Buchhaltung | Kleinstunternehmer

Unecht umsatzsteuerbefreit

Kleinstunternehmer sind Unternehmer, die unter die Netto-Umsatzgrenze von 30.000 EUR pro Jahr fallen (vor 2006 betrug die Grenze 22.000 EUR). Sie gehören zur Gruppe der Unecht Umsatzsteuerbefreiten Berufe.

Diese Unternehmer sind der Einfachheit halber ebenfalls von der Umsatzsteuer befreit. Sie dürfen allerdings auch keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Alle Ausgaben werden Brutto, dh: inklusive der Umsatzsteuer, als Ausgaben geltend gemacht. Die Grenze von 30.000 EUR darf einmal in fünf Jahren um 15% auf 34.500 EUR überzogen werden. 

Letzte Aktualisierung:
Simone A. Mitgründerin, Entwicklung, Inhalt & Marketing

Kleinstunternehmer sind von der Umsatzsteuer befreit. Wir erklären Ihnen, wann das für Sie zutrifft, welche Konsequenzen das hat und was Sie beachten sollten.

Was ist ein Kleinstunternehmer?

Kleinstunternehmer sind Unternehmer, die unter die Netto-Umsatzgrenze von 30.000 EUR pro Jahr fallen (vor 2006 betrug die Grenze 22.000 EUR). Sie gehören zur Gruppe der Unecht Umsatzsteuerbefreiten Berufe.

Diese Unternehmer sind der Einfachheit halber ebenfalls von der Umsatzsteuer befreit. Sie dürfen allerdings auch keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Alle Ausgaben werden Brutto, dh: inklusive der Umsatzsteuer, als Ausgaben geltend gemacht. Die Grenze von 30.000 EUR darf einmal in fünf Jahren um 15% auf 34.500 EUR überzogen werden. Hilfsgeschäfte können außer Acht gelassen werden.

Was passiert bei einer Überschreitung?

Überschreitet der Unternehmer diese Grenze, so gelten automatisch alle Umsätze inklusive der geltenden Umsatzsteuer. Eine nachträgliche Berichtigung der Rechnungen mit Umsatzsteuer, die den Rechnungsempfänger berechtigt, seinerseits diese als Vorsteuer wiederum abzuziehen, ist möglich.

Weist ein unecht steuerbefreiter Kleinunternehmer in seinen Rechnungen jedoch Beträge mit Umsatzsteuer aus, so ist die Umsatzsteuer auch an das Finanzamt abzuführen. Der unecht steuerbefreite Unternehmer ist von der Aufzeichnungspflicht und der Steuererklärung nicht befreit, sondern hat diese ordnungsgemäß durchzuführen. Bei Umsätzen unter 7.500 EUR pro Jahr entfällt die UST - Erklärungspflicht.

Kleinunternehmer haben die Möglichkeit, auf die unechte Steuerbefreiung zu verzichten, indem sie beim Finanzamt einen Antrag auf Regelbesteuerung stellen. Dies führt dazu, dass sie allen anderen steuerpflichtigen Unternehmen gleichgestellt werden. Die Rechnungslegung erfolgt mit Umsatzsteuer. Im Gegenzug kann die Vorsteuer für alle betrieblichen Aufwendungen vom Finanzamt zurückgeholt werden. Der Antrag auf Regelbesteuerung bindet KleinunternehmerInnen jedoch für mindestens 5 Jahre. Dies kann vor allem bei hohen Vorsteuerbeträgen, z.B. im Rahmen der Unternehmensgründung, als auch bei hauptsächlicher Lieferung an vorsteuerbefreite Unternehmen Vorteile haben.

Muss ich USt-Erklärungen abgeben?

Weist ein unecht steuerbefreiter Kleinunternehmer in seinen Rechnungen jedoch Beträge mit Umsatzsteuer aus, so ist die Umsatzsteuer auch an das Finanzamt abzuführen. Der unecht steuerbefreite Unternehmer ist von der Aufzeichnungspflicht und der Steuererklärung nicht befreit, sondern hat diese ordnungsgemäß durchzuführen. Bei Umsätzen unter 7.500 EUR pro Jahr entfällt die UST - Erklärungspflicht.

Kann ich auf diese Regelung verzichten?

Kleinunternehmer haben die Möglichkeit, auf die unechte Steuerbefreiung zu verzichten, indem sie beim Finanzamt einen Antrag auf Regelbesteuerung stellen. Dies führt dazu, dass sie allen anderen steuerpflichtigen Unternehmen gleichgestellt werden.

Die Rechnungslegung erfolgt mit Umsatzsteuer. Im Gegenzug kann die Vorsteuer für alle betrieblichen Aufwendungen vom Finanzamt zurückgeholt werden. Der Antrag auf Regelbesteuerung bindet KleinunternehmerInnen jedoch für mindestens 5 Jahre. Dies kann vor allem bei hohen Vorsteuerbeträgen, z.B. im Rahmen der Unternehmensgründung, als auch bei hauptsächlicher Lieferung an vorsteuerbefreite Unternehmen Vorteile haben.

Wo gebe ich das in FreeFinance an?

Jahreseinstellung

Wichtig ist die zentrale Einstellung der Umsatzsteuermethode in der Jahreseinstellung:

Hier wählen Sie Unecht Umsatzsteuerbefreit (siehe §6 Abs. 1) und geben im Feld darunter §6 Abs. 1 Zahl die Zahl Ihrer Berufsgruppe (oder Kleinstunternehmer) an.

Die gesamte Liste der Unecht Steuerbefreiten Berufsgruppen unter §6 UstG Abs. 1

Einnahmen / Rechnungen

Geben Sie bei Einnahmen und auch auf Ihren Rechnungen in der Rechnungslegung keine Umsatzsteuer (0%) an.

Ausgaben

Sie geben die Steuersätze in FreeFinance stets wie am Beleg angegeben ein. FreeFinance berechnet automatisch immer alle nötigen Beträge enstprechend der eingestellten Umsatzsteuermethode. Damit erhalten Sie sich die Möglichkeit, laufend zwischen den unterschiedlichen Berechnungsmethoden zu vergleichen. Sollten Sie auf die Nettoverrechnung wechseln (müssen), so brauchen Sie an den Eingaben nichts verändern.

Gemischtes Unternehmen

Haben Sie sowohl unecht umsatzsteuerbefreite als auch normale besteuerte Einkünfte, wird in FreeFinance die Umsatzsteuermethode in der Jahreseinstellung Nettoverrechnung eingestellt.

Einnahmen / Rechnungen

Geben Sie die Einnahmen oder auf den Rechnungen den Einkunftsart entsprechend mit Umsatzsteuer oder ohne Umsatzsteuer (0%) an.

Ausgaben

Hier ist es wichtig, das Sie aufteilen:

  • Ausgaben, die zur steuerpflichtigen Einkunftsart zählen, geben Sie mit den angefallenen Steuersätzen ein.
  • Ausgaben, die zur umstateuerbefreiten Einkunftsart zählen, geben Sie mit Brutto gleich Netto und 0% USt ein.