Neugründungs-Förderungsgesetz (NeuFöG)

Lohnnebenkosten mit Rechner für Österreich 2022

Lohnnebenkosten sind oft ein etwas undurchsichtiges Thema. Gerade bezüglich Mitarbeiter sind sie aber ein großer Kostenfaktor. Auf dieser Seite verschaffen wir Ihnen Überblick über die aktuellen Kosten und deren Ausmaß.

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Lohnnebenkosten - auf einen Blick

Wissen kompakt zusammengefasst

  • Lohnnebenkosten sind unter anderem die Abgaben, die der Arbeit- oder Dienstgeber zusätzlich zum Brutto-Lohn der Mitarbeiter abführen muss.
  • Aus Unternehmersicht können Sie die genauen Lohnnebenkosten für einen Mitarbeiter mit dem Lohnnebenkosten-Rechner ermitteln.
  • Mit den Lohnnebenkosten wird das soziale Netz finanziert und sie werden deshalb in einem Atemzug mit den Sozialabgaben genannt.
  • Circa ein Drittel der Summe aus den Lohnnebenkosten wird vom Staat für Sozialbeiträge wie Pensionen, Unterstützung für arbeitslose Personen und für Kranken- und Unfallversicherung eingesetzt.
  • In etwa zwei Drittel der gesamten Lohnnebenkosten kommen durch Entlohnung während des Urlaubs, der Feiertage und der Krankenstände sowie als Urlaubs- und Weihnachtsgeld direkt bei den Arbeit- oder Dienstnehmern an.

Was sind Lohnnebenkosten genau?

Sozialbeiträge | Arbeitgeberanteil


Zu den Lohnnebenkosten zählen die Abgaben, die vom Arbeitgeber zusätzlich zum Brutto-Lohn abgeführt werden müssen. Beispielsweise sind umfasst das die Beträge für:

  • Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld
  • Betriebliche Vorsorge (auch Abfertigung genannt)
  • Bezahlte Krankenstände und Urlaube
  • Kosten für Fortbildungen

Lohnnebenkosten dienen zu einem großen Teil dazu, das soziale System in Österreich aufrechtzuerhalten, daher spricht man auch von Lohnnebenkosten und Sozialabgaben:

  • Circa ein Drittel wird für Sozialbeiträge wie Pensionen, Unterstützung für arbeitslose Personen sowie die Kranken- und Unfallversicherung eingesetzt.
  • Der Familienlasten-Ausgleichsfonds bildet sich ebenfalls aus den Beiträgen der Lohnnebenkosten, genauer aus dem Dienstgeberbeitrag.
  • Daraus werden beispielsweise die Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgelder, die Finanzierung von Schulbüchern oder auch die kostengünstige oder kostenfreie Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für Schüler und Lehrlinge (Schüler- und Lehrlingsfreifahrt) finanziert.
  • Ein Teil der Lohnnebenkosten fließt auch in den Insolvenzgeldfonds. Dieser stellt eine soziale Absicherung dar, da aus diesem Fonds im Fall eines Firmenkonkurses die Zahlung von Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Lohn und Gehalt der Mitarbeiter ermöglicht wird.
  • So werden das Einkommen und somit auch die Existenz der von der Insolvenz betroffenen Personen gesichert.

Man kann also zusammenfassen, dass ein Teil der Lohnnebenkosten explizit für den Arbeitnehmer bezahlt wird und ein anderer Teil in das soziale Netz investiert wird, welches allen Menschen in Österreich zur Verfügung steht.

Wie hoch sind die Lohnnebenkosten in Österreich?

Sozialbeiträge | Umfang Arbeitgeberanteil


Bei den Lohnnebenkosten muss zwischen Arbeitgebern und Arbeit- bzw. Dienstnehmern unterschieden werden:

  • Als Arbeitgeber zahlen Sie einen Beitrag zu Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung Ihrer Arbeitnehmer, dieser Beitrag wird als Arbeitgeberanteil bezeichnet.
  • Aber auch als Arbeitnehmer haben Sie Abgaben zu leisten, genauer die Lohnsteuer und Versicherungsbeträge, die vom Netto-Lohn abgezogen werden.


Höhe der Abgaben

Für Arbeitgeber beträgt die Höhe der Arbeitgeberbeiträge rund 28 % des Bruttolohnes ihrer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, wobei es hier je nach Branche auch Unterschiede geben kann, da auch Schlechtwetterentschädigungen, Schwerarbeiterbeiträge und andere Zulagen zu den Lohnnebenkosten zählen.

Österreich liegt mit der Höhe seiner Lohnnebenkosten im oberen Drittel der EU-Länder. Auf 100 Euro Bruttoverdienst werden hierzulande durchschnittlich 38 Euro bzw. Prozent des Bruttolohns fällig.

Detaillierter Überblick über die verschiedenen Posten der Lohnnebenkosten

Arbeitnehmer wollen natürlich auch bezahlt werden, wenn sie im Urlaub sind, oder wenn sie durch einen Krankheitsfall der Arbeit fernbleiben müssen:

  • Daher zählt auch die Bezahlung von Mitarbeitern im Urlaub, während der Feiertage sowie im Krankheitsfall zu den Lohnnebenkosten.

Weiters kommen noch kommunale Steuern hinzu - nicht zu verwechseln mit der Lohnsteuer:

  • Die Erträge aus der Kommunalsteuer werden unter anderem für die Finanzierung von Kindergärten, öffentlichem Verkehr oder auch dem Abwassermanagement eingesetzt.

In Wien gibt es noch eine zusätzliche Ausnahme, hier fällt hier die sogenannte U-Bahn-Steuer an:

  • Diese U-Bahn-Steuer liegt seit 2012 für Dienstnehmer unter 55 Jahren bei 2 Euro pro Woche.

Lohnnebenkosten zahlt nur der Arbeitgeber. Trotzdem gibt es auch aufseiten des Arbeitnehmers Abgaben, die gezahlt werden müssen. Darunter fallen beispielsweise:

  • Beiträge zur Krankenversicherung
  • Beiträge zur Unfallversicherung
  • Beiträge zur Pensionsversicherung
  • Beiträge zur Arbeitslosenversicherung

Diese Beiträge werden zur Hälfte vom Arbeitgeber und zur Hälfte vom Arbeitnehmer bezahlt. Diesen Betrag kann der Arbeitnehmer auch auf seinem Lohnzettel ablesen.

Anteile der Lohnnebenkosten in Prozent

Lohn- & Gehaltsabgaben | Prozentuale Anteile


Dienstgeberanteil für die Sozialversicherungsbeiträge

Krankenkasse

Bei der Berechnung der Lohnnebenkosten für die Krankenversicherung gelten unterschiedliche Prozentsätze, je nachdem, ob es sich um Arbeiter oder Angestellte handelt, da die Höhe der Beiträge abhängig vom Unfallrisiko ist:

  • Für Arbeiter liegt der Beitrag bei 3,7 Prozent,
  • für Angestellte bei 3,83 Prozent.

Unfallversicherung

Der Prozentsatz für die Unfallversicherung liegt für Arbeiter und Angestellte bei 1,3 %.

Pensionsversicherung

Der Prozentsatz für die Pensionsversicherung macht mit 12,55 % den größten Block der Sozialversicherungsbeiträge aus. Auch hier ist der Prozentsatz für Arbeiter und Angestellte gleich hoch.

Insolvenzentgeldsicherungsfonds

Ebenso ist der Beitrag zum Insolvenzentgeldsicherungsfonds Teil des Dienstgeberanteils zur Sozialversicherung. Hier gab es im Jahr 2020 eine Senkung der Lohnnebenkosten von 0,35 auf 0,20 Prozent.

Betriebliche Vorsorgekasse

Der Anteil für die betriebliche Vorsorgekasse, auch Mitarbeitervorsorgekasse genannt, beträgt 1,53 Prozent.


Kommunalsteuer und Dienstgeberbeitrag

Die Kommunalsteuer beträgt 3 %. Der Dienstgeberbeitrag liegt bei 3,9 %.

Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag

Der Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag setzt sich aus einem Bundeskammeranteil von 0,15 % und einem Anteil zusammen, der von der Landeskammer des jeweiligen Bundeslandes bestimmt wird. Daher variiert die Höhe des Zuschlags zum Dienstgeberbeitrag je nach Bundesland.

Kann ich die Höhe der Lohnnebenkosten ermitteln?

Lohn- & Gehaltsabgaben | Berechnung


Um die genaue Höhe der Lohnnebenkosten herauszufinden, gibt es im Internet verschiedenste Rechner.

  • Zumeist müssen Sie dafür lediglich den Bruttolohn ihres Arbeitnehmers eingeben und erhalten dann eine detaillierte Auflistung der anfallenden Lohnnebenkosten.

Dabei werden zum monatlichen Bruttogehalt Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld dazugerechnet.

Ein kleines Beispiel: Bei einem Bruttogehalt von 42.000 Euro entstehen für den Arbeitgeber Kosten in Höhe von 54.528 Euro, somit circa 1.044 Euro an Lohnnebenkosten pro Monat. Diese Kosten müssen zusätzlich zum Bruttolohn bezahlt werden. Sie sehen, die Lohnnebenkosten belaufen sich auf eine ordentliche Summe pro Monat und auch pro Jahr.

Daher sind diese Kosten unbedingt im Auge zu behalten, wenn es um das Kalkulieren der Arbeitskosten und die Planung der Beschäftigung einer Arbeitskraft geht.


Freigrenzen bei den Lohnnebenkosten

Für die einzelnen Posten der Lohnnebenkosten gibt es natürlich auch bestimmte Freigrenzen oder auch Freibeträge. Das ist im Regelfall bei sehr geringen Bruttolöhnen und Bruttogehältern der Fall.

Außerdem sind ältere Dienstnehmer von manchen Arbeitskosten ausgenommen:

  • So ist für Personen über 60 beispielsweise kein Dienstgeberbeitrag zu entrichten.

Lohnnebenkosten Rechner

Lohn- & Gehaltsabgaben | Berechnung des Arbeitgeberanteils


Wenn Sie die genauen Lohnnebenkosten für einen Mitarbeiter berechnen möchten und alle nötigen Daten dafür zur Hand haben, können Sie die Berechnung auf direkt online auf der Webseite des Bundesministeriums für Finanzen vornehmen:

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Fragen und Antworten

Unter Lohnnebenkosten versteht man die Kosten, die für Arbeitgeber zusätzlich zum Bruttolohn anfallen. Daher werden diese Kosten auch als indirekte Personalkosten oder Arbeitszusatzkosten bezeichnet.

Den größten Posten, mit über 20 Prozent des Bruttolohns, machen die Sozialversicherungsbeiträge aus. Darin ist nicht nur die weithin bekannte Absicherung für Krankheitsfälle, Unfälle und die Pension enthalten, sondern auch die Arbeiterkammerumlage und der Wohnbauförderungsbeitrag, welcher beispielsweise im Bereich des sozialen Wohnbaus eingesetzt wird.

Lohnnebenkosten leisten einen großen Beitrag dazu, dass das soziale Netz in Österreich aufrechterhalten wird. Somit wird das staatliche Sozialsystem aus den Lohnnebenkosten finanziert.

Zu den Lohnnebenkosten des Arbeitgebers, daher auch Arbeitgeberanteil an den Lohn- und Gehaltsabgaben genannt, in Österreich zählen beispielsweise:

  • Beiträge zur Sozialversicherung
  • Dienstgeberbeitrag
  • Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag
  • Beiträge für die Mitarbeitervorsorge
  • Kommunalsteuer