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Umsatzsteuer & Co | Unternehmer in Österreich

Umsatzsteuer, UID-Nummer & Co: Umsatzbesteuerung in Österreich

Umsatzsteuer, Umsatzsteuervoranmeldung (UVA), Vorsteuer, UID-Nummer und Reverse Charge-Verfahren - was es als Unternehmer zu beachten gilt!

Letzte Aktualisierung:
Simone A. Mitgründerin, Entwicklung, Inhalt & Marketing

Mit der Umsatzsteuer, umgangssprachlich auch Mehrwertsteuer, wird der durch Geschäftstätigkeit generierte Mehrwert besteuert. Für Unternehmer kann diese Steuerpflicht von Vorteil sein, sie haben aber auch einiges zu beachten. Wir haben die wichtigsten Aspekte zur Umsatzsteuer zusammengefasst.

Umsatzsteuer und Voranmeldung, UID-Nummer: Überblick

Wie ist das mit Umsatzsteuer bzw. Vorsteuer genau, was ist die Umsatzsteuervoranmeldung, brauche ich für meine Geschäftstätigkeit eine UID-Nummer und wenn ja, wie bekomme ich diese?

Welche Bestimmungen gelten, wenn Lieferungen an Unternehmen oder Personen im EU-Ausland erbracht werden, was hat es mit der Umkehr der Steuerschuld auf sich?

Auf diese und weitere Fragen des Daseins als Unternehmer in Österreich und nach Rahmenbedingungen und Bestimmungen, deren Beantwortung auch zur erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens beitragen soll, gehen wir in diesem Teil unserer Ratgeber-Serie ein.
Wir zeigen Ihnen, worauf es ankommt und was es für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit unter dem Aspekt der umsatzsteuerrechtlichen Bestimmungen zu beachten gilt.

Umsatzsteuer: Erklärung zu Funktion und Nutzen

Die Umsatzsteuer fungiert in wirtschaftlicher Betrachtung als Verbrauchssteuer - sie wird bei jedem Verkauf, sowohl von Waren als auch von Dienstleistungen, in Rechnung gestellt und ist an das Finanzamt abzuführen. Das heißt, immer wenn eine Rechnung geschrieben und ausgestellt wird, wird damit einhergehend auch die Umsatzsteuer verrechnet.

Somit ist die Umsatzsteuer, kurz "USt", eine Steuer auf Warenlieferungen und Dienstleistungen von Unternehmen und ist damit eine Steuer auf jeden Konsum:
Unternehmer berechnen diese nach vorgeschriebenen Steuersätzen selbst und melden sie dem zuständigen Finanzamt in Form einer regelmäßigen Umsatzsteuervoranmeldung, kurz "UVA".
Es kann dabei auch der Vorsteuerabzug genutzt werden und bei Kleinunternehmern gibt es eine Befreiung von der USt.

Weiters wird die Umsatzsteuer auf jeder Stufe des Wirtschaftens einbehalten, sprich beim Produzenten, beim Hersteller und ebenso beim Klein- oder Großhändler. Umsatzsteuerpflicht besteht in Österreich für alle Unternehmen und Selbstständige!

Nutzen und Sinn der Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer

Grundsätzlich ist die Umsatzsteuer, oder auch umgangssprachlich und aus Konsumentensicht gebräuchlicher "Mehrwertsteuer", eine der wichtigsten Einnahmequellen des Staates.

Brutto-USt und Netto-USt: was ist der Unterschied?

Privatleute, sprich alle Konsumenten, rechnen mit Gesamtpreisen, die sie für Produkte und Dienstleistungen zu bezahlen haben werden. Das heißt, der Endverbraucher rechnet mit einem Gesamtpreis, bestehend aus Produkt- oder Dienstleistungspreis und Umsatzsteuer bzw. Mehrwertsteuer.

Anders ist das beim Unternehmer:

Nettomethode

Die Nettomethode der Umsatzsteuerverrechnung ist die gängigste Methode in der Belegaufzeichnung. Dabei wird die Umsatzsteuer als Durchlaufposten genommen und in Umsatzsteuervoranmeldung und -erklärung aufgezeichnet.

Die Einnahmen und Ausgaben des Unternehmens werden netto verbucht und die Zahllast ist keine Betriebsausgabe.
Ein Überschuss ist dementsprechend auch keine Betriebseinnahme und Eigenverbrauch wird auch netto in Form einer Betriebseinnahme verbucht.

Bruttomethode

Im Zuge der seltenen Bruttomethode verbucht der Unternehmer Betriebseinnahmen sowie Betriebsausgaben brutto, also inklusive Umsatzsteuer.
Die monatlichen Vorauszahlungen sind als Betriebsausgaben zu führen, Umsatzsteuer, die auf den Eigenverbrauch entfällt (Entnahme von Sachgütern), stellt keine Betriebsausgabe dar. Die Umsatzsteuerzahllast ist bei der Bruttomethode eine Betriebsausgabe, ein Überschuss dagegen stellt eine Betriebseinnahme dar.

Vorsteuern für abnutzbare Anlagegüter

Diese müssen im Zuge der Bruttomethode immer in jenem Monat, in dem das Anlagegut bezahlt wird, in Form einer Betriebsausgabe abgesetzt werden.
Der Nettobetrag wird ins Anlageverzeichnis aufgenommen.

Der Begriff "Mehrwertsteuer" ist ein umgangssprachlicher und weit verbreiteter Begriff für die Umsatzsteuer.

Er ist in seinem Ursprung auf die Besteuerung des Mehrwerts von Produkten oder Dienstleistungen zurückzuführen.
Das heißt, wir sprechen, wenn wir beispielsweise auf Kassenbons (Rechnungen) oder generell im Alltag dem Begriff Mehrwertsteuer begegnen, von der Umsatzsteuer - und das ist nahezu permanent der Fall!

Vorsteuerabzug - E/A und doppelte Buchhaltung

Die Umsatzsteuer stellt innerhalb der Unternehmensketten keinen Kostenfaktor dar, weil sie aufgrund des Vorsteuerabzugs als Durchlaufposten behandelt wird.

Wann liegt die Berechtigung zum Vorsteuerabzug vor?

Zum Vorsteuerabzug berechtigt sind Unternehmer dann, wenn eine Lieferung oder Leistung, für die eine Rechnung gemäß § 11 UStG vorliegt, im Inland für ein (weiteres) Unternehmen ausgeführt wurde - die Bestimmungen sind im § 12 Abs 1 UStG abgebildet.

Für Unternehmen ausgeführte Lieferungen oder Leistungen sind jene, die für die Zwecke des Unternehmens erfolgen und zu mindestens 10 Prozent unternehmerischen Zwecken dienen (siehe dazu § 12 Abs 2 UStG).

Zum Begriff: was ist die Vorsteuer?

Auch die Vorsteuer ist die Umsatzsteuer, aus einer anderen Perspektive betrachtet: sie ist jene Umsatzsteuer, die ein Unternehmen aufgrund einer Eingangsrechnung einem anderen Unternehmen für dort eingekaufte Leistung oder Ware auszahlt.
Für jenes Unternehmen, das die Leistung oder Ware empfängt, stellt die ausgewiesene Mehrwertsteuer also eine Vorsteuer dar!

Die E/A-Rechnung ist ein vereinfachtes System der Gewinnermittlung: nur die Betriebseinnahmen und -ausgaben werden erfasst, die im Kalenderjahr umgesetzt bzw. getätigt worden sind, bar und unbar via Bankkonten (Zufluss-Abfluss-Prinzip).
Gewinn oder Verlust des Unternehmens wird am Jahresende als Differenz zwischen den Summen aller Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben ermittelt.

Es müssen zwei Rahmenbedingungen erfüllt sein, um die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung anwenden zu können:

  • wenn nach dem Unternehmensgesetzbuch (UGB) keine Buchführungspflicht für den betreffenden Unternehmer besteht

  • wenn der betreffende Unternehmer auch nicht freiwillig Bücher führt

Im Unterschied zur E/A-Gewinnermittlung wird die doppelte Buchhaltung dann verpflichtend, wenn der Umsatz aus unternehmerischer Tätigkeit oder selbstständiger Arbeit (ausgenommen freie Berufe) in zwei aufeinander folgenden Kalenderjahren jeweils 700.000 Euro übersteigt.

Die Buchführungspflicht wird dabei ab dem zweitfolgenden Geschäftsjahr wirksam.
Überschreitet der Umsatz jedoch 1.000.000 Euro, so besteht Buchführungspflicht schon ab dem Folgejahr.

Tipp:
Weiterführende Informationen und Details dazu finden Sie in unserem Ratgeber-Artikel Einnahmen-Ausgaben Rechnung (E/A) in Österreich!

Bei Verrechnung mittels E/A-Rechnung im Zuge der Kleinunternehmerregelung hat der Unternehmer grundlegend steuerrechtliche und administrative Vorteile - aber auch potenzielle Nachteile.

Auf den Rechnungen darf keine Umsatzsteuer ausgewiesen werden, wodurch die Umsatzsteuerabfuhr an das Finanzamt entfällt.
Die Umsatzsteuervoranmeldung als administrativer "Mehraufwand" entfällt ebenso, das bedeutet aber auch, dass die Vorsteuer nicht geltend gemacht und in Abzug gebracht werden kann - Kleinunternehmer dürfen die Umsatzsteuer von den Ausgaben nicht als Vorsteuer abziehen!

Zur Berechnung der Grenzen bei der Kleinunternehmerregelung wird die Umsatzsteuer herausgerechnet, auch wenn der Unternehmer keine Umsatzsteuer abführen muss, da er ja unecht umsatzsteuerbefreit ist.

Unternehmer, die eigentlich zur Kleinunternehmerregelung berechtigt sind, können auf diese verzichten und dadurch den Vorsteuerabzug geltend machen sowie die unternehmerischen und steuerlichen Vorteile der Rechnungslegungs- und Buchführungspflicht beanspruchen.
Der Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung muss mittels schriftlicher Erklärung an das Finanzamt übermittelt werden.

Tipp:
Weitere Informationen zur Kleinunternehmerregelung finden Sie auch in unserem Ratgeber-Artikel Rechnungen schreiben einfach erklärt!

Wenn man als Unternehmer keinen Anspruch auf die Umsatzsteuerbefreiung hat, weil man die Umsatzgrenze für die Eingangs-Ausgangs-Rechnung überschreitet oder es die Rechtsform des Unternehmens vorsieht (Kapitalgesellschaft), ist man gemäß Bestimmungen im UGB (siehe dazu §§ 189 ff UGB) rechnungslegungs- und somit buchführungspflichtig.

Weil die unternehmensrechtliche Rechnungslegungspflicht auch eine steuerrechtliche Buchführungspflicht (= Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich) nach sich zieht, spricht man von doppelter Buchhaltung.

Während mittels E/A-Rechnung nur der Gewinn oder Verlust des Unternehmens sichtbar gemacht werden kann, bringt die doppelte Buchhaltung einige unternehmerische Vorteile mit sich - aus ihr lassen sich zusätzliche Kennzahlen, die für den Erfolg des Unternehmens von zentraler Bedeutung sind, herauslesen und entwickelt:

  • Wie viel Geld hat das Unternehmen für bestimmte Zwecke ausgegeben?

  • Kenntnis des Werts von z.B. Lagervorräten

  • Genaues Wissen darüber, wie viel Geld dem Unternehmen zur Verfügung steht

  • Der Erfolg des Unternehmens lässt sich an aus der doppelten BuHa extrahierbaren Kennzahlen ablesen: Cashflow, Liquidität

  • Anteil von Eigenkapital oder Fremdkapital im Unternehmen

  • Mithilfe der durchorganisierten Buchhaltung können unnötige Probleme mit der Steuerverwaltung und dem Finanzamt vermieden werden

  • Einfache Überprüfbarkeit: Kontostand bei Bank muss mit Saldo in der BuHa zusammenpassen

  • Bezahlte Vorsteuer kann beim Finanzamt geltend gemacht werden

Im Regelfall empfiehlt sich der Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung, wenn man von nachteiliger Wirkung der Umsatzsteuerbefreiung ausgehen kann: beispielsweise wegen hoher Vorsteuern - Kunden sind hauptsächlich vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmer.

Durch den Verzicht wird man rechnungslegungs- und somit buchführungspflichtig - Details dazu finden Sie auch in unserem Ratgeber-Artikel Rechnungen schreiben einfach erklärt.

Der Umstieg von Kleinunternehmerregelung auf doppelte Buchhaltung ist jederzeit möglich!

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Die UID-Nummer: welche Funktion hat sie, wie beantragen?

Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer, kurz UID-Nummer, wird ebenso wie die normale Steuernummer durch das Finanzamt vergeben.
Die UID-Nummer ist gewissermaßen ein Ausweis für ein Unternehmen, ähnlich dem amtlichen Lichtbildausweis für Privatleute. Sie zeigt an, dass der Unternehmer umsatzsteuerpflichtig ist und regelt Geschäftsbeziehungen innerhalb der EU.
Weiters ist die UID-Nummer hinsichtlich der Möglichkeit des Vorsteuerabzugs zentral: um die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs in Anspruch nehmen zu können, muss eine gültige UID-Nummer vorliegen.
Das heißt, für jeden Unternehmer, der umsatzsteuerpflichtig ist, ist die eigene UID-Nummer ein zwingender Bestandteil der ordnungsgemäßen (Ausgangs-) Rechnungen, damit diese dem Steuerrecht entsprechen.
Ohne gültige UID-Nummer besteht kein Recht auf Vorsteuerabzug.
Die Ausnahme bilden dabei nur Unternehmer, die unter die Kleinunternehmerregelung fallen und somit (unecht) umsatzsteuerbefreit sind:
Sie unterliegen keiner Umsatzsteuerpflicht, haben aber auch kein Vorsteuerabzugsrecht und benötigen somit keine UID-Nummer.

Mit einer gültigen UID-Nummer muss im Zuge einer innergemeinschaftlichen Lieferung sowie bei bestimmten anderen Lieferungen bzw. Leistungen in der EU die UID-Nummer des Empfängers immer angegeben werden, anhand der UID-Nummer werden die Umsätze gemeldet und korrekt versteuert.

Bei Rechnungen mit einem Auftrags- oder Leistungsvolumen von mehr als 10.000 Euro muss die UID-Nummer immer auf der Rechnung angeführt sein. Das gilt, wenn der Kunde ein Unternehmer ist.

Bei manchen Geschäften übernimmt der Kunde die Steuerschuld vom Unternehmer: beispielsweise bei Bau-Aufträgen kommt es zur Umkehr der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger, dem sogenannten Reverse Charge-Verfahren. In dem Fall muss auch die UID-Nummer des Kunden auf der Rechnung ausgewiesen sein. Mehr zu Reverse Charge finden Sie weiter unten in diesem Artikel!

Im Zuge von Geschäften in Österreich ist die korrekte UID-Nummer des Lieferanten nötig, damit man die Vorsteuer abziehen kann.

Zu beachten: Kleinunternehmern mit Umsatzsteuerbefreiung teilt das Finanzamt eine UID-Nummer nur auf Antrag zu. Die Beantragung beim Finanzamt erfolgt mittels Formular U15 Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (UID-Nummer) - Antrag auf Vergabe, welches Sie im Unternehmensservice-Portal des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort downloaden können.

Ob die UID-Nummer der jeweiligen Geschäftspartner korrekt ist, sollte immer geprüft werden:

Steuerbefreiungen: echte & unechte USt-Befreiung

Gemäß Regelung im Umsatzsteuergesetz (UStG) gibt es zwei Arten der umsatzsteuerrechtlichen Befreiung - dabei wird unterschieden zwischen der "echten" und der "unechten" Steuerbefreiung.

Bei der echten Steuerbefreiung behält der Unternehmer das Recht auf Vorsteuerabzug, z.B. bei:

  • Ausfuhrlieferungen in Drittstaaten (spezielle Vorschriften gelten bei den sogenannten Touristenexporten)

  • Be- und Verarbeitung an Gegenständen

Bei der unechten Steuerbefreiung hat der Unternehmer hingegen kein Recht mehr auf Vorsteuerabzug, z.B. bei:

Zu beachten:
Unter anderem können Ärzte und Therapeuten ihre jeweilige Leistung steuerbefreit anbieten, jedoch müssen sie beim Verkauf von Produkten die Steuer auf den Rechnungen verzeichnen!

Innergemeinschaftliche Lieferung, Reverse Charge & Zusammenfassende Meldung

Innergemeinschaftliche Lieferungen bzw. Erwerbe, Reverse Charge-Leistungen, Zusammenfassende Meldung (ZM) - Unternehmer sind bezüglich Umsatzsteuer bzw. Buchhaltung mit komplexen Themen und Bestimmungen konfrontiert: im folgenden Abschnitt zeigen wir Ihnen, worauf zu achten ist, was die jeweiligen Begriffe bedeuten und welche unternehmerisch und steuerrechtlich wichtigen Bestimmungen sich dahinter verbergen.

Grenzüberschreitende Lieferungen an Abnehmer in Drittstaaten (Ausfuhrlieferungen) sowie in EU-Mitgliedstaaten (innergemeinschaftliche Lieferungen) sind bei Einhaltung gewisser Voraussetzungen und Bestimmung von der Umsatzsteuer befreit.

Es handelt sich dabei um eine echte Steuerbefreiung, daher kann die mit diesen Lieferungen zusammenhängende Vorsteuer grundsätzlich geltend gemacht werden.

Diese Steuerbefreiungen sind an strenge Voraussetzungen und die Einhaltung einer Reihe an Bestimmungen gebunden, die der liefernde Unternehmer der Finanzverwaltung nachweisen muss.
Wenn diese Nachweise nicht erbracht werden können, muss der Unternehmer für die betreffenden Umsatzgeschäfte die Umsatzsteuer entrichten, unabhängig davon, ob diese vom Abnehmer nachgefordert werden kann oder nicht.

Die Umsatzsteuerbefreiung im Rahmen der Innergemeinschaftliche Lieferung bei grenzüberschreitenden Lieferungen liegt vor, wenn ein Unternehmer den Liefergegenstand ins Ausland verbracht hat oder wenn das Geschäft mit einem ausländischen Unternehmen als Abnehmer abgeschlossen wurde, welches den Gegenstand ins Ausland befördert.

Im Besonderen die steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung, geregelt in Paragraf 7 UStG, liegt vor, wenn:

  • der Unternehmer den Liefergegenstand in übriges Gemeinschaftsgebiet (= EU-Mitgliedsstaaten) verbringt und

  • der Abnehmer selbst Unternehmer und der Gegenstand für dessen Unternehmen bestimmt ist oder er als unternehmerisch tätige Person den Erwerb des Gegenstandes getätigt hat,

  • der Abnehmer dem Unternehmer die in einem anderen Mitgliedstaat erteilte UID-Nummer mitteilt und

  • der Unternehmer die Lieferung in eine Zusammenfassende Meldung aufgenommen hat.

Zu beachten: Die Voraussetzungen für die Steuerfreiheit sind genau nachzuweisen (Art 7 Abs 3 UStG).
Wird die UID-Nummer nicht mitgeteilt oder ist diese inkorrekt, ist die Lieferung nicht steuerfrei und dem Abnehmer steht kein Vorsteuerabzug zu.

Die Innergemeinschaftlichen Lieferungen werden in der Umsatzsteuervoranmeldung unter Kennzahl 017 angegeben!

Weitere Details zur Innergemeinschaftlichen Lieferung und allen Bestimmungen dazu finden Sie auch im betreffenden Artikel auf der Homepage des Unternehmensservice-Portals, herausgegeben vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort.

Bei der grenzüberschreitenden Erbringung von Business-to-Business-Dienstleistungen (B2B-Dienstleistung) an ausländische Unternehmen sowie Inanspruchnahme von Dienstleistungen eines ausländischen Unternehmens durch einen österreichischen Unternehmer kommt das sogenannte steuerrechtliche Reverse-Charge-Verfahren, die Umkehr der Steuerschuld, zum Tragen:

Das bedeutet, dass die Umsatzsteuerschuld auf den Leistungsempfänger übergeht und nicht der Leistungserbringer diese zu bedienen hat!

Bei B2B Dienstleistungen, also Dienstleistungen zwischen Unternehmen ("Business-to-Business"), die grenzüberschreitend erbracht, ist der Ort der Dienstleistung zu bestimmen, wobei sich danach dann die jeweilige Verrechnung der Umsatzsteuer bzw. die Frage, wer Schuldner der USt ist, richtet.

Reverse Charge-Verfahren und Umsatzsteuervoranmeldung:

Die steuerlichen Aspekte und Daten von Geschäftstätigkeiten im Reverse Charge-Verfahren werden nicht in der UVA vermerkt!
Im Zuge des Reverse Charge-Verfahren besteht für die Wahrung der Steuerfreiheit dagegen die Pflicht, die Steuererklärung in Form der Zusammenfassenden Meldung (ZM) einzubringen, Details dazu in diesem Kapitel.

Wenn keine oder eine unvollständige bzw. inkorrekte ZM für die Lieferung eingereicht wird, ist diese innergemeinschaftliche Lieferung nur dann steuerfrei, wenn das liefernde Unternehmen die ZM zur Zufriedenheit der zuständigen Steuerbehörde nachträglich einreicht bzw. in entsprechend berichtigter Form abgibt!

Neben der vorhergehend beschriebenen Konstellation kann es auch bei gewissen Lieferungen oder Dienstleistungen im Inland zum Übergang der Steuerschuld kommen.

Ursprünglich war das RC-Verfahren für nur bestimmte innergemeinschaftliche Dienstleistungen angedacht, wurde aber kontinuierlich auf weitere Anwendungsbereiche ausgeweitet.

Heute kommt das RC-Verfahren so in einigen weiteren Bereichen zum Tragen, beispielsweise bei inländischer Geschäftstätigkeit zwischen Unternehmen (B2B) mit Übertragung von Treibhausgasemissionszertifikaten, Lieferung von Mobilfunkgeräten, Bauleistung und in gewissem Umfang bei Handel mit Stoffen aus dem sogenannten Sekundärrohstoffbereich (Liste der darunter fallenden Sekundärrohstoffe auf der Webseite der WKO).

Reverse Charge-Leistungen, die unter diese Regelung fallen, sind durch den leistenden Unternehmer in der Umsatzsteuervoranmeldung unter der jeweiligen Kennzahl anzugeben.
Bei Geschäftstätigkeit mit Sekundärrohstoffen würde die Bestimmung hinsichtlich UVA folgendes bedeuten:

Bei Umsätzen im RC-Verfahren darf der leistende Unternehmer keine Umsatzsteuer verrechnen, es haben auf der Rechnung folgende Zusatzangaben zu erfolgen:

  • UID-Nummer des Leistungsempfängers

  • Hinweis auf die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers (das kann beispielsweise wie von der WKO für diesen Fall vorgeschlagen mit dem Hinweis „Der Rechnungsbetrag enthält keine Umsatzsteuer - die Steuer wird gemäß § 19 Abs. 1d UStG in Verbindung mit der USt-Schrottverordnung vom Leistungsempfänger geschuldet“ erfolgen)

Der leistende Unternehmer muss die Reverse Charge-Ausgangsumsätze in der UVA bei Kennzahl 000 eintragen und bei Kennzahl 021 wieder abziehen.

Der Leistungsempfänger muss die Umsatzsteuer von den Reverse Charge-Eingangsumsätzen selbst berechnen (in der Regel 20 %) und die so berechnete Umsatzsteuer in der UVA bei Kennzahl 032 eintragen und darf sie - sofern vorsteuerabzugsberechtigt - gleichzeitig bei Kennzahl 089 als Vorsteuer wieder abziehen.

Die sogenannte Zusammenfassende Meldung, kurz ZM, spielt eine zentrale Rolle für Unternehmer bei der Umsatzsteuerpflicht und steuerrechtlichen Aufzeichnungspflicht.

Als Meldezeitraum gilt bei der ZM wie bei der UVA entweder der Kalendermonat oder das Kalendervierteljahr, allerdings ist die ZM bereits am Ende des auf den Meldezeitraum folgenden Monats einzureichen!

Darüber hinaus ist das ordnungsgemäße Einreichen einer ZM seit dem 1.1.2020 Grundvoraussetzung für die Steuerfreiheit einer innergemeinschaftlichen Lieferung.
Wird die ZM nicht ordnungsgemäß oder gar nicht abgeben, ist die innergemeinschaftliche Lieferung steuerpflichtig - nur wenn die ZM nachträglich ordnungsgemäß eingereicht bzw. korrigiert wird und Versäumnis der Steuerbehörde gegenüber plausibel begründet wird, kann die Steuerbefreiung gewährt werden.

Insbesondere bei den folgenden drei Arten des geschäftlichen Austauschs (Austausch von Waren, Leistung) stellt die jeweils vorgesehene Form der ZM die zentrale Komponente der steuerrechtlichen Aufzeichnung und Dokumentation des jeweiligen Geschäfts dar:

ZM bei innergemeinschaftlichen Lieferungen:

Meldepflichtigen Umsätze sind im Zuge von innergemeinschaftlichen Lieferungen sowie dem innergemeinschaftlichen Verbringen von Waren in dem Meldezeitraum aufzunehmen, in dem die Rechnung ausgestellt wird, spätestens jedoch in dem der auf die Ausführung der innergemeinschaftlichen Warenlieferung folgenden Monat.

Weiterführende Angaben zur ZM finden Sie auf der Webseite der WKO!

ZM bei innergemeinschaftliche Dreiecksgeschäften:

Bei Dreiecksgeschäften wird die Lieferung des Erwerbers an den Warenempfänger in jenem Meldezeitraum aufgenommen, in dem auch die Steuerschuld für diese Lieferung entstanden ist.

Was ist ein Dreiecksgeschäft?
Dreiecksgeschäfte sind ein Sonderfall des Reihengeschäfts. Dreiecksgeschäfte sind jene Geschäfte, bei denen drei Unternehmer in drei verschiedenen Mitgliedstaaten der Gemeinschaft (= EU) Geschäfte über die gleiche Ware abschließen, wobei diese unmittelbar vom ersten Unternehmer an den letzten Abnehmer gelangt.

Weiterführende Angaben zu innergemeinschaftlichen Dreiecksgeschäften finden Sie auf der Webseite der WKO!

ZM bei sonstigen nicht steuerbaren innergemeinschaftlichen Leistungen:

Bei den steuerpflichtigen sonstigen Leistungen ist immer der Meldezeitraum ausschlaggebend, in dem die Leistung erfolgt. Eine spätere Rechnungsausstellung hat dabei keine Auswirkungen auf den Meldezeitraum.

Zusammenfassende Meldung - igL und Reverse Charge-Verfahren:

Die Zusammenfassende Meldung beinhaltet sowohl die steuerrechtliche Dokumentation von innergemeinschaftlichen Lieferungen als Geschäften, die steuerrechtlich im Verfahren der Steuerschuldumkehr, also im Reverse Charge-Verfahren, abgewickelt werden.
Innergemeinschaftliche Warenlieferungen mit Nettoumsatz an Unternehmen in anderen EU-Mitgliedstaaten sind mittels ZM mit deren UID Nummer zu dokumentieren.
Im Zuge von steuerpflichtigen Leistungen, die in einem anderen EU- Mitgliedstaat ausgeführt werden und anhand der Reverse Charge-Regelung behandelt werden, wird neben Nettoumsatz und UID-Nummer des Leistungsempfängers auch ein Hinweis auf diese Leistungen angeführt.

Zusammenfassend zur ZM:
Anhand der Zusammenfassenden Meldung sowie der jeweiligen UID-Nummer werden Warenlieferungen bzw. gelieferte Waren und der entsprechende Warenverkehr und Dienstleistungen innerhalb der EU (=Gemeinschaft) kontrolliert. Mitgliedstaaten können so überprüfen, ob Kunden die Umsatzsteuern für den erwirtschafteten Umsatz im Empfängerland (Leistungsort) auch zahlen bzw. ordnungsgemäß entrichtet haben.

MOSS B2C: steuerrechtlicher Sonderfall für Leistungen an ausländische Privatkunden

Bei sogenannten B2C-Geschäften und -Lieferungen, also Geschäften und Lieferungen von einem Unternehmer an Privatkunden (B2C = Business-to-Consumer = Unternehmen zu Privatkunden), kommt eine steuerrechtliche Sonderregelung zum Tragen:

Die Mini-One-Stop-Shop-Regelung (MOSS) | EU-Umsatzsteuer-One-Stop-Shop

Wenn der Auftraggeber (Leistungsempfänger) Privatkunde in einem EU-Mitgliedsstaat ist, dann bietet die MOSS-Regelung dem Unternehmer die Möglichkeit, sich in einem EU-Mitgliedstaat (Mitgliedstaat der Identifizierung = MSI) zu registrieren und sämtliche unter die Sonderregelung fallenden Umsätze über den MSI zu erklären sowie die Umsatzsteuer entsprechend dem USt-Satz des Empfängerlandes zu bezahlen.

Wenn der Unternehmer die MOSS-Regelung nutzt, entfällt für ihn die Verpflichtung, sich für umsatzsteuerliche Zwecke registrieren zu lassen und in der Folge im jeweiligen Mitgliedsstaat für die folgend angeführten Leistungen Steuererklärungen einzureichen und Zahlungen zu tätigen:

  • Telekommunikationsleistungen
  • Rundfunkleistungen
  • Fernsehdienstleistungen
  • elektronisch erbrachte sonstige Leistungen

Wichtig: mit MOSS sind nur Business-to-Consumer-Leistungen (B2C) in diesen Bereichen möglich. MOSS darf nicht mit Business-to-Business-Leistungen (B2B) im Reverse Charge Verfahren verwechselt werden!

Wer kann die MOSS-Regelung in Anspruch nehmen?

Die MOSS-Regelung kann jeder Unternehmer in Anspruch nehmen, der an Nichtunternehmer die oben angeführten Leistungen in EU-Mitgliedsstaaten erbringt, in denen er weder eine Betriebsstätte hat, noch sein Unternehmen betreibt.
Weiters darf der Unternehmer nicht für die Verwendung des MOSS gesperrt sein.
Die Verwendung des MOSS setzt eine UID-Nummer und einen rechtzeitigen Antrag voraus.

MOSS-Regelung bei Kleinunternehmern:

Ein in Österreich ansässiger Kleinunternehmer ist grundsätzlich von der österreichischen Umsatzsteuer befreit (wenn er nicht auf die Steuerbefreiung verzichtet hat) - erbringt er aber Umsätze, die der Umsatzsteuer eines anderen EU-Mitgliedsstaates unterliegen (z.B. die oben angeführten elektronischen Leistungen in einem anderen Mitgliedstaat), ist die Kleinunternehmerregelung (deren Wirkung auf Österreich beschränkt ist) nicht anwendbar.
In diesem Fall kommt eine Anwendung des MOSS in Frage!

Meldungszeitraum jeweils:
Der Meldungszeitraum für alle MOSS-relevanten Umsätze ist das Kalendervierteljahr.

Die Antragstellung zur MOSS-Registrierung erfolgt elektronisch über FinanzOnline.

Die Antragstellung zur MOSS-Registrierung erfolgt elektronisch über das beim Bundesministerium für Finanzen eingerichtete Portal.

Möchten Sie als Unternehmer die MOSS-Regelung verwenden und liegen die Voraussetzungen zur Inanspruchnahme vor, ist das jeweils ab dem auf die Antragstellung folgenden Kalendervierteljahr möglich.

Im Rahmen der MOSS-Regelung haben Unternehmer bestimmte Berichts- und Aufzeichnungspflichten, jeweils elektronisch an den betreffenden Mitgliedsstaat:

  • bei Beendigung der Tätigkeit, die unter die Sonderregelung fällt

  • über jegliche Änderung, durch die der Unternehmer die Voraussetzungen für die MOSS-Regelung nicht mehr erfüllt

  • über jegliche Änderung seiner zuvor mitgeteilten Angaben

Zu beachten: Diesen Berichts- und Aufzeichnungspflichten muss der Unternehmer bis spätestens am 10. Tag des auf die Änderung folgenden Monats nachkommen.
Die Berichtspflichten sind ebenso wie der Antrag elektronisch über FinanzOnline (EU-Schema) oder das dafür eingerichtete Portal des BMF (Nicht-EU-Schema) wahrzunehmen.

Die Aufzeichnungen müssen eine Feststellung ermöglichen, ob die Erklärung korrekt ist, sie müssen nach Mitgliedstaaten getrennt erfolgen und folgende Informationen enthalten:

  • Mitgliedstaat des Verbrauchs, in dem die Dienstleistung erbracht wird
  • Art der erbrachten Dienstleistung
  • Datum der Dienstleistung
  • Steuerbemessungsgrundlage unter Angabe der verwendeten Währung
  • jede anschließende Erhöhung oder Senkung der Steuerbemessungsgrundlage
  • anzuwendender Umsatzsteuersatz
  • Betrag der zu zahlenden Umsatzsteuer unter Angabe der verwendeten Währung
  • Datum und Betrag der erhaltenen Zahlungen
  • alle vor Erbringung der Dienstleistung erhaltenen Vorauszahlungen
  • falls eine Rechnung ausgestellt wurde, die darin enthaltenen Informationen
  • Name des Dienstleistungsempfängers, soweit dem Steuerpflichtigen bekannt
  • Informationen zur Bestimmung des Orts, an dem der Dienstleistungsempfänger ansässig ist oder seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat

Siehe hierzu auch:
EU-Umsatzsteuer-One-Stop-Shop auf der Webseite des BMF
Die rechtlichen Bestimmungen finden Sie in: Art 63c VO (EU) 282/2011 idF VO (EU) 967/2012

Erklärt werden können steuerpflichtige Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen sowie elektronisch erbrachte sonstige Leistungen an Nichtunternehmer in Mitgliedstaaten, in denen der Unternehmer weder sein Unternehmen betreibt, noch eine Betriebsstätte hat.

MOSS-Regelung in der FreeFinance-Buchhaltung:

Für die Verwendung aller MOSS-Einnahmen oder Rechnungen/Bons ist in der FreeFinance-Buchhaltung die Belegart Spezielle Elektronische Leistungen B2C im EU-Ausland (4120) zu verwenden.
Hier sind alle Steuersätze für die Mitgliedsländer aufgeführt.

Genaue Angaben und weiterführende Hinweise zur Funktion der Belegart 4120 MOSS in der FreeFinance-Buchhaltung finden Sie im entsprechenden Eintrag in unserem Hilfeportal!

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Die für den österreichischen Markt entwickelte und dafür maßgeschneiderte Cloudbuchaltung von FreeFinance bietet Ihnen sowohl die Möglichkeit und Sicherheit der rechtskonformen Berechnung sowie Erstellung der Umsatzsteuer und Umsatzsteuervoranmeldung als auch der Zusammenfassenden Meldung.

Diese integralen Bestandteile der Unternehmensbesteuerung und Buchhaltung eines jeden Unternehmers sind in die FreeFinance-Buchhaltung integriert und stets komfortabel und zeitsparend mit wenigen Klicks aufrufbar!

Wie Sie in FreeFinance die Umsatzsteuermeldungen und Umsatzsteuervoranmeldung einfach vornehmen, zeigen wir Ihnen in diesem Tutorial-Video:

Erstellen von UVA und Umsatzsteuermeldung mit FreeFinance

Pflichtauswahl:
Jahr: zeigen Sie die Umsatzsteuermeldungen für das gewählte Jahr an. Das aktuelle Jahr wird als Standardwert vorbelegt.

Optionale Filter:
Abgeschlossen? Durch Auswahl dieses Kontrollkästchens werden nur jene Meldungen angezeigt, die auch als "Daten an Finanzamt übermittelt" markiert wurden. Alle vorläufigen Meldungen werden nicht mehr angezeigt.

Funktionen:

  • Löschen der Berechnung: alle vorläufigen Berechnungen können wieder gelöscht werden. Alle bereits übertragenen Meldungen können nicht gelöscht werden.

  • Details zur Berechnung: Details der Meldungen, die bereits ans Finanzamt übermittelt wurden, einsehen.

  • Automatisch erstellte Umsatzsteuermeldung ans Finanzamt als PDF-Dokument.

  • Rechtskonforme Neue Umsatzsteuermeldung inkl. Kammerumlage und automatischer Übermittlung mit korrekter Einstellung von Finanzamt und Steuernummer.

Auswertung:
Die Umsatzsteuermeldungen werden für die gewählte Periode angezeigt. Ebenso der Ergebnisbetrag, das Datum der Berechnung sowie die Anzahl der inkludierten Belege. Der Status zeigt an, ob die Meldung nur eine vorläufige Berechnung war oder bereits übertragen wurde. Wurde die Meldung übertragen, wird das Datum der Übertragung in der Spalte „übermittelt“ angezeigt.

Zusammenfassung

Die Umsatzsteuer ist eine Verbrauchssteuer - sie wird bei jedem Verkauf, sowohl von Waren als auch von Dienstleistungen, in Rechnung gestellt und ist an das Finanzamt abzuführen.
Unternehmer berechnen diese selbst und melden sie dem zuständigen Finanzamt in Form einer regelmäßigen Umsatzsteuervoranmeldung - dabei kann auch der Vorsteuerabzug genutzt werden und bei Kleinunternehmern gibt es eine Befreiung von der USt.

Es gibt die Nettomethode als gängigste Form der Umsatzsteuerverrechnung und die Bruttomethode, bei der der Unternehmer Betriebseinnahmen sowie Betriebsausgaben inklusive Umsatzsteuer verbucht.
Die monatlichen Vorauszahlungen sind dabei Betriebsausgaben, Umsatzsteuer, die auf den Eigenverbrauch entfällt, stellt keine Betriebsausgabe dar.

Auch die Vorsteuer ist die Umsatzsteuer: sie ist jene Umsatzsteuer, die ein Unternehmen aufgrund einer Eingangsrechnung einem anderen Unternehmen für dort eingekaufte Leistung oder Ware auszahlt.

Es gibt hinsichtlich Umsatzsteuer und Unternehmensbesteuerung einige wichtige Sonderregelungen und besondere Bestimmungen:
Grenzüberschreitende Lieferungen an Abnehmer in Drittstaaten sowie in EU-Mitgliedstaaten sind bei Einhaltung gewisser Voraussetzungen und Bestimmung von der Umsatzsteuer befreit.

Bei grenzüberschreitender Erbringung von B2B-Dienstleistungen an ausländische Unternehmen sowie Inanspruchnahme von Dienstleistungen eines ausländischen Unternehmens kommt das Reverse-Charge-Verfahren, die Umkehr der Steuerschuld, zum Tragen:
Das bedeutet, dass die Umsatzsteuerschuld auf den Leistungsempfänger übergeht und nicht der Leistungserbringer diese zu bedienen hat!

Die Zusammenfassende Meldung spielt eine zentrale Rolle für Unternehmer bei der Umsatzsteuerpflicht und steuerrechtlichen Aufzeichnungspflicht, sie ist je nach Geschäftstätigkeit in einer von drei Formen zu übermitteln.

Bei Geschäften und Lieferungen von einem Unternehmer an Privatkunden (B2C) in EU-Mitgliedsländern, kommt eine steuerrechtliche Sonderregelung zum Tragen - die Mini-One-Stop-Shop-Regelung (MOSS):

Wenn der Auftraggeber Privatkunde in einem EU-Mitgliedsstaat ist, dann bietet die MOSS-Regelung dem Unternehmer die Möglichkeit, sich in einem EU-Mitgliedstaat zu registrieren und sämtliche unter die Sonderregelung fallenden Umsätze über diesen Mitgliedsstaat zu erklären sowie die USt entsprechend dem USt-Satz des Empfängerlandes zu bezahlen.

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Häufige Fragen zum Thema USt:

Der Begriff "Mehrwertsteuer" ist ein umgangssprachlicher und weit verbreiteter Begriff für die Umsatzsteuer.

Er ist in seinem Ursprung auf die Besteuerung des Mehrwerts von Produkten oder Dienstleistungen zurückzuführen.

Die Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer wird ebenso wie die normale Steuernummer durch das Finanzamt vergeben und ist gewissermaßen ein Ausweis für Unternehmen, ähnlich dem amtlichen Lichtbildausweis von Privatleuten.
Sie zeigt an, dass der Unternehmer umsatzsteuerpflichtig ist und regelt Geschäftsbeziehungen innerhalb der EU.

Weiters ist die UID-Nummer beim Vorsteuerabzug zentral:
Mit einer gültigen UID-Nummer muss im Zuge von Geschäften innerhalb der Umsatzsteuer bezahlt werden.
Bei Rechnungen mit einem Auftrags- oder Leistungsvolumen von mehr als 10.000 Euro muss man die UID-Nummer immer auf der Rechnung angeführt sein. Das gilt, wenn der Kunde ein Unternehmer ist.

Zum Vorsteuerabzug berechtigt sind Unternehmer dann, wenn eine Lieferung oder Leistung im Inland für ein Unternehmen ausgeführt wurde - die Bestimmungen sind im § 12 Abs 1 UStG abgebildet.

Für Unternehmen ausgeführte Lieferungen oder Leistungen sind jene, die für die Zwecke des Unternehmens erfolgen und zu mindestens 10 Prozent unternehmerischen Zwecken dienen (siehe dazu § 12 Abs 2 UStG).

Wer als Unternehmer die Umsatzgrenze von 35.000 Euro (Stand 2020) nicht überschreitet, fällt unter die Kleinunternehmerregelung.
Als solcher ist man unecht umsatzsteuerbefreit, das bedeutet:

  • man muss von den Einnahmen keine Umsatzsteuer bezahlen (keine Umsatzsteuer in Ausgangsrechnungen)

  • man darf aber von den Ausgaben auch keine Vorsteuer abziehen (kein Vorsteuerabzug von Eingangsrechnungen)

Dabei ist ein Verweis auf die Umsatzsteuerbefreiung verpflichtend!
Wenn der Unternehmer die Umsatzsteuer dennoch in Rechnung stellt, schuldet er diese dem Finanzamt und muss sie auch abführen.

Wenn man als Unternehmer keinen Anspruch auf die Umsatzsteuerbefreiung hat, weil man die Umsatzgrenze für die Eingangs-Ausgangs-Rechnung überschreitet oder es die Rechtsform des Unternehmens vorsieht (Kapitalgesellschaft), ist man gemäß Bestimmungen im UGB (siehe dazu §§ 189 ff UGB) rechnungslegungs- und somit buchführungspflichtig.

Weil die unternehmensrechtliche Rechnungslegungspflicht auch eine steuerrechtliche Buchführungspflicht mit sich bringt, spricht man von doppelter Buchhaltung.

Das Reverse-Charge-Verfahren ist die Umkehr der Steuerschuld: das bedeutet, dass die Umsatzsteuerschuld auf den Leistungsempfänger übergeht und nicht der Leistungserbringer diese zu bedienen hat!

Reverse Charge gilt bei grenzüberschreitender Erbringung von Business-to-Business-Dienstleistungen an ausländische Unternehmen sowie Inanspruchnahme von Dienstleistungen eines ausländischen Unternehmens durch einen österreichischen Unternehmer.

Aber auch im Inland kann das Reverse Charge-Verfahren zum Tragen kommen:
bei gewissen Lieferungen oder Dienstleistungen wie beispielsweise bei inländischer Geschäftstätigkeit zwischen Unternehmen (B2B) mit Übertragung von Treibhausgasemissionszertifikaten, Lieferung von Mobilfunkgeräten, Bauleistung und in gewissem Umfang bei Handel mit Stoffen aus dem sogenannten Sekundärrohstoffbereich (Liste der darunter fallenden Sekundärrohstoffe auf der Webseite der WKO) kommt es auch zur Umkehr der Steuerschuld.

Ja, die MOSS-Regelung (Mini-One-Stop-Shop-Regelung | EU-Umsatzsteuer-One-Stop-Shop):

Wenn der Auftraggeber Privatkunde in einem EU-Mitgliedsstaat ist, dann bietet die MOSS-Regelung dem Unternehmer die Möglichkeit, sich in einem EU-Mitgliedstaat (Mitgliedstaat der Identifizierung = MSI) zu registrieren und sämtliche unter die Sonderregelung fallenden Umsätze über den MSI zu erklären sowie die Umsatzsteuer entsprechend dem USt-Satz des Empfängerlandes zu bezahlen.

Wenn der Unternehmer die MOSS-Regelung nutzt, entfällt für ihn die Verpflichtung, sich für umsatzsteuerliche Zwecke registrieren zu lassen und in der Folge im jeweiligen Mitgliedsstaat für bestimmte Leistungen Steuererklärungen einzureichen und Zahlungen zu tätigen.

Weitere Informationen & Quellen

FreeFinance:

Quellen: