Betriebsausgaben & Betriebseinnahmen

Was sind Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben?

Betriebsausgaben sind die Aufwendungen (Ausgaben), die durch den laufenden Betrieb im Unternehmen veranlasst sind. Die Ausgaben kürzen den Gewinn und haben den steuerlichen Effekt, dass sie die Bemessungsgrundlage der Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer senken. Betriebseinnahmen im Unternehmen sind alle finanziellen Zugänge oder Vorteile mit in Geld auszudrückendem Gegenwert für das Unternehmen, die im Unternehmensablauf anfallen.

Betriebsausgaben: Definition & Übersicht

Betriebliche Ausgaben gemäß Einkommensteuergesetz | Kürzung des Unternehmensgewinns | Senken der steuerlichen Bemessungsgrundlage

 

Welche Ausgaben eines Unternehmens zu den sogenannten Betriebsausgaben gehören, ist in § 4 Abs 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) geregelt.

Diese Ausgaben haben für Unternehmen in steuerlicher Hinsicht eine besondere Bedeutung:

  • Betriebsausgaben kürzen den Gewinn des Unternehmens
  • Dadurch wird die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer reduziert
  • Das bedeutet: Betriebsausgaben haben für Unternehmen einen positiven Steuereffekt


Was gehört zu den Betriebsausgaben?

Gemäß Bestimmungen gelten alle Ausgaben, die eine betriebliche Veranlassung haben, als Betriebsausgaben. Dabei gilt, dass diese Transaktionen auch im wirtschaftlichen Zusammenhang mit der Tätigkeit stehen und durch die Tätigkeit veranlasst sein müssen. Die tatsächliche Bezahlung oder der Wertetransfer bei nicht monetären Transaktionen muss entsprechend nachzuweisen sein!

Grundsätzlich müssen die Aufwendungen also folgende Merkmale erfüllen, um als Abzugsposten im Sinne der Betriebsausgaben im Unternehmen zu gelten:

  • Die Ausgaben müssen mit einer betrieblichen Tätigkeit im Zusammenhang stehen
  • Die Ausgaben müssen aus der Sicht des Unternehmers seinem Betrieb dienen oder ihn unfreiwillig treffen
  • Die Ausgaben dürfen nicht unter ein Abzugsverbot fallen, insbesondere betrifft das die Bestimmungen über Nichtabzugsfähige Aufwendungen und Ausgaben in § 20 EStG (u.a. Lebensführungskosten, privat veranlasste Ausgaben, etc.)

Der Begriff der "Betriebsausgaben" ist weit gefasst - was der eine Unternehmer für seinen Betrieb als notwendig erachtet, kümmert den anderen wiederum nicht. Viele Betriebsausgaben hängen daher auch von der jeweiligen Branche ab.

Grundsätzlich in den Bestimmungen als Betriebsausgaben angeführt:

  • Beiträge des Versicherten zur Pflichtversicherung in der gesetzlichen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung

  • Beiträge zur gesetzlichen Arbeitslosenversicherung

  • Pflichtbeiträge zu Versorgungs- und Unterstützungseinrichtungen der Kammern der selbständig Erwerbstätigen, soweit diese Einrichtungen der Kranken-, Unfall-, Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung dienen

  • Beiträge zu einer inländischen gesetzlichen Krankenversicherung - dabei zu beachten: Beiträge zu inländischen gesetzlichen Krankenversicherungen sind nur insoweit abzugsfähig, als sie der Höhe nach insgesamt Pflichtbeiträgen in der gesetzlichen Sozialversicherung entsprechen

  • Beiträge zu Einrichtungen, die der Krankenversorgung dienen

  • An eine Betriebliche Vorsorgekasse (BV-Kasse) geleistete Pflichtbeiträge im Sinne der §§ 6 und 7 BMSVG für freie Dienstnehmer, des § 52 Abs. 1 und des § 64 Abs. 1 BMSVG im Ausmaß von höchstens 1,53% der Beitragsgrundlagen gemäß § 6 Abs. 5, § 52 Abs. 3 und § 64 Abs. 3 BMSVG

Quelle der Bestimmungen: Paragraf 4 des Einkommensteuergesetzes 1988 (EStG): Tagesaktuelle Fassung im RIS


Detaillierte Ausführung der Ausgaben, welche betrieblicher Natur sind bzw. sein können:

  • Beiträge zu gesetzlichen Pflichtversicherungen (z.B. GSVG)
  • Pflichtbeiträge zu Versorgungs- und Unterstützungseinrichtungen der Kammern der selbstständig Erwerbstätigen, soweit diese Kranken-, Unfall-, Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung dienen
  • Beiträge zu Pensionskassen und betrieblichen Kollektivversicherungen: Die Zusagen dürfen 80 % des letzten laufenden Aktivbezuges nicht übersteigen. Beitragsorientierte Zusagen dürfen 10 % der Lohn- und Gehaltssumme der Anwartschaftsberechtigten nicht übersteigen. Dabei zu beachten: Beiträge des Arbeitgebers für sich sind nicht abzugsfähig!
  • Beiträge an betriebliche Unterstützungskassen und sonstige Hilfskassen (gedeckelt)
  • Zuwendungen an den Betriebsratsfonds im Ausmaß von bis zu 3 % der Lohn- und Gehaltssumme
  • Zuwendungen aus dem Betriebsvermögen an Universitäten, Museen, Nationalbibliothek, Forschungsförderungsfonds, bestimmte juristische Personen (z.B. Vereine - dabei ist ein Spendenbegünstigungsbescheid Voraussetzung) zur Forschung und Erwachsenenbildung im Ausmaß von bis zu 10 % des Vorjahresgewinns
  • Zuwendungen aus dem Betriebsvermögen an gemeinnützige Dachverbände (§ 34 ff BAO), deren ausschließlicher Zweck die Förderung des Behindertensports ist - im Ausmaß von bis zu 10 % des Vorjahresgewinns
  • Aus-, Fortbildungs- und Umschulungsaufwendungen unter bestimmten Voraussetzungen rückwirkend ab Veranlagung 2003, gegebenenfalls auch AHS und ordentliche Universitätsstudien (AbgÄG 2004). Dabei zu beachten: Nächtigungsaufwand maximal nach Reisegebührenvorschrift!
  • Geld- oder Sachaufwendungen im Zusammenhang mit der Hilfestellung in Katastrophenfällen (v.a. Naturkatastrophen), wenn sie der Werbung dienen
  • Verpflegungsmehraufwand für ausschließlich betrieblich veranlasste Reisen ohne Nachweis der Höhe, soweit nicht über den Sätzen des § 26 Z 4 EStG
  • Beiträge für die freiwillige Mitgliedschaft bei Berufs- und Wirtschaftsverbänden unter bestimmten Voraussetzungen

Zu beachten: Fiktive Ausgaben als Betriebsausgaben

Fiktive Ausgaben, wie beispielsweise Diäten, Kilometergeld oder Abschreibung für Abnutzung, können nach Aufzeichnung dieser ebenso als Ausgaben geltend gemacht werden. Alle Betriebsausgaben müssen mittels Belegen wie Rechnungen, Zahlungsbelägen oder Verträgen nachgewiesen werden bzw. nachweisbar sein!

Betriebsausgaben: Privatanteil

Nicht alle betrieblichen Ausgaben sind auch wirklich zu 100 % betriebliche Ausgaben, sondern werden zum Teil auch privat genutzt.

Die Details zu den Privatanteilen finden Sie hier:

Weiterlesen zu: Privatnutzung und Privatanteil

Betriebeinnahmen: Definition & Übersicht

Betriebliche Einnahmen | Betriebseinnahmen und Steueraspekte | Betriebseinnahmen und Steuereffekte


Das Gegenstück zu den Betriebsausgaben im Unternehmen bilden die Betriebseinnahmen. Von Betriebseinnahmen wird per Definition dann gesprochen, wenn dem Steuerpflichtigen (Unternehmer) Geld oder Vorteile mit finanziellem Gegenwert (Geldwert) im Rahmen des Betriebes zufließen.
Allerdings ist der Begriff der Betriebseinnahmen nicht explizit gesetzlich geregelt, sprich es ist nicht ausdrücklich festgeschrieben, welche Einnahmen konkret oder ausschließlich als Betriebseinnahmen zu betrachten sind. Zur Auslegung der Begrifflichkeit werden daher auch die Paragrafen 4 und 15 des Einkommensteuergesetzes herangezogen.

Alle Beträge, die mittels Rechnung oder Honorarnote an Kunden gestellt werden, zu Einnahmen führen und im Rahmen der betrieblichen Ausübung des Berufs erzielt werden, zählen zu den Betriebseinnahmen und müssen als solche aufgezeichnet werden.
In Summe gehören zu den Betriebseinnahmen alle Zugänge in Geld oder Zugänge, die in Geld bzw. finanziellem Gegenwert für das Unternehmen ausgedrückt werden können, solange diese im Rahmen des Unternehmens anfallen. Daher fallen nicht nur Einnahmen aus der eigentlichen betrieblichen Tätigkeit, also die erzielten Umsätze, darunter, sondern auch Einnahmen aus Hilfsgeschäften wie beispielsweise Anlagenverkäufe, Nebengeschäften oder auch Einnahmen aus Versicherungsentschädigungen sowie nicht nur geringfügige Zuwendungen von Geschäftsfreunden bzw. Kunden oder Patienten (z.B. Urlaubsreisen, Sach- oder Geldzuwendungen).

Ist der Unternehmer umsatzsteuerpflichtig, so ist bei allen Einnahmen die Umsatzsteuer auf der Rechnung bzw. Honorarnote entsprechend den gesetzlichen Umsatzsteuersätzen anzugeben und hinzuzurechnen.

  • Erlöse aus Warenverkäufen
  • Erlöse aus Dienst- und Werkleistungen
  • Erlöse aus dem Verkauf von Anlagevermögen
  • Provisionseinnahmen im Rahmen des Betriebes
  • Erlöse aus der Vermietung von Anlagevermögen
  • Empfangene Leistungen von betrieblich abgeschlossenen Sachversicherungen (Schadenersatz)
  • Betrieblich veranlasste Abfindungen (Ablösen), z.B. Mietrechte betreffend das Geschäftslokal
  • Laufende Erträge aus betrieblichen Kapitalanlagen (Konten, Sparguthaben, Wertpapiere, Kapitalbeteiligungen)
  • Gewinne aus der Veräußerung (=sonstigen Realisierung) von Kapitalanlagen des Betriebsvermögens
  • Gewinne aus der Veräußerung (=sonstigen Realisierung) von betrieblichen Grundstücken (Grund und Boden und Gebäuden)
  • Gewinne aus der Entnahme von Gebäuden (die Entnahme von Grund und Boden erfolgt seit 01.04.2012 grundsätzlich zum Buchwert und ist daher steuerfrei)

Besonderheiten bei der Besteuerung hierbei: Diese Einnahmen sind steuerrechtlich so geregelt, dass sie grundsätzlich nicht in die Bemessungsgrundlage der tarifmäßigen Einkommensteuer aufzunehmen sind, sondern aus dem Gewinn ausscheiden.

Bei inländischen Kapitaleinkünften wiederum erfolgt in der Regel ein KESt-Abzug. Die Kapitalertragsteuer (KESt) ist eine Erhebungsform der Einkommensteuer und beträgt:

  • 27,5 Prozent als allgemeiner Satz für Dividenden, Ausschüttungen, Wertpapiererträge, Substanzgewinne aus der Realisierung von Kapitalanlagen (z.B. im Betriebsvermögen gehaltenen Aktien)
  • 25 Prozent für Zinsen aus Spareinlagen oder für die Verzinsung des Firmenkontos (bis zum Jahr 2015 galt der Satz von 25 Prozent als allgemeiner besonderer Steuersatz für die meisten Kapitaleinkünfte)
  • Ausländische Kapitaleinkünfte unterliegen in der Veranlagung dem gleichen festen Steuersatz wie entsprechende Inlandseinkünfte, die der KESt unterworfen sind

Quelle der Angaben: Bundesministerium für Finanzen - Infoseite Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben des Unternehmensservice Portal (USP)

Betriebseinnahmen: Steueraspekte und Steuereffekt


Betriebseinnahmen und Kapitalertragsteuer

Die KESt bewirkt bei Kapitalerträgen von Einzelunternehmern oder Personengesellschaftern immer eine Endbesteuerung. Das heißt, diese Erträge müssen nicht in den zu versteuernden Gewinn einbezogen werden. Substanzgewinne (also Veräußerungsgewinne) hingegen müssen trotz KESt-Abzugs bei Inlandsdepot in die Steuererklärung anhand der Beilage E1kv aufgenommen werden.

Betriebseinnahmen und Kapitalertragsteuer: Steuereffekt

Die KESt bzw. die festen Steuersätze können bei niedrigem oder negativem Einkommen von Nachteil sein, wenn die daraus resultierende Steuer höher wäre als die nach dem allgemeinen Tarif berechnete Einkommensteuer. Daher kann eine Regelbesteuerung (= Besteuerung zum allgemeinen Tarif) beantragt werden. Diese muss dann für sämtliche (betriebliche und private) Kapitaleinkünfte gemeinsam ausgeübt werden. Damit wird auf die Endbesteuerungswirkung der KESt für Kapitalerträge verzichtet. Eine Regelbesteuerung kommt z.B. bei Vorliegen eines Verlustes in Betracht, der nicht ausgeglichen werden kann.

Betrieblicher Gewinn aus Grundstücksverkauf oder Entnahme von Betriebsgebäuden

Bei betrieblichen Gewinnen aus dem Verkauf von Betriebsgrundstücken oder der Entnahme von Betriebsgebäuden besteht grundsätzlich ein fester Steuersatz (ImmoESt) von in Höhe von:

  • 30 Prozent für Veräußerungen seit 2016
  • 25 Prozent für Veräußerungen bis 2015

Betriebseinnahmen aus Wertsteigerungen von Grundstücken

Wie Substanzgewinne aus Kapitalanlagen sind auch realisierte Wertsteigerungen von Grundstücken nicht endbesteuert und werden daher als Teil des Betriebsgewinns betrachtet. Der feste Steuersatz bleibt aber auch im Rahmen der Veranlagung erhalten - es sei denn, es wird eine Regelbesteuerung für Grundstücksgewinne beantragt. Die entrichtete KESt bzw. ImmoESt wird auf die Einkommensteuerschuld angerechnet.

Betriebseinnahmen: Privatentnahmen

Bei Privatentnahmen kommt es darauf an, ob Geld oder Anlagen bzw. Waren entnommen werden.

Entnahmen von Waren sind mit dem Herstellungs- oder Anschaffungspreis als Einnahmen zu verbuchen.

Kommt es zu Entnahmen von Anlagen, so wird der Restbuchwert als Ausgaben angesetzt. Als Einnahme wird der Teilwert angenommen, also der Wiederbeschaffungswert des Anlagegutes zum Zeitpunkt der Entnahme unter Berücksichtigung der Absetzung für Abnutzung (AfA).

Entnahmen von Geld haben keine Auswirkung auf die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung des Unternehmens und müssen demnach auch nicht aufgezeichnet werden. Einzige Ausnahme ist die Führung des Kassabuches zur Aufzeichnung von Bestandsveränderungen.

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Siehe auch

Quellen: