Buchhaltung | Kleinunternehmer & Kleinstunternehmer

Unecht umsatzsteuerbefreit

Kleinunternehmer sowie Kleinstunternehmer sind Unternehmer, die unter die Netto-Umsatzgrenze von 35.000 EUR pro Jahr fallen (bis 2006 betrug die Grenze 22.000 EUR und vor der nunmehr gültigen Neuregelung 2020 lag sie bei 30.000 EUR). Sie gehören zur Gruppe der Unecht Umsatzsteuerbefreiten Berufe.

Letzte Aktualisierung:
Simone A. Mitgründerin, Entwicklung, Inhalt & Marketing

Kleinunternehmer und Kleinstunternehmer sind von der Umsatzsteuer befreit. Wir erklären Ihnen, wann das für Sie zutrifft, welche Auswirkungen es hat und was Sie im Zuge der Regelung beachten sollten.

Was ist ein Kleinunternehmer bzw. Kleinstunternehmer

Kleinunternehmer und Kleinstunternehmer (idR eine Person, die das jeweilige Unternehmen führt) sind Unternehmer, die unter die Netto-Umsatzgrenze von 35.000 EUR pro Jahr fallen (bis 2006 betrug die Grenze 22.000 EUR und vor der nunmehr gültigen Neuregelung 2020 lag sie bei 30.000 EUR). Sie gehören zur Gruppe der Unecht Umsatzsteuerbefreiten Berufe.

Diese Unternehmer sind der Einfachheit halber ebenfalls von der Umsatzsteuer befreit. Sie dürfen allerdings auch keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Alle Ausgaben werden Brutto, sprich inklusive der Umsatzsteuer, als Ausgaben geltend gemacht. Die Grenze von 35.000 EUR darf einmal in fünf Jahren um 15 % auf 40.250 EUR überzogen werden. Hilfsgeschäfte können außer Acht gelassen werden.

Kleinunternehmer vs. Kleinstunternehmer: gibt es einen Unterschied?

Die Regelungen für Kleinunternehmer und Kleinstunternehmer sind gleich.
Beim Kleinstunternehmer handelt es sich in der Regel um eine Person, die das jeweilige Unternehmen führt. Bei Kleinunternehmern hingegen ist nicht klar definiert, wie viele Personen das Unternehmen leiten (dürfen).

Zu beachten: In den Bestimmungen und Regelungen der Umsatzbesteuerung sind Kleinunternehmer und Kleinstunternehmer gleichermaßen umfasst und daher in diesem Kontext gleichgestellt.

Was passiert bei der Überschreitung der Umsatzgrenze

Überschreitet der Unternehmer die Umsatzgrenze, so gelten automatisch alle Umsätze inklusive der geltenden Umsatzsteuer. Eine nachträgliche Berichtigung der Rechnungen mit Umsatzsteuer, die den Rechnungsempfänger berechtigt, seinerseits diese als Vorsteuer wiederum abzuziehen, ist möglich.

Muss ich USt-Erklärungen abgeben?

Weist ein unecht steuerbefreiter Kleinunternehmer in seinen Rechnungen Beträge mit Umsatzsteuer aus, so ist die Umsatzsteuer auch an das Finanzamt abzuführen.

Der unecht steuerbefreite Unternehmer ist von der Aufzeichnungspflicht und der Steuererklärung nicht befreit, sondern hat diese ordnungsgemäß durchzuführen. Bei Umsätzen unter 7.500 EUR pro Jahr entfällt diese USt-Erklärungspflicht.

Kann ich auf diese Kleinunternehmerregelung verzichten?

Kleinunternehmer haben grundsätzlich auch die Möglichkeit, auf die unechte Steuerbefreiung zu verzichten, indem sie beim Finanzamt einen Antrag auf Regelbesteuerung einbringen. Das führt dazu, dass sie allen anderen steuerpflichtigen Unternehmen gleichgestellt werden.

Die Rechnungslegung erfolgt dementsprechend mit Umsatzsteuer. Im Gegenzug kann die Vorsteuer für alle betrieblichen Aufwendungen vom Finanzamt zurückgeholt werden.

Zu beachten: Der Antrag auf Regelbesteuerung bindet Kleinunternehmer für mindestens 5 Jahre. Der Umstieg kann vor allem bei hohen Vorsteuerbeträgen, z.B. im Rahmen der Unternehmensgründung oder auch bei hauptsächlicher Lieferung an vorsteuerbefreite Unternehmen, Vorteile haben.

BUCHHALTUNG ENDLICH EINFACH

Mit FreeFinance wird die Buchhaltung wesentlich einfacher und Sie sparen damit auch wertvolle Zeit

30 Tage kostenlos testen

Wo gebe ich das in FreeFinance an?

Wichtig ist die zentrale Einstellung der Umsatzsteuermethode in der Jahreseinstellung:

Hier wählen Sie Unecht Umsatzsteuerbefreit (siehe § 6 Abs. 1 UStG) und geben im Feld § 6 Abs. 1 Zahl darunter die Zahl Ihrer Berufsgruppe (oder Kleinstunternehmer) an.

 

Die gesamte Liste der unecht steuerbefreiten Umsätze finden Sie unter § 6 UStG Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes 1994 (UStG).

Einnahmen / Rechnungen

Geben Sie bei Einnahmen und auch auf Ihren Rechnungen in der Rechnungslegung keine Umsatzsteuer (0 %) an.

Ausgaben

Sie geben die Steuersätze in FreeFinance stets wie am Beleg angegeben ein. FreeFinance berechnet automatisch immer alle nötigen Beträge entsprechend der eingestellten Umsatzsteuermethode.

Damit erhalten Sie sich die Möglichkeit, laufend zwischen den unterschiedlichen Berechnungsmethoden zu vergleichen. Sollten Sie auf die Nettoverrechnung wechseln (müssen), so brauchen Sie an den Eingaben nichts verändern.

Gemischtes Unternehmen

Haben Sie sowohl unecht umsatzsteuerbefreite als auch normal besteuerte Einkünfte, wird in FreeFinance-Jahreseinstellung die Umsatzsteuermethode Nettoverrechnung eingestellt.

Einnahmen / Rechnungen

Geben Sie die Einnahmen oder auf den Rechnungen der Einkunftsart entsprechend mit Umsatzsteuer oder ohne Umsatzsteuer (0 %) an.

Ausgaben

Hier ist es wichtig, dass Sie aufteilen:

  • Ausgaben, die zur steuerpflichtigen Einkunftsart zählen, geben Sie mit den angefallenen Steuersätzen ein.

  • Ausgaben, die zur umsatzsteuerbefreiten Einkunftsart zählen, geben Sie mit Brutto gleich Netto und 0 % USt ein.

Fragen und Antworten

Unecht steuerbefreit bedeutet, dass zwar die Umsätze steuerbefreit sind, die mit diesen befreiten Umsätzen in Zusammenhang stehenden Vorsteuerbeträge dürfen aber nicht abgezogen werden. Unecht steuerbefreit bzw. unecht umsatzsteuerbefreit bedeutet also, dass auch kein Recht auf Vorsteuerabzug besteht, sofern man in die Regelung fällt.

Wenn ein unternehmerischer Umsatz dem Umsatzsteuergesetz (UStG) unterliegt, wird er als steuerbar bezeichnet und kann grundsätzlich steuerpflichtig oder steuerfrei sein.

Bei steuerfreien Umsätzen unterscheidet man zwischen echter und unechter Steuerbefreiung. Die Unterscheidung bezieht sich dabei grundsätzlich darauf, ob mit dem Umsatz in Zusammenhang stehende Vorsteuern abzugsfähig sind.

Im Gegensatz zur unechten Steuerbefreiung bleibt bei echt steuerbefreiten Umsätzen, z.B. bei Ausfuhrlieferungen in Drittstaaten, das Recht zum Vorsteuerabzug erhalten.

Kleinunternehmer und Kleinstunternehmer (idR eine Person, die das jeweilige Unternehmen führt) sind Unternehmer, die unter die Netto-Umsatzgrenze von 35.000 EUR pro Jahr fallen (bis 2006 betrug die Grenze 22.000 EUR und vor der nunmehr gültigen Neuregelung 2020 lag sie bei 30.000 EUR). Sie gehören zur Gruppe der Unecht Umsatzsteuerbefreiten Berufe.

Diese Unternehmer sind von der Umsatzsteuer befreit.

Zu beachten:
Weist ein unecht steuerbefreiter Kleinunternehmer in seinen Rechnungen jedoch Beträge mit Umsatzsteuer aus, so ist die Umsatzsteuer auch an das Finanzamt abzuführen.
Der unecht steuerbefreite Unternehmer ist von der Aufzeichnungspflicht und der Steuererklärung nicht befreit, sondern hat diese ordnungsgemäß durchzuführen. Bei Umsätzen unter 7.500 EUR pro Jahr entfällt die USt-Erklärungspflicht.

Die Regelungen für Kleinunternehmer und Kleinstunternehmer sind gleich.
In den Bestimmungen der Umsatzbesteuerung sind Kleinunternehmer und Kleinstunternehmer gleichermaßen umfasst und daher in diesem Kontext gleichgestellt: sie gehören zur Gruppe der Unecht Umsatzsteuerbefreiten Berufe.

Diese Unternehmer sind, sofern es sich nicht um Kleinunternehmer handelt, die zur Regelbesteuerung optieren, von der Umsatzsteuer befreit und dürfen daher auch keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Alle Ausgaben werden Brutto, sprich inklusive der Umsatzsteuer, als Ausgaben geltend gemacht. Die Umsatzgrenze von 35.000 EUR (netto) darf einmal in fünf Jahren um 15 % auf 40.250 EUR überzogen werden. Hilfsgeschäfte können außer Acht gelassen werden.

Weitere Informationen & Quellen