Shrinkflation ⇒ Erklärung & Beispiele

Shrinkflation beeinflusst zunehmend Lebensmittelpreise und Konsumverhalten, da Hersteller Menge oder Inhaltsstoffe reduzieren, während der Preis unverändert bleibt. Die Einführung des Anti-Mogelpackungs-Gesetzes ab 2026 verpflichtet Händler, Produkte mit verringerter Füllmenge klar zu kennzeichnen.

Simone A. Mitgründerin der FreeFinance Buchhaltungssoftware, Entwicklung, Inhalt & Marketing
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Shrinkflation – Auf einen Blick

Die 5 wichtigsten Fragen und Antworten zur Shrinkflation

Was ist Shrinkflation?

Shrinkflation liegt vor, wenn Hersteller Menge oder Verpackung reduzieren, ohne den Preis zu ändern, sodass Verbraucher pro Einheit mehr zahlen.

Warum setzen Unternehmen Shrinkflation ein?

Unternehmen setzen Shrinkflation ein, um steigende Kosten auszugleichen, ihre Gewinnmargen zu sichern und im Wettbewerb Preise stabil zu halten.

Wie verschleiern Unternehmen Preiserhöhungen durch Shrinkflation?

Unternehmen reduzieren bei Shrinkflation die Füllmenge, passen Verpackung und Design an und betonen Rezeptur oder Zutaten.

Welche Folgen hat Shrinkflation für Verbraucher?

Shrinkflation erhöht die Kosten, schwächt das Vertrauen in die Lebensmittelindustrie und macht Verbraucher kritischer bei Preis und Qualität.

Was müssen Händler ab 2026 bei Shrinkflation beachten?

Ab April 2026 müssen Händler laut Anti-Mogelpackungs- und Preisauszeichnungsgesetz Produkte mit reduzierter Füllmenge klar kennzeichnen.

Shrinkflation

Shrinkflation bezeichnet die Praxis, bei gleichbleibendem Preis die Füllmenge oder Größe eines Produkts zu reduzieren. Für Konsumenten ist diese Form der versteckten Preiserhöhung oft schwer erkennbar, da Verpackung und Preis auf den ersten Blick unverändert bleiben. Besonders in Zeiten steigender Produktionskosten wird Shrinkflation von Unternehmen als Strategie der Preisgestaltung eingesetzt.

Definition: Was ist Shrinkflation?

Shrinkflation beschreibt das Phänomen, bei dem Hersteller die Menge oder Verpackungsgröße eines Produkts verringern, ohne den Preis anzupassen. Verbraucher zahlen dadurch pro Einheit mehr, da die Preissteigerung auf den ersten Blick kaum erkennbar ist. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern „shrink“ (schrumpfen) und „inflation“ zusammen und wird teilweise als „Schrumpflation“ bezeichnet.

Shrinkflation vs. Skimplation: Versteckte Preiserhöhungen erklärt

Beide Praktiken führen zu versteckten Preiserhöhungen, unterscheiden sich jedoch darin, ob die Anpassung die Menge (Shrinkflation) oder die Inhaltsstoffe/Qualität (Skimplation) betrifft.

  • Shrinkflation: Hier reduziert der Hersteller die physische Menge eines Produkts oder die Größe der Verpackung, während der Verkaufspreis konstant bleibt. Das Produkt wirkt gleich, die Verbraucher zahlen aber mehr pro Portion oder Einheit.

  • Skimplation: Bei dieser Methode bleibt die Menge unverändert, dafür ändern Hersteller die Zusammensetzung oder Qualität der Inhaltsstoffe. Hochwertige oder teure Bestandteile werden reduziert oder durch günstigere ersetzt, sodass das Produkt preislich gleich bleibt, die Qualität jedoch sinkt.

Gründe für Shrinkflation

Unternehmen setzen Shrinkflation ein, um steigende Kosten auszugleichen, Gewinnmargen zu sichern und Preiserhöhungen für Verbraucher unauffällig zu gestalten.

Die zentralen Gründe:

  • Kostensteigerungen ausgleichen: Reduzierung der Packungsgrößen bei steigenden Rohstoff-, Produktions- oder Transportkosten, um Kosten zu kontrollieren und finanzielle Risiken zu minimieren.

  • Psychologische Wirkung: Verbraucher reagieren empfindlicher auf Preiserhöhungen als auf leicht verkleinerte Mengen, wodurch Preissteigerungen weniger auffallen.

  • Expansion: Große Handelsketten nutzen ihre Marktmacht, um Shrinkflation einzusetzen, wodurch Teuerungen für Konsumenten weniger sichtbar bleiben und stabile Margen für Handel und Erzeuger gesichert werden.

  • Wettbewerbsvorteil sichern: In umkämpften Märkten vermeiden Unternehmen Preiserhöhungen, um Kunden zu halten und sich gegenüber Mitbewerbern zu behaupten.

Praxisbeispiel: Ein Hersteller von Frühstücksflocken verkleinert die Packung von 500 g auf 450 g, behält aber den gleichen Preis bei. Die Kunden nehmen die Mengenreduktion kaum wahr, während der Preis pro Gramm steigt.

Vorgehensweisen bei Shrinkflation: Weniger Inhalt, Preis gleich

Lebensmittelhersteller erhöhen Preise selten offen, sondern kaschieren Preiserhöhungen durch Anpassungen von Volumen, Verpackung und Marketing, sodass das ursprüngliche Angebot für Käufer kaum verändert erscheint.

Zwar spiegelt der Grundpreis die Veränderung wider, ein direkter Vergleich fällt jedoch schwer, da alte und neue Packungen selten gleichzeitig im Regal stehen. Viele Käufer merken sich zudem den früheren Kilopreis nicht, sodass sie auf den ersten Blick nichts von der Preissteigerung bemerken.

So gehen Unternehmen vor:

  • Füllmenge reduzieren: Verpackung und Design bleiben gleich, die kleinere Menge fällt im Alltag kaum auf.

  • Verpackungstricks: Ein neues Design vermittelt mehr Inhalt, oder die Hersteller verringern das Gewicht der Verpackung, sodass die reduzierte Füllmenge weniger auffällt.

  • Rezeptur oder Zutaten betonen: Hinweise auf „neue Rezeptur“ oder „verbesserte Zutaten“ vermitteln den Eindruck höherer Qualität trotz Preiserhöhung.

  • Produktneuheiten und Limited Editions: Lebensmittelkonzerne nutzen neue Varianten im Sortiment (z. B. bei Schokolade), um die Füllmenge subtil zu reduzieren.

  • Versteckte Mengenkürzung bei Großpackungen: Familien- oder Kombipackungen enthalten weniger Produkt, ohne dass es auf den ersten Blick auffällt.

Praxisbeispiele für versteckte Preiserhöhung

Kleinere Produktgrößen bei gleichem Preis zeigen, wie Hersteller versteckte Preiserhöhungen durch Shrinkflation umsetzen. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) zeigt, wie stark sich das auswirken kann:

  • Capri-Sun Orange (2024): Der Anteil an Orangensaft sank von 7 % auf 5 %.

  • Schärdinger Protein Kakao (2024): Der Proteingehalt pro 750‑g-Flasche reduzierte sich von 45 g auf 35 g.

  • Jacobs 3 in 1 Classic Löslicher Kaffee (2025): Der Kaffeeanteil pro Portionspackung ging von 1,4 g auf 1,2 g zurück.

  • Bella / Back Family Kochschokolade (Hofer) (2025): Der Kakaoanteil verringerte sich von 45 % auf 42 %.

  • Bella / Back Family Kuvertüre Vollmilch (2025): Der Kakaogehalt sank von 39 % auf 34 %.

  • Ruben's Pistaziencreme (2025): Der Pistazienanteil fiel von 45 % auf 15 %.

Folgen für Verbraucher und Konsum

Shrinkflation erhöht die finanzielle Belastung der Verbraucher, mindert das Vertrauen in die Lebensmittelindustrie und kann das Konsumverhalten langfristig verändern.

  • Im November 2025 lag die jährliche Lebensmittelinflation in Österreich bei rund 3,6 %, was zeigt, dass Lebensmittel teurer wurden als im Vorjahr (Quelle: Trading Economics).

  • Shrinkflation verschärft diese Belastung zusätzlich: Verbraucher erhalten für ihr Geld weniger Produkt, ohne dass der Preisanstieg sofort erkennbar ist.

  • Besonders Haushalte mit geringerem Einkommen sind davon betroffen, was die soziale Ungleichheit verstärkt.

  • Zudem kann Shrinkflation ein Gefühl der Täuschung hervorrufen und das Vertrauen in die Lebensmittelindustrie nachhaltig schwächen.

  • Dies wirkt sich auch auf das Konsumverhalten aus, da Kunden künftig kritischer auf Preis und Qualität von Produkten achten.

Shrinkflation stoppen: Das müssen Händler ab 2026 beachten

Ab April 2026 bis Mitte 2030 müssen Händler Produkte mit reduzierter Füllmenge klar kennzeichnen. Ziel ist Transparenz bei Shrinkflation und korrekte Ausweisung der Grundpreise. Verstöße ziehen Geldstrafen nach sich.

Ziel des Gesetzes

Das Anti-Mogelpackungs-Gesetz und Änderungen im Preisauszeichnungsgesetz verpflichten den Handel dazu, Produkte mit verringerter Füllmenge bei gleicher Verpackungsgröße deutlich zu kennzeichnen. Grundpreise (z. B. pro Kilo oder Liter) müssen klar ausgewiesen werden.

Wer ist betroffen?

Die Kennzeichnungspflicht gilt für stationäre Händler im Lebensmittel- und Drogerieeinzelhandel, sofern ihre Verkaufsfläche über 400 m² liegt oder das Unternehmen mehr als fünf Filialen betreibt.

Pflichten der Händler

  • Hersteller müssen Produkte, deren Inhalt reduziert wurde, deutlich kennzeichnen – am Produkt, am Regal, in der näheren Umgebung oder über ein Informationsschild.

  • Die Kennzeichnung muss leicht verständlich sein, z. B. mit dem Hinweis: „Achtung: Weniger Inhalt – höherer Preis."

  • Der Grundpreis muss in einer Schriftgröße angegeben werden, die mindestens 50 % der Schriftgröße des Verkaufspreises beträgt (z. B. 8 mm Verkaufspreis, 4 mm Grundpreis).

  • Die Kennzeichnungspflicht gilt auch bei verringerter Stückzahl eines Produkts.

  • Ausgenommen sind Fälle, in denen die Grundpreiserhöhung weniger als 3 % beträgt, bereits ein entsprechender Hinweis vorhanden ist oder es sich um Produkte mit natürlichen Schwankungen handelt, wie etwa Salat oder Äpfel.

  • Die Kennzeichnung muss für einen Zeitraum von 60 Tagen erfolgen.

Konsequenzen bei Verstößen

Bei einem Verstoß gegen die Kennzeichnungspflicht erhalten Händler zunächst einen Verbesserungsauftrag innerhalb von drei Arbeitstagen. Kommen sie dem nicht nach, droht eine Geldstrafe von bis zu 2.500 € pro Produkt (maximal 10.000 €), bei wiederholten Verstößen steigt die Strafe auf bis zu 3.750 € pro Produkt (maximal 15.000 €).

Hinweis: Weitere Details zu den gesetzlichen Regelungen finden Sie in der Parlamentskorrespondenz Nr. 1154/2025!

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Fragen und Antworten

Shrinkflation beschreibt die Praxis von Unternehmen, Produkte zu verkleinern oder die Inhaltsmenge zu reduzieren, ohne den Verkaufspreis anzupassen. Für Verbraucher wirkt es, als bliebe alles gleich, tatsächlich zahlen sie aber mehr pro Einheit. Ziel ist, Kostensteigerungen auszugleichen oder die Gewinnmarge zu sichern. Shrinkflation betrifft insbesondere den Lebensmittelhandel, aber auch andere Produkte von Produzenten.

Shrinkflation beeinflusst die Lebensmittelpreise erheblich, da Konsumenten trotz gleichbleibendem Stückpreis weniger Inhalt erhalten; der Zusammenhang zwischen Verpackungsgröße, Portionierungsgrößen und Preis wird oft verschleiert, was die Teuerung weniger offensichtlich macht.

Häufige Beispiele sind Lebensmittel wie Schokolade, Kekse oder Nudeln, deren Packungen kleiner werden, ohne dass der Preis sinkt. Auch Getränke, Fertiggerichte oder Haushaltsprodukte wie Waschmittel und Toilettenpapier werden in reduzierten Mengen angeboten. Shrinkflation tritt vor allem in Branchen auf, in denen Produkte regelmäßig konsumiert werden und die Verwendung täglich oder häufig erfolgt.

Mogelpackungen sind Produkte, deren Inhalt oder Portionsgröße reduziert wird, während Preis, Verpackung oder unverändert bleiben. Typische Fälle finden sich bei Lebensmitteln, Getränken, Süßigkeiten, aber auch bei Drogerieartikeln und Haushaltswaren.

Skimplation beschreibt eine versteckte Preiserhöhung, bei der nicht die Menge eines Produkts reduziert wird, sondern bestimmte wertgebende Zutaten verändert oder durch günstigere Alternativen ersetzt werden. Ein Beispiel ist eine Bolognese-Soße, bei der der Anteil an Rindfleisch verringert wird, während der Preis gleich bleibt. Ziel ist es, Kosten zu sparen, ohne dass der Preis für Verbraucher:innen unmittelbar steigt.

Unternehmen greifen auf verschiedene Strategien zurück: Reduzierung der Füllmenge, Anpassung der Verpackungsgröße, betonte „neue Rezeptur“, Einführung von Produktneuheiten oder Limited Editions sowie versteckte Mengenkürzungen bei Großpackungen. Durch zielgerichtetes Marketing lassen sich diese Preiserhöhungen unauffällig einführen, während die Marktmacht im Handel gesichert wird.

Quellen