Rechnungsarten

Was sind Rechnungsarten?

In der Rechnungslegung gibt es je nach Anforderung an die Rechnung bzw. vorliegendem Geschäftsfall sowie Art des Unternehmens und Art der Leistung oder Lieferung verschiedene vorgesehene Rechnungsarten. Diese Rechnungsarten kommen jeweils in bestimmten Fällen zum Einsatz und müssen unabhängig davon auch die allgemeinen Formvorschriften und Pflichtangaben für die Rechnungslegung einhalten und beinhalten.

Rechnungsarten: Übersicht

Betriebswirtschaft | Buchhaltung | Rechnungslegung
 

In Sachen unternehmerischer Rechnungslegung lassen sich die verschiedenen Rechnungsarten in die folgenden unterscheiden - durch Klicken auf die jeweilige Rechnungsart gelangen Sie zu den Details:

Eine Eingangsrechnung ist jene Rechnung, die einem Unternehmen für beauftragte Leistung oder Lieferung vom Auftragnehmer ausgestellt wird. In dieser Rechnung ist der vom Unternehmen für den entsprechenden Auftrag zu zahlende Preis ausgewiesen. Die Rechnung wird vom Leistungserbringer an den Leistungsempfänger ausgestellt - geht also vom Auftragnehmer aus in das Unternehmen ein, daher Eingangsrechnung.

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Die Ausgangsrechnung ist jene Rechnung, die ein Unternehmen für erbrachte Leistung oder Lieferung an Kunden ausstellt. In dieser Rechnung ist der vom Kunden für den entsprechenden Auftrag an das Unternehmen zu zahlende Preis ausgewiesen. Die Rechnung wird vom Leistungserbringer an den Leistungsempfänger ausgestellt - geht also aus dem Unternehmen zur Kundschaft, daher Ausgangsrechnung.

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Eine Stornorechnung oder auch Korrekturrechnung ist eine Korrektur von fehlerhaften Ausgangsrechnungen. Ist eine fehlerhafte Rechnung bereits an den Kunden ausgestellt, muss diese korrigiert werden. Das Finanzamt verlangt die Korrektur anhand bestimmter Vorgaben. Eine Stornorechnung muss daher auch alle gesetzlichen Pflichtangaben der Rechnungslegung beinhalten.

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Stornobuchung in der Buchhaltung:
Die Stornobuchung ist im Prinzip der buchhalterische Löschvorgang einer anderen Buchung. Da aus Gründen der Nachvollziehbarkeit jedoch keine Buchung tatsächlich gelöscht werden darf, wird die Stornobuchung verwendet. Sie ist im Prinzip eine Umkehrung der zu löschenden Buchung. Weiterführende Informationen dazu finden Sie hier!

Gutschriften sind in der Rechnungslegung jene Geschäftsfälle, bei denen dem Kunden kein Geld zurückgegeben, sondern ein Guthaben ausgewiesen wird. Dieses Guthaben kann dann bei späteren Rechnungen eingelöst werden.

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Bei Proformarechnungen besteht keine Forderung. Daher ist mit dieser bestimmten Rechnungsart auch keine Zahlungsaufforderung verbunden und es entsteht keine Verbindlichkeit anhand dieser Rechnung für einen Schuldner.
Eine Proformarechnung wird im Regelfall als Beilage, z.B. zu einer Warenlieferung, für Informationszwecke erstellt. Damit wird dem Empfänger der Warenlieferung dargestellt, welchen Wert diese hat. In diesem Fall dient die Proformarechnung später auch als steuerlicher Zweck.

Sowohl Eingangsrechnungen als auch eine Ausgangsrechnungen können eine sogenannte Abschlagsrechnung sein. Eine Abschlagsrechnung wird dann erstellt, wenn mit einem Kunden oder dem jeweiligen Auftraggeber die Erfüllung eines Auftrags vereinbart wird, welcher in mehreren Schritten erfüllt bzw. ausgeführt wird. Bei diesen Rahmenbedingungen kommt die Rechnungsart der Abschlagsrechnung ins Spiel - typischerweise ist das der Fall, wenn ein großes bzw. relativ langfristiges Projekt der Verrechnung zugrunde liegt.
Immer wenn eine Teilleistung des Projekts bzw. Aufrags erfüllt wird, wird entsprechend eine Abschlagsrechnung für diese Teilleistung erstellt – mit ihr wird dieser erfüllte Teil des gesamten Verrechnung „abgeschlagen“, der Teilbetrag verrechnet.
Die Abschlagsrechnungen müssen entsprechend der Formvorschriften und Pflichtangaben auch eindeutig gekennzeichnet sein, ebenso muss das der Rechnungen zugrunde liegende Projekt angeführt und die Nummer der Abschlagsrechnung ausgewiesen sein (z.B. 1. Abschlagsrechnung für Projekt „X“), inkl. der bereits bezahlten Abschlagsrechnungen und deren Rechnungssummen.
Ist der Auftrag bzw. das Projekt vollständig erfüllt, wird eine Schlussrechnung erstellt: Diese Rechnung muss entsprechend als Schlussrechnung gekennzeichnet sein und hat jede vorhergehend erstellte (und entsprechend bereits bezahlte) Abschlagsrechnung zu enthalten.

Bei Barverkäufen kommt es darauf an, ob der Verkauf unter die Registrierkassenpflicht oder die sogenannte "Kalte Hände Regelung", welche eine Ausnahme aus der Registrierkassenpflicht darstellt, fällt.

Rechnungslegung: Formvorschriften und Pflichtangaben

Die genauen Formvorschriften und Pflichtangaben für die Rechnungslegung in Österreich finden Sie in unserem Ratgeber zu diesem Thema.

Ebenso Sie finden dort Musterrechnungen zur Orientierung inklusive Erläuterung der anzuführenden Pflichtangaben sowie Musterrechnungen zum direkten Download.

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Siehe auch

Anwendungshilfe, Hintergrundwissen & Know-how für Unternehmer:

Weiterführendes & Funktionen:

Quellen:

Infoseite der Wirtschaftskammer Österreich: Detaillierte Informationen zu Formvorschriften, Pflichtangaben und Bestimmungen: Erfordernisse einer Rechnung - Bestimmungen für Unternehmen im Überblick

Infoseite der Wirtschaftskammer Österreich: Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht - Bestimmungen für Unternehmen zu den Aufzeichnungspflichten

Broschüre der Wirtschaftskammer Österreich: Die Registrierkassenpflicht Steuerinformation für Unternehmer (inkl. Download als PDF)