzersatz für Zulieferbetriebe Nein Ja Ja Nein
COVID 19 - Investitionsprämie Ja Nein Ja Nein
Verlustersatz Ja Nein Nein Ja
Ersatz für Sonder-Betreuungszeiten an AG Ja Nein Nein Ja

 

Härtefall-Fonds Phase 2

Wer hat Anspruch?

Den Antrag auf Phase 2 des Härtefall-Fonds können EPU (Ein-Personen-Unternehmen), Kleinstunternehmen, Gesellschafter einer GmbH (GSVG-Pflichtversichert), Neue Selbstständige, Freie Dienstnehmer und Angehörige der Freien Berufe einbringen.

Voraussetzung dafür ist, dass:

  • die laufenden Kosten im Betrachtungszeitraum nicht mehr gedeckt werden können

  • ein behördlich angeordnetes Betretungsverbot aufgrund von COVID-19 besteht

  • ein Umsatzeinbruch von mindestens 50 % zum vergleichbaren Betrachtungszeitraum des Vorjahres besteht

Wenn Ihr Unternehmen weniger als ein Jahr alt ist, können Sie eine entsprechende Planungsrechnung heranziehen, um die signifikante wirtschaftliche Bedrohung abzubilden.

Härtefall-Fonds Phase 2: Betrachtungszeitraum

Für die Phase 2 des Härtefall-Fonds, der Soforthilfe der Bundesregierung, gibt es nunmehr 15 Betrachtungszeiträume, für die jeweils ein gesonderter Antrag im Nachhinein zu stellen ist:

  • Betrachtungszeitraum 1: 16.03.2020 - 15.04.2020
  • Betrachtungszeitraum 2: 16.04.2020 - 15.05.2020
  • Betrachtungszeitraum 3: 16.05.2020 - 15.06.2020
  • Betrachtungszeitraum 4: 16.06.2020 - 15.07.2020
  • Betrachtungszeitraum 5: 16.07.2020 - 15.08.2020
  • Betrachtungszeitraum 6: 16.08.2020 - 15.09.2020
  • Betrachtungszeitraum 7: 16.09.2020 - 15.10.2020
  • Betrachtungszeitraum 8: 16.10.2020 - 15.11.2020
  • Betrachtungszeitraum 9: 16.11.2020 - 15.12.2020
  • Betrachtungszeitraum 10: 16.12.2020 - 15.01.2021
  • Betrachtungszeitraum 11: 16.01.2021 - 15.02.2021
  • Betrachtungszeitraum 12: 16.02.2021 - 15.03.2021
  • Betrachtungszeitraum 13: 16.03.2021 - 15.04.2021
  • Betrachtungszeitraum 14: 16.04.2021 - 15.05.2021
  • Betrachtungszeitraum 15: 16.05.2021 - 15.06.2021

Härtefall-Fonds Phase 2: Antrag

Die Anträge für diese Auszahlungsphase 2 des Fonds können im Zeitraum von 20.4.2020 bis 30.4.2021 gestellt werden.

Details zu den genauen Bestimmungen des COVID-19 Härtefall-Fonds entnehmen Sie bitte direkt der Homepage der WKO. Den Antrag können Sie direkt online ausfüllen und einbringen.

Verbuchung in FreeFinance

Härtefall-Fonds: Ausfüllhilfe

Im Antragsformular des Härtefall-Fonds (Phase 2) müssen Sie die eidesstattliche Erklärung abhaken, die persönlichen Daten angeben und Anschrift des Unternehmens sowie den Umsatz im Betrachtungszeitraum bekannt geben.

Ein Punkt, der allerdings manchen Unternehmern Kopfzerbrechen bereitet, ist die GLN- und KUR-Nummer? Woher bekommt man diese Nummer? Mittlerweile ist diese Angabe nur mehr optional.

GLN-Nummer:

Die "Global Location Number" ist eine "Unternehmenskennung", die international verwendet werden kann. Sie können Ihre GLN-Nummer z.B. direkt über entsprechende Abfrage des Eintrags auf der WKO-Seite "Firmen A-Z" einsehen.

KUR-Nummer:

Die KUR-Nummer ist die Kennzahl des Unternehmens-Registers, welche Sie alternativ angeben können.
Derzeit steht eine elektronische Abfrage unter: https://www.ersb.gv.at/ jedoch nicht zur Verfügung.

Wie verbuche ich Auszahlungen?

War Ihr Antrag erfolgreich und Sie haben eine Auszahlung erhalten, so finden Sie die passende Vorlage "Corona" in FreeFinance unter Meine Belege > Vorlagen > Beispielfälle > Ausgangsrechnungen

Klicken Sie auf das Pfeil-Symbol beim Beispielfall, um die Vorlage zu übernehmen und Ihre Beträge und Daten wie gewünscht anzupassen.
Wichtig ist, dass die verwendete Belegart weder USt- noch ESt-Kennzahl hinterlegt hat, da diese Zuwendungen steuerfrei sind.

Betrachtungszeiträume vergleichen: So geht es einfach!

In FreeFinance können im Hauptmenü unter Buchhaltung
> Analysen & Auswertungen > Saldenliste & Kontoblatt
die jeweiligen Betrachtungszeiträume für den COVID-19 Härtefall-Fonds (unter Zeitraum „Genauer“) wie gewünscht angegeben und die Saldenlisten der beiden Jahre exportiert werden.

BUCHHALTUNG ENDLICH EINFACH

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Umsatzersatz neu (ab 07.12.2020)

Direkt von Maßnahmen betroffene Unternehmen

  • Ab 7.12.2020 gültig, auch "Lockdown-Umsatzersatz" hinsichtlich der Hilfe in Form von Umsatzersatz für Unternehmen, die von durch COVID-19-Schutzmaßnahmen- bzw. Notmaßnahmenverordnung verordneten Einschränkungen (z.B. Betriebsschließungen in der Gastronomie) betroffenen sind.

  • Antragsstellung möglich ab 16.12.2020.

  • Lockdown-Umsatzersatz in Höhe von 50 % (sowie max. 800.000 EUR je Unternehmen).

  • Zu beachten - Umsatzersatzhöhe: 50 %, jedoch im November 80 %, weil im November die doppelten Gehälter ausgezahlt werden mussten.

  • Zahlungen aus Härtefall-Fonds, Fixkostenzuschuss 800.000 (Verlustersatz) und Kurzarbeit werden nicht gegengerechnet.

  • Antragsfrist bis 20.01.2021.

  • Steuerpflicht: der Umsatzersatz ist einkommenssteuerpflichtig, sprich ertragssteuerlich als steuerpflichtige Einnahme zu erfassen.


Umsatzersatz - anspruchsberechtigte Unternehmen:

  • Unternehmen, die von der COVID-19-Schutzmaßnahmenverordnung im Zeitraum vom 3.11.2020 bis 16.11.2020 direkt betroffen sind.

  • Unternehmen, die von der COVID-19-Notmaßnahmenverordnung im Zeitraum vom 17.11.2020 bis 6.12.2020 direkt betroffen sind und deren Branchen (Definition ÖNACE, siehe folgender Absatz) jeweils direkt von den in diesen Verordnungen vorgesehenen Einschränkungen betroffen sind.


Betriebsstätte und Ort der Tätigkeit:

Sitz und Betriebsstätte des betroffenen Unternehmens müssen in Österreich liegen, ebenso muss die operative Tätigkeit, die zu Einkünften aus selbständiger Arbeit (§ 22 EStG) und Einkünften aus Gewerbebetrieb (§ 23 EStG) führt, in Österreich erbracht werden bzw. vorliegen.

Eine direkte Betroffenheit von den Maßnahmen (Einschränkungen, Beschränkungen, Betriebsschließungen) gemäß Beschlüssen und Tätigkeit in einer der davon direkt betroffenen Branchen muss als Anspruchsvoraussetzung vorliegen - die Branchenabgrenzung erfolgt dabei anhand der ÖNACE-2008-Klassifikation.

Zu beachten: Einkommensteuerpflicht bei Umsatzersatz

Im Gegensatz zu den bisherigen Auszahlungen im Rahmen von Unterstützungen gegen die wirtschaftlichen Einschnitte durch die Corona-Eindämmungsmaßnahmen ist der Umsatzersatz jedoch einkommensteuerpflichtig - er wird ertragsteuerlich als steuerpflichtige Einnahme zu behandelt.

Als Subventionsleistung ist der Umsatzersatz grundsätzlich nicht umsatzsteuerpflichtig.

Umsatzersatz 2 (ab 16.02.2021)

Indirekt von Maßnahmenn betroffene Unternehmen: Lockdown-Umsatzersatz 2


Für indirekt von den Maßnahmen betroffene Unternehmen wurde beginnend mit 16. Februar 2021 der Lockdown-Umsatzersatz 2 ins Leben gerufen.

Der Antrag für einen Lockdown-Umsatzersatz 2 kann von Unternehmen bis 30. Juni 2021 eingereicht werden, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Das Unternehmen war zwischen 1. November 2020 und 31. Dezember 2020 indirekt erheblich von den mit den COVID-19-Schutzmaßnahmen- bzw. Notmaßnahmenverordnungen verordneten Einschränkungen betroffen
  • Als indirekt betroffen gilt ein Unternehmen dann, wenn im Betrachtungszeitraum ein Umsatzausfall von mehr als 40 % vorliegt, es in einer der in der Branchenkategorisierung angeführten Branchen tätig
  • Das Unternehmen muss im November 2019 oder im Dezember 2019 mindestens 50 % seiner Umsätze bzw. Umsatzerlöse unmittelbar oder im Auftrag eines Dritten mit Unternehmen erzielt haben, die bei - verglichen mit dem Vorjahr - unveränderter Tätigkeit im November 2020 oder Dezember 2020 direkt von den behördlichen Schließungen betroffen waren und diese Umsätze wiederum einer der in der Branchenkategorisierung angeführten Branchen zuzuordnen sind (begünstigte Umsätze)


Lockdown Umsatzersatz 2: Antrag

Das Einbringen eines Antrags hat durch einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Bilanzbuchhalter zu erfolgen.

Dabei ist auch die Höhe des Umsatzausfalls und die Plausibilität der Höhe des Anteils der begünstigten Umsätze am Gesamtumsatz in den Betrachtungszeiträumen zu bestätigen.

Lockdown Umsatzersatz 2 - zu beachten: Antrag durch Antragsteller selbst

Unter bestimmten Umständen kann der Antrag auch durch den Antragsteller selbst erfolgen!

Die genauen Bestimmungen und Formulierungen dazu finden Sie unter Punkt 5.4 in der maßgebenden Richtlinie, welche Sie direkt hier aufrufen können: Gesamte Rechtsvorschrift für VO Lockdown-Umsatzersatz 2

Umsatzersatz neu (ab 07.12.2020): Antragstellung

Die Antragstellung für den Umsatzersatz erfolgt ausschließlich gegenüber der COFAG (COVID-19 Finanzierungsagentur des Bundes GmbH).

Diese Zuschüsse werden direkt von der COFAG geprüft und bei Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen gewährt.

Die Antragseinbringung auf FinanzOnline als technischer Schnittstelle für die Einbringung der Anträge und Einleitung des Verfahrens.

Antragsstellende Unternehmen können für die Antragseinbringung auch von einem Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Bilanzbuchhalter vertreten werden - diese müssen dafür aber eine entsprechende (schriftliche) Vollmacht vom antragstellenden Unternehmen haben.

Verbuchung in der FreeFinance-Buchhaltung

Umsatzersatz neu (ab 7.12.2020)

Der Umsatzersatz unterscheidet sich von den bisherigen COVID-19-Unterstützungsauszahlungen für Unternehmen dadurch, dass er zwar nicht umsatzsteuerpflichtig, jedoch aber einkommensteuerpflichtig ist.

In FreeFinance erstellen Sie daher eine klassische Ausgangsrechnung und verwenden eine für Sie passende Einnahmen-Belegart mit 0 % Umsatzsteuer - auf diese Weise fließt der Betrag dennoch in die Einkommensteuerberechnung ein.

Alle Angaben und Informationen zum Erstellen von Rechnungen bzw. Ausgangsrechnungen finden Sie in unserem Ratgeber-Artikel zur Rechnungslegung und Rechnungslegungspflicht in Österreich sowie auf der Anwendungshilfe-Seite Neue Ausgangsrechnung.

Fixkostenzuschuss und Verlustersatz

Wo liegt der Unterschied?

Seit die Eckdaten 2. Phase der Härtefall-Fonds bekannt sind, kommt vermehrt auch der Begriff des Verlustersatzes vor – dennoch ist von offizieller Seite hauptsächlich die Rede vom Fixkostenzuschuss Phase 2 bzw. Fixkostenzuschuss 800.000 (wegen der Höchstgrenze der Unterstützungs bei 800.000 EUR je Unternehmen).

Wie kommt es also nun zu diesen beiden Begriffen bzw. gibt es einen Unterschied?

Gemäß den Vorgaben der EU-Kommission ist der Zuschuss in Phase 2 der Härtefall-Fonds kein Fixkostenzuschuss bzw. darf nicht als solcher betrachtet werden - sondern diese Unterstützungsleistung stellt vielmehr einen Verlustersatz dar. Durch diesen Verlustersatz können Verluste, die in Zeiträumen bis 30. Juni 2021 anfallen und entweder vorausprognostiziert oder im Nachhinein bekannt gegeben werden, bis zu einem gewissen Grad ersetzt werden.
Es werden genau genommen also nicht laufende Fixkosten (anteilig) gedeckt, sondern erlittene Verluste (anteilig) abgefangen!

Fixkostenzuschuss Phase 2 bzw. 800.000 und Verlustersatz meinen also dieselbe Unterstützungsleistung für Unternehmen aus dem Corona Härtefall-Fonds, gemäß der Regelungen der EU-Kommission stellt diese Unterstützungsleistung jedoch einen Verlustersatz und nicht einen Fixkostenzuschuss dar – unterschiedliche Namen, gleiche Unterstützungsleistung also.

Verlustersatz: Fixkostenzuschuss Phase 2 | Fixkostenzuschuss 800.000

Der Fixkostenzuschuss 800.000 (FZ Phase 2) bzw. gemäß Vorgaben der EU-Kommission "Verlustersatz" ist ein prozentueller Ausgleich für zu deckende Fixkosten von Unternehmen im Zusammenspiel mit gleichzeitigen Umsatzausfällen (Umsatzeinbußen), bedingt durch Eindämmungsmaßnahmen bzw. Lockdown wegen COVID-19.

  • Phase 2 - Verlustersatz, auch "FZ 2" bzw. "Fixkostenzuschuss 800.000" - wegen der betragsmäßigen Begrenzung je Unternehmen mit max. 800.000 EUR.

  • Umsatzeinbußen von mindestens 30% (entgegen der Einbußen in Höhe von mind. 40% bei FZ 1).

  • Antragstellung möglich ab 23.11.2020 (erste Tranche).

  • Gewährung des Verlustersatzes in Form von Fixkostenzuschuss 2 (FZ 800.000) für max. 10 Betrachtungszeiträume bzw. Monate.

  • Begrenzt auf Zeitraum von 16.9.2020 bis längstens 30.6.2021. Der Verlustersatz deckt somit Verluste, die Unternehmen in diesem Zeitfenster durch die Corona-Maßnahmen erleiden, bzw. steuert diesen Verlusten gegen.

  • Betrachtungszeiträume müssen so gewählt werden, dass entweder alle zeitlich zusammenhängen, oder

  • Zwei Blöcke von jeweils zeitlich zusammenhängenden Betrachtungszeiträumen bestehen.

  • Antragstellung für die erste Tranche von Verlustersatz (FZ 2) spätestens bis 30.6.2021.

  • Antragstellung für die zweite Tranche von Verlustersatz (FZ 2) vom 1.7.2021 bis 31.12.2021.


Der Verlustersatz bzw. Fixkostenzuschuss 800.000 (FZ Phase 2) entspricht dem prozentuellen Umsatzausfall des jeweiligen Unternehmens:

  • Liegt beispielsweise ein Umsatzausfall im Ausmaß von 60 % vor, werden auch 60 % der anfallenden Fixkosten (bzw. gemäß Vorgaben dieses Ausmaß an maßnahmenbedingten Verlusten) des Unternehmens ersetzt.

  • Der Umsatzausfall muss mindestens ein Ausmaß von 30 % betragen.

  • Die maximale Höhe Zuschusses ist pro Unternehmen mit 800.000 EUR begrenzt.

  • Bei Unternehmen, deren hauptsächliche gewerbliche Tätigkeit die Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse ist, beläuft sich der Höchstbetrag jedoch auf 100.000 EUR.

  • Unternehmen, deren gewerbliche Tätigkeit primär im Fischerei- und Aquakultursektor liegt, wird der Fixkostenzuschuss (Verlustersatz) auf max. 120.000 EUR je Unternehmen begrenzt.


Pauschalierter Verlustersatz (Fixkostenzuschuss 800.000/FZ Phase 2) bei geringerem Umsatz:

Unternehmen mit weniger als 120.000 EUR Umsatz im Vergleichszeitraum des zur Antragsstellung letztveranlagten Jahres können den FZ 800.000 (Verlustersatz) in pauschalierter Form ermitteln:

  • Sofern diese Umsätze die primäre Einnahmequelle des Unternehmens darstellen.

  • Dabei werden 30 % der Umsatzausfälle als Beihilfebetrag angesetzt.


Verlustersatz (Fixkostenzuschuss 800.000) - Erweiterungen: Neu im Vergleich zu FZ Phase 1

  • Absetzung für Abnutzung (AfA) von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, wenn das betreffende Wirtschaftsgut unmittelbar der betrieblichen Tätigkeit dient und vor dem 16. März 2020 angeschafft wurde

  • Übertragung AfA für bewegliche Wirtschaftsgüter, die primär für die Umsatzerzielung eingesetzt werden und nicht Eigentum des Unternehmens sind

  • Leasingraten bzw. der Finanzierungskostenanteil der Leasingraten

  • Aufwendungen für Geschäftsführerbezüge eines Kapitalgesellschafts-Geschäftsführers (maximal EUR 2.666,67 pro Monat)

  • Personalaufwendungen zur Gewährleistung eines Mindestbetriebes und Vermeidung einer vorübergehenden Schließung (unabhängig von der Auslastung)

  • Endgültig frustrierte Aufwendungen: Aufwendungen im Zeitraum von 1. Juni 2019 bis 16. März 2020, die konkret als Vorbereitung zur Umsatzerzielung im Betrachtungszeitraum verursacht wurden, wobei der geplante Umsatz aufgrund von COVID-19 nicht realisiert werden konnte

  • Direkte Leistungsbeziehungen zwischen verbundenen Unternehmen, wenn sie angemessen und fremdüblich sind sowie vor dem 16. März 2020 verrechnet wurden

Fixkostenzuschuss 800.000: Antrag

Die Antragstellung für den Verlustersatz, sprich Fixkostenzuschuss 800.000, erfolgt ausschließlich gegenüber der COFAG (COVID-19 Finanzierungsagentur des Bundes GmbH).

Diese Zuschüsse werden direkt von der COFAG geprüft und bei Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen gewährt.

Die Antragseinbringung auf FinanzOnline als technischer Schnittstelle für die Einbringung der Anträge und Einleitung des Verfahrens.

Durch den Verlustersatz können Verluste, die in Zeiträumen bis 30. Juni 2021 anfallen und entweder vorausprognostiziert oder im Nachhinein bekannt gegeben werden, bis zu einem gewissen Grad ersetzt werden.
Zu beachten: Die Angaben zum Verlust müssen von einem Steuerberater bestätigt werden.

Weitere Informationen & Quellen

FreeFinance:

Quellen: