Einfuhrumsatzsteuer & Zoll: Importe aus Nicht-EU-Ländern

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Einfuhrumsatzsteuer & Zoll: Importe aus Nicht-EU-Ländern

Egal ob durch Unternehmer oder Privatpersonen - wenn Waren aus Drittstaaten, sprich Staaten außerhalb der Europäischen Union, eingeführt werden, ist neben den Zollabgaben auch die sogenannte Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) abzuführen.

Letzte Aktualisierung:
Simone A. Mitgründerin, Entwicklung, Inhalt & Marketing

Die EUSt ist vom Prinzip her vergleichbar mit der Umsatzsteuer im Inland und betrifft sowohl Unternehmer als auch Privatpersonen.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, worauf es dabei zu achten gilt und welche Bestimmungen gelten.

Was ist die Einfuhrumsatzssteuer?

Wenn ein Gegenstand beziehungsweise ein Produkt von einem Drittland aus, sprich aus einem Staat außerhalb der Europäischen Union, nach Österreich eingeführt wird, fällt neben etwaigen Zöllen auch die sogenannte Einfuhrumsatzsteuer, kurz EUSt, an.

Die EUSt wird als Ausgleich für die im Inland abzuführende Besteuerung eingehoben, diese Einfuhrabgabe unterliegt den aktuellen Bestimmungen des Zollkodex der Europäischen Union.
Die Einfuhrumsatzsteuer ist fällig, sobald Waren aus einem Drittstaat (das sind alle Staaten ausserhalb der Europäischen Union) in die EU, sprich einen EU-Mitgliedsstaat wie beispielsweise Österreich, eingeführt werden.

Vom Prinzip her ist die EUSt vergleichbar mit der Umsatzsteuer im Inland. Hintergrund der EUSt ist, dass Waren im Ausland nicht ohne die Umsatzsteuer an Endkunden weitergegeben werden sollen.

Die genauen Informationen zu Umsatzsteuer, den dabei wichtigen Bestimmungen sowie zu den Bestimmungen und Regelungen für Wareneinfuhren aus Mitgliedsstaaten der Europäischen Union finden Sie in unserem Ratgeberartikel zur Umsatzbesteuerung in Österreich!

Die Einfuhrumsatzsteuer auf Waren ist von den Endverbrauchern (Konsumenten) zu entrichten, genauso wie der Zoll und gegebenenfalls Verbrauchsteuern.

Für die Berechnung und als Bemessungsgrundlage der EUSt sind der Zollwert der Einfuhrwaren sowie die Zollabgaben und etwaige Zusatzkosten wie Transport-, Fracht und Versandgebühren von Bedeutung.

Zollwert & Zoll: Grundlage für die Bemessung der EUSt

Die Berechnung der EUSt geschieht immer auf Basis der Gesamtsumme aus Zollwert (Wert der Sendung an der Außengrenze der EU), Frachtkosten bis zum ersten inländischen Bestimmungsort und Zollbetrag für die Einfuhrware.

Der Zoll legt den jeweiligen Zollwert der Ware fest - dieser ist höher als der eigentliche Warenwert, weil er ausländische Steuern ebenso beinhaltet wie Transport-, Fracht- oder Versandkosten.

Hiervon wird eine Zollabgabe berechnet:
Zollwert plus Zollbetrag zuzüglich Beförderungskosten bilden die Bemessungsgrundlage.

Innerhalb des EU-Raumes findet keine Verzollung statt. Die Freigrenzen beziehungsweise Freimengen für Waren aus Drittländern, beispielsweise für Zigaretten, Alkohol, etc., gelten nur für Reisende (Einfuhr im Gepäck des Reisenden) und in eingeschränktem Ausmaß auch für private Geschenksendungen.

Zoll ist zusätzlich zur EUSt ab einem Warenwert von 150 Euro zu entrichten. Die Höhe der Zollabgaben richtet sich nach der Ware selbst, dem Wert dieser und nach dem Ursprungsland der Ware.

Erläuterung zum Zollwert von Einfuhrwaren:

Den bei jeder Wareneinfuhr festzulegenden Zollwert der jeweiligen Einfuhrware regelt das EU-Zollrecht, basierend auf dem seit 1947 bestehenden und weltweit anerkannten sowie angewandten GATT-Zollwertkodex.

Dabei versteht sich als Zollwert einer eingeführten Ware der Transaktionswert, sprich der für die Einfuhr der Ware tatsächlich bezahlte oder zu zahlende Preis, inklusive etwaiger Steuern der Drittstaaten, Anzahlungen und Vorauskassen, Transport-, Fracht- oder Versandkosten, usw.

Es handelt sich somit beim Zollwert um die vollständige Zahlung, die der Käufer an den Verkäufer für die eingeführte Ware entrichtet oder zu entrichten hat. Die Umrechnung der in Fremdwährung ausgedrückten Beträge hat durch die vom Bundesministerium für Finanzen monatlich festgelegten Zollwertkurse, die Sie auf der Infoseite „Kassenwerte, Zollwertkurse und Zollentrichtungskurse“ des BMF sowie durch Suchabfrage in aktueller Fassung im Findok des BMF finden.

Wer ist von der Einfuhrumsatzsteuer betroffen und wie hoch ist diese?

Unternehmer und Privatpersonen sind gleichermaßen von der EUSt betroffen beziehungsweise fallen beide Gruppen gleichermaßen unter diese Regelung:
Wer aus Drittstaaten Gegenstände (Produkte) in die EU respektive nach Österreich importiert, ist Einfuhrumsatzsteuer-Schuldner

Die EUSt muss an das Finanzamt bezahlt werden, wobei sich die Höhe nach dem Zollwert (Erklärung s.u.) richtet. Für die Einhebung der Abgaben ist die Zollbehörde zuständig.

Wichtig: Es ist nicht relevant, ob die Ware durch eine Privatperson oder ein Unternehmen eingeführt wird, diese Abgabe in Form einer Einfuhrsteuer fällt für alle gleichermaßen an!

Wie hoch ist die Einfuhrumsatzsteuer, wie wird sie berechnet?

Die EUSt beträgt 20 Prozent der Bemessungsgrundlage aus Zollwert der Ware sowie Zollabgabe auf die Ware und etwaiger Zusatzkosten wie Transport-, Fracht oder Versandgebühren - oder, je nach Produktgruppe, einen geringeren Prozentsatz.

Sobald eine Ware bei einem (Versand-) Händler bestellt wird, fallen die vollen Einfuhrabgaben an.
Waren, die beispielsweise in den USA, in Asien oder Südafrika per Internet-Bestellung gekauft und importiert werden und einen Warenwert von über 22 Euro aufweisen, sind einfuhrumsatzsteuerpflichtig.

Wie wird die EUSt entrichtet?

Für Unternehmer gibt es zwei Möglichkeiten, die EUSt zu entrichten:

Entrichtung direkt beim Zollamt (bare Entrichtung)

Darunter versteht man, dass die Zahlung ans Zollamt erfolgt – in der Regel wird dies durch den Anmelder oder aber auch durch eine Vertretung, wie etwa einen Spediteur, vorgenommen. Die Bezahlung der Einfuhrumsatzsteuer erfolgt dadurch entweder direkt in Form einer Barzahlung an der Zollkassa oder über das Abgabenkonto des Anmelders.

Entrichtung durch Buchung auf das Steuerkonto des Steuerschuldners (unbare Entrichtung)

Es kann auch die unbare Entrichtung der EUSt in der Zollanmeldung beantragt werden.

Wird diese beantragt und die Entrichtung der EUSt auf diese Weise vorgenommen, wird die Höhe der Einfuhrumsatzsteuer dennoch vom Zollamt festgelegt - der Betrag wird jedoch direkt auf das Steuerkonto des Anmelders gebucht.
Die Überwachung des Steuervorgangs geht dadurch von der Zollbehörde an das zuständige Finanzamt über.

Um das in Anspruch nehmen zu können, muss man einerseits die Waren in das Unternehmen einführen und andererseits ist es unabdinglich, dass das Unternehmen in Österreich zur Umsatzsteuer erfasst ist sowie das Steuerverfahren beim Zollamt im Zuge der Zollanmeldung beantragt wird.

Vorteile dieser unbaren Entrichtungsvariante können etwa sein, dass die zu zahlende EUSt als Vorsteuer abzugsfähig wird, also kein eigentlicher Geldfluss stattfindet und man sozusagen nichts vorfinanzieren muss.

Das können auch Unternehmer machen, die nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind – diese bekommen das Geld zwar nicht zurück oder abgezogen, es verschiebt sich aber der Fälligkeitstermin der zu entrichtenden (Einfuhr-) Umsatzsteuer!

Wann kann die EUSt als Vorsteuer abgezogen werden?

Weil die Vorsteuer zum gleichen Zeitpunkt wirksam wird wie die Einfuhrumsatzsteuer, kann die EUSt in der Umsatzsteuervoranmeldung (UVA, Informationen dazu in unserem Artikel zur Umsatzbesteuerung), deren Fälligkeitszeitpunkt wiederum mit der Fälligkeit der EUSt zusammenfällt, als Vorsteuer geltend gemacht werden.

Die EUSt, welche dadurch in der Voranmeldung für einen bestimmten Monat als Vorsteuer zu erfassen ist, entspricht betragsmäßig der Sammelbuchung, mit welcher sie auf dem Steuerkonto des Unternehmers für den betreffenden Monat belastet wurde.

Die Zollabwicklung - ein komplexes Thema

Da die Zollabwicklung als solche ein relativ kompliziertes sowie mit einem gewissen administrativen Aufwand verbundenes Thema ist, wird diese meistens von den Import-Dienstleistern, wie beispielsweise UPS (United Parcel Service of America, Inc.; Angaben zur Zollabwicklung von UPS siehe hier) abgewickelt.

Weitere Informationen rund um die Zollabwicklung mit einer Liste der Zollämter in Österreich sowie den Kontaktdaten der in Österreich zuständigen Zentrale Auskunftsstelle Zoll finden auf der Webseite des Bundesministeriums für Finanzen.

Die Angaben zu Zollberechnung und Zolltarif finden Sie auf der Auskunftsseite der Zolltarifdatenbank der Europäischen Union, kurz TARIC (integrated Tariff of the European Union).
Dabei handelt es sich um eine mehrsprachige Datenbank, in der alle Maßnahmen im Zusammenhang mit zolltarifären, handels- und agrarpolitischen EU-Rechtsvorschriften enthalten sind.

Sämtliche Produktgruppen mit den jeweiligen Zollbestimmungen finden Sie tagesaktuell direkt in der gesamten Zoll- bzw. Steuerliste der Europäischen Kommission.

Zusammenfassung

Die Einfuhrumsatzsteuer, kurz EUSt, ist vom Prinzip her eine Abgabe ähnlich der Umsatzsteuer.

Die EUSt wird als Ausgleich für die im Inland abzuführende Besteuerung eingehoben, diese Einfuhrabgabe unterliegt den aktuellen Bestimmungen des Zollkodex der Europäischen Union.

Sowohl Unternehmer als auch Privatpersonen sind von der EUSt betroffen: Wer aus Drittstaaten Gegenstände (Produkte) in die EU respektive nach Österreich importiert, ist Einfuhrumsatzsteuer-Schuldner. 

Die EUSt wird an das Finanzamt abgeführt, wobei sich die Höhe nach dem Zollwert (Erklärung siehe oben im Artikel) richtet. Für die Einhebung der Abgaben ist die Zollbehörde zuständig.

Zu beachten: Es ist nicht relevant, ob die Ware durch eine Privatperson oder ein Unternehmen eingeführt wird - diese Einfuhrsteuer fällt für alle gleichermaßen an.

Die Zollabwicklung ist ein relativ kompliziertes Thema und wird daher meistens von den Import-Dienstleistern, wie beispielsweise UPS, abgewickelt.
Die Zoll- und Steuerliste je Produktgruppe mit den Zollbestimmungen der EU, kurz TARIC, finden Sie auf der entsprechenden Webseite der Europäischen Kommission.

Fragen und Antworten

Die EUSt ist eine Abgabe auf Einfuhr von Waren aus einem Drittstaat in Mitgliedsstaaten der EU, wie Österreich. Sie wird als Ausgleich für die im Inland abzuführende Besteuerung eingehoben und unterliegt den Bestimmungen des Zollkodex der Europäischen Union.

Vom Prinzip her ist die EUSt vergleichbar mit der Umsatzsteuer im Inland.

Der Zoll legt den jeweiligen Zollwert der Einfuhrware fest, wobei dieser höher als der eigentliche Warenwert ist: er beinhaltet ausländische Steuern ebenso wie Versand-, Transport- oder Frachtkosten.
Hiervon wird eine Zollabgabe berechnet: Zollwert plus der Zollbetrag zuzüglich der Beförderungskosten bilden einen Berechnungsgrundlagenbetrag. Die EUSt beträgt dann 20 Prozent der Bemessungsgrundlage oder, je nach Produktgruppe, einen geringeren Prozentsatz.

Die Daten zu den Zollabgaben und -werten der Produktgruppen finden Sie auf der TARIC-Liste auf der Webseite der Europäischen Kommission.

Für Unternehmer gibt es zwei Möglichkeiten, die EUSt zu entrichten:

Entrichtung direkt beim Zollamt (bare Entrichtung):

Darunter versteht man, dass die Zahlung ans Zollamt erfolgt - in der Regel wird dies durch den Anmelder oder aber auch durch eine Vertretung, wie etwa einen Spediteur, vorgenommen. Die Bezahlung der Einfuhrumsatzsteuer erfolgt dadurch entweder direkt in Form einer Barzahlung an der Zollkassa oder über das Abgabenkonto des Anmelders.

Entrichtung durch Buchung auf das Steuerkonto des Steuerschuldners (unbare Entrichtung):

Es kann auch die unbare Entrichtung der EUSt in der Zollanmeldung beantragt werden.

Unternehmer und Privatpersonen sind gleichermaßen von der EUSt betroffen, beide Gruppen fallen gleichermaßen unter diese Regelung:
Wer aus Drittstaaten Gegenstände (Produkte) in die EU respektive nach Österreich importiert, ist Einfuhrumsatzsteuer-Schuldner

Die EUSt muss an das Finanzamt bezahlt werden, wobei sich die Höhe nach dem Zollwert (Erklärung s.u.) richtet. Für die Einhebung der Abgaben ist die Zollbehörde zuständig.

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