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Freibetrag, Gewinnfreibetrag & Bescheid [Update 2022]

Der Freibetrag ist ein Teilbetrag von selbstständigen oder unselbstständigen Einkünften, der von der Besteuerung ausgenommen werden kann und dadurch die steuerliche Bemessungsgrundlage senkt. Beginnend mit der Veranlagung für das Jahr 2022 wird der Gewinnfreibetrag auf 15 % erhöht.

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Freibetrag - auf einen Blick

Wissen kompakt zusammengefasst

  • Für unselbstständige und auch selbstständige Einkommen kann ein Teilbetrag von der Besteuerung ausgenommen werden.
  • Bei unselbstständigen Einkünften ist dieser Teilbetrag der sogenannte Freibetrag, der die steuerliche Bemessungsgrundlage senkt und im Freibetragsbescheid erfasst wird.
  • Der Freibetrag umfasst bestimmte Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen.
  • Bei selbstständigen Einkünften, die der Einkommensteuer unterliegen, wird der Gewinnfreitrag von der Besteuerung ausgenommen und stellt damit eine Steuerentlastung dar.
  • Der Gewinnfreibetrag teilt sich in den Grundfreibetrag im Ausmaß von 13 % des Gewinns (ab Veranlagung 2022: 15 %) und zusätzlich einen investitionsbedingten Freibetrag für bestimmte Investitionen auf.

Definition

Lohn- & Einkommensbesteuerung | Steuerliche Bemessungsgrundlage


Ein sogenannter Freibetrag ist ein Teilbetrag von Einkommen bei Arbeitern und Angestellten oder Gewinnen von Unternehmern. Dieser bestimmte Teil der Einkünfte kann im Zuge der Lohn- bzw. Einkommensbesteuerung frei von eben dieser Besteuerung bleiben.


Auswirkung in der Praxis

Ein solcher Freibetrag mindert bei unselbstständigen Einkommen die Steuerbemessungsgrundlage und ist eine Steuerentlastung bei selbstständigen Einkünften.

Das bewirkt, dass bei Überschreiten des jeweiligen Freibetrags nicht die Gesamteinkünfte versteuert werden müssen, sondern die Gesamteinkünfte abzüglich des Freibetrags.

Welche Kosten & Ausgaben sind umfasst?

Steuerliche Bemessungsgrundlage | Steuerminderung


Der Freibetrag als solcher betrifft bestimmte Ausgaben und Teile der Lohn-Kosten sowie einen bestimmten Teil des Gewinns von lohnsteuer- und einkommensteuerpflichtigen Personen.


Freibetrag unselbstständige Einkünfte

Bei steuerpflichtigen Einkünften aus unselbstständiger Arbeit von Arbeitern und Angestellten betrifft der Freibetrag Kostenpunkte, die der Arbeitgeber bereits bei der laufenden Lohnsteuerberechnung steuermindernd berücksichtigen könnte. Wird das nicht vorgenommen, kann die steuerpflichtige Person diese Ausgaben als von der Besteuerung auszunehmenden Freibetrag geltend machen.

Die Kostenpunkte, die geltend gemacht werden können, sind:

  • Werbungskosten
  • Sonderausgaben
  • Außergewöhnliche Belastungen

Das verringert die steuerliche Bemessungsgrundlage.


Freibetrag selbstständige Einkünfte

Bei Einkünften aus selbstständiger Tätigkeit von neuen Selbstständigen und freien Dienstnehmern gibt es den Gewinnfreibetrag, wobei dieser eine reine Steuerentlastung ist.

Im Zuge der Einkommensteuererklärung abgezogen werden kann:

  • Ein bestimmter Grundfreibetrag kann vom Gewinn abgezogen werden
  • Der Grundfreibetrag ist ohne weitere Voraussetzungen abziehbar
  • Ein investitionsbedingter Freibetrag in Bezug auf bestimmte Investitionen, bei Erfüllung konkreter Voraussetzungen

Das verringert den unternehmerischen Gewinn, wodurch weniger Gewinn versteuert werden muss.

Gewinnfreibetrag bei selbstständigen Einkünften

Einkommensbesteuerung | Steuerliche Begünstigung für Unternehmen


Ab der Veranlagung des Jahres 2010 wurde der Gewinnfreibetrag für selbstständige Einkünfte eingeführt.

Bei natürlichen Personen mit Einkünften aus unternehmerischer Tätigkeit kann aufgrund der Bestimmungen in § 10 des Einkommensteuergesetzes 1988 (EStG) ein Gewinnfreibetrag geltend gemacht werden.

  • Der Gewinnfreibetrag mindert den Unternehmensgewinn: Er wird als Teilbetrag der Einkünfte aus der Besteuerung ausgenommen. Dadurch muss weniger Gewinn versteuert und somit auch weniger Steuer bezahlt werden.

Gemäß dieser Regelungen können alle natürlichen Personen mit betrieblichen Einkünften diesen Freibetrag unabhängig von ihrer Art der Gewinnermittlung - Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder Bilanzierung mithilfe der doppelten Buchhaltung - in Anspruch nehmen.

Hintergrund dabei ist auch, einen Ausgleich für Unternehmer in Bezug auf die begünstigte Besteuerung des 13. und 14. Gehaltes bei Arbeit- und Dienstnehmern zu erreichen.


Höhe des Gewinnfreibetrags

Bis zu 13 % des Gewinns können als Freibetrag herangezogen werden.

  • Dieser setzt sich aus einem Grundfreibetrag für Gewinne bis 30.000 EUR und darüber hinaus einem investitionsbedingten Freibetrag zusammen.


Einschränkungen beim Gewinnfreibetrag

Einschränkung ab der Veranlagung des Jahres 2013 gibt es durch eine Staffelung des prozentualen Ausmaßes:

  • Bis zur Bemessungsgrundlage von 175.000 EUR beträgt der Gewinnfreibetrag 13 %.
  • Wird dieser Betrag überschritten, steht für die nächsten 175.000 EUR ein Freibetrag von nur mehr 7 % zu.
  • Für weitere 230.000 EUR ist noch ein Freibetrag im Ausmaß von 4,5 % möglich.
  • Ab einer Bemessungsgrundlage von 580.000 EUR steht kein Gewinnfreibetrag mehr zu.

Durch diese Staffelung ergibt sich ein Maximalausmaß des Gewinnfreibetrags in Höhe von 45.350 EUR.


Wer kann den Gewinnfreibetrag in Anspruch nehmen?

Anspruchsberechtigt sind alle natürlichen Personen, die Einkünfte aus einer betrieblichen Tätigkeit, das umfasst Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbstständige Arbeit, erzielen.


Gewinnfreibetrag bei Gesellschaften

Im Rahmen von Gesellschaften wie beispielsweise KG und OG können die Gesellschafter den Freibetrag in Höhe ihrer jeweiligen Gewinnbeteiligung in Anspruch nehmen.

Zu beachten: Wenn ein Mitunternehmeranteil zum Betriebsvermögen gehört, kann der Gewinnfreibetrag nur im Rahmen der Gewinnermittlung des Unternehmens geltend gemacht werden. Berechnet wird dabei also vom Gewinn des Unternehmens, einschließlich des zugeflossenen Gewinns aus der Mitunternehmerschaft.


Gewinnfreibetrag bei Pauschalierung

Bei Gewinnermittlung durch Pauschalierung wird der Grundfreibetrag automatisch angerechnet. Die Geltendmachung des investitionsbedingten Gewinnfreibetrages ist dabei nicht zulässig.

Zu beachten: Auch im Zuge der neuen Pauschalierung seit 2020 für Kleinunternehmer kann nur der Grundfreibetrag geltend gemacht werden!

Gewinnfreibetrag ab Veranlagung 2022

Ab der Einkommensteuererklärung für das Jahr 2022 ist der Grundfreibetrag auf 15 % erhöht:

  • Das ergibt einen Grundfreibetrag im Ausmaß von maximal 4.500 EUR.

Gewinnfreibetrag im Detail

Einkommensbesteuerung | Steuerminderung


Unterteilt wird in den Grundfreibetrag und den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag:

Grundfreibetrag:

  • Gewinne bis 30.000 EUR: Grundfreibetrag in Höhe von 13 % (ab Veranlagung 2022: 15 %) des Gewinns, maximal 3.900 EUR
  • Es muss keine Investition getätigt werden

Auch bei mehreren Unternehmen der steuerpflichtigen Person steht der Grundfreibetrag pro Veranlagungsjahr nur einmal zu und kann den einzelnen Betrieben frei zugeordnet werden - höchstens aber im Ausmaß von 13 % des Betriebsgewinns. Erfolgt keine Zuordnung, wird nach dem Verhältnis der Gewinne aufgeteilt.

Zu beachten: Bei mehreren Unternehmen mit positivem Betriebsergebnis werden die Gewinne für den Grundfreibetrag zusammengerechnet. Das heißt, dass keine Schmälerung durch den Ausgleich mit allfälligen betrieblichen Verlusten stattfindet.

Investitionsbedingter Gewinnfreibetrag

Wenn der Gewinn 30.000 EUR übersteigt, kann zusätzlich zum Grundfreibetrag ein investitionsbedingter Gewinnfreibetrag geltend gemacht werden, um steuerfrei zu bleiben:

  • Maximal 13 % des Gewinns, der den Grundfreibetrag von 30.000 EUR übersteigt
  • Im gleichen Kalenderjahr müssen Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens oder bestimmte Wertpapiere angeschafft werden
  • Der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag ist mit der Höhe der Anschaffungs- oder Herstellungskosten der begünstigten Investitionen begrenzt
  • Der Freibetrag ist ebenso mit maximal 13 % des Gewinns je steuerpflichtiger Person begrenzt
  • Investitionsbedingte Gewinnfreibeträge stehen zusätzlich zur Absetzung für Abnutzung (AfA) zu - daher keine Verminderung der AfA-Basis


Was ist begünstigtes Anlagevermögen?

Voraussetzung für eine Anerkennung als begünstigtes Anlagevermögen ist:

  • Anschaffung oder Herstellung von neuen, abnutzbaren, körperlichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens
  • Betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von mindestens 4 Jahren
  • Es muss einem inländischen Betrieb oder einer inländischen Betriebsstätte zuzurechnen sein
  • Physische Anwesenheit des Wirtschafgutes im Inland ist nicht unbedingt erforderlich, es wird auf die funktionelle Zugehörigkeit abgestellt
  • Bestimmte Wertpapiere, wenn sie den Voraussetzungen für Pensionsrückstellungen entsprechen

Tipp: Anschaffungskosten & Steuerentlastung

Anschaffungskosten sind doppelt gewinnmindernd:

  • Die Kosten werden im Jahr der Anschaffung über den Freibetrag abgesetzt
  • Es kann außerdem die volle Abschreibung geltend gemacht werden

Tipp: Immobilien und Wertpapiere

Investitionen in Gebäude und Mieterinvestitionen sind ebenfalls vom Gewinnfreibetrag umfasst:

  • Der Freibetrag steht erst im Fertigstellungszeitpunkt für die gesamten Herstellungskosten zu
  • Die Kosten können in dem Ausmaß für den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag herangezogen werden, in dem das Gebäude dem Betriebsvermögen zuzurechnen ist

Zum begünstigten Anlagevermögen zählen auch Wertpapiere, wenn sie den Voraussetzungen zur Deckung für Pensionsrückstellungen entsprechen:

Gewinnfreibetrag in der Praxis

Praxis- & Berechnungsbeispiel


Nachfolgend finden Sie ein Praxis- und Berechnungsbeispiel, wie sich der Gewinnfreibetrag anhand konkreter Unternehmenszahlen in der Praxis eines (fiktiven) Unternehmens errechnet - durch Klick auf die Grafik können Sie diese vergrößern.

Rahmenbedingungen zum Beispiel:
Im Geschäftsjahr 2020 (des fiktiven Unternehmens) sind die - siehe Grafik - folgenden Investitionen in begünstigte Wirtschaftsgüter getätigt sowie folgende Gewinne erzielt worden. Die Beträge sind jeweils in Euro zu verstehen. Anhand dieser Zahlen wird der Gewinnfreibetrag errechnet.

Legende zum Beispiel:
WG = Wirtschaftsgüter
GFB = Gewinnfreibetrag

Quelle des Praxisbeispiels: Webseite des Unternehmensservice Portal
(Hg.: Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort)

Verbuchung in der Buchhaltung

Video-Tutorials | FreeFinance-Buchhaltung

Wirtschaftsgüter

Zu beachten:

Scheiden Wirtschaftsgüter, für die ein Freibetrag in Anspruch genommen worden ist, vor Ablauf einer Behaltefrist von vier Jahren (Fristenberechnung von Tag zu Tag) aus dem Betriebsvermögen aus, hat grundsätzlich eine Nachversteuerung des in Anspruch genommenen Freibetrages zu erfolgen!

Nicht begünstigte Wirtschaftsgüter:

Hinsichtlich Gewinnfreibetrag als nicht begünstigte Wirtschaftsgüter sind insbesondere folgende Güter anzusehen:

  • Pkw und Kombi, ausgenommen Fahrschulfahrzeuge und Taxis
  • Gebrauchte Wirtschaftsgüter
  • Sofort abgesetzte geringwertige Wirtschaftsgüter

In diesem Tutorial zeigen wir Ihnen, wie Sie die Gewinnfreibeträge von Wirtschaftsgütern korrekt verbuchen, was die Nutzungsdauer von mindestens 4 Jahren bedeutet, die Kennzahl 9227 in der Mehr-Weniger-Rechnung und Weiteres.

Wertpapiere

Wertpapiere im Sinne des § 14 Abs 7 Z 4 EStG 1988, wenn sie ab der Anschaffung mindestens 4 Jahre dem Betrieb (durch Aufnahme in ein zu führendes Verzeichnis) gewidmet werden.

In diesem Tutorial zeigen wir Ihnen, wie Sie die Gewinnfreibeträge von Wertpapieren korrekt verbuchen, was die Mehr-Weniger-Rechnung mit der Sache zu tun und welche Bedeutung die Kennzahl 9229 hat.

Freibetragsbescheid

Steuerliche Bemessungsgrundlage | Steuerliche Begünstigung


Der Freibetragsbescheid enthält bestimmte Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen von Arbeit- und Dienstnehmern, die der jeweilige Arbeitgeber im Zuge der Einkommensbesteuerung seiner Angestellten bereits bei der laufenden Lohnverrechnung berücksichtigen kann.

Eine steuerpflichtige Person, die während des Jahres zu viel Steuern zahlt, weil diese Ausgaben in Form von Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnlichen Belastungen im Zuge der monatlichen Steuerberechnung nicht berücksichtigt wurden, kann sich später durch den Steuerausgleich (Arbeitnehmerveranlagung) Geld vom Finanzamt zurückholen:

  • Im Regelfall liegt dieses Szenario für den Steuerausgleich vor: Es wurde kein entsprechender Freibetragsbescheid eingereicht, durch den die betreffenden Ausgaben bzw. Kosten berücksichtigt werden (können).

Mithilfe des Freibetragsbescheids gibt es aber auch eine andere Möglichkeit - nämlich jene, die bewirkt, dass diese Ausgaben bereits monatlich in der Steuerberechnung berücksichtigt werden:

  • Mit einem Freibetragsbescheid kann man dafür sorgen, dass man Monat für Monat weniger Lohnsteuer bezahlt, weil diese Ausgaben bereits bei der Lohnverrechnung bzw. Einkommensbesteuerung berücksichtigt werden (können).

Zu beachten: Faktoren beim Freibetragsbescheid & mögliche Steuernachzahlungen

An sich ist die Minderung der eigenen Steuerbemessungsgrundlage durch den Freibetragsbescheid eine feine Sache - monatlich geringere Steuerbeträge abführen und nicht immer erst auf die Arbeitnehmerveranlagung (jährlicher Steuerausgleich) warten zu müssen.

Aber die folgenden Faktoren sollten in Sachen Freibetragsbescheid stets im Auge behalten werden, der Bescheid kann sich unter gewissen Umständen nämlich auch negativ auswirken und beispielsweise Steuernachzahlungen verursachen:

  • Wenn Sie den Freibetrag in der monatlichen Lohnverrechnung berücksichtigen lassen, müssen Sie für das betreffende Jahr eine Arbeitnehmerveranlagung durchführen - die sogenannte Pflichtveranlagung.

  • Wenn Sie weniger steuerrelevante Ausgaben hatten, als im Freibetragsbescheid berücksichtigt, müssen Sie entsprechend Steuern nachzahlen.

  • Sie können beim Finanzamt beantragen, dass Ihnen kein Freibetragsbescheid mehr ausgestellt wird, wenn Sie keine steuermindernden Ausgaben (mehr) haben.

  • Sie können beantragen, dass Ihnen ein Bescheid über einen niedrigeren Betrag ausgestellt wird, wenn es bereits absehbar ist oder Sie bereits wissen, dass sich Ihre Ausgaben verringern werden.

Wie kommt man zum Freibetragsbescheid?

Arbeitnehmerveranlagung | Steuerliche Bemessungsgrundlage


Die Grundlage für den Freibetragsbescheid und damit die Höhe des zustehenden Freibetrags bilden die schon erwähnten Sonderausgaben, Werbungskosten und außergewöhnliche Belastungen, die für die Arbeitnehmerveranlagung berücksichtigt werden können.

  • Der Freibetragsbescheid selber wird steuerpflichtigen Personen zusammen mit dem Einkommensteuerbescheid zugeschickt.
  • Der Bescheid gilt dabei immer für das übernächste Kalenderjahr!

Zusätzlich wird eine Mitteilung zur Vorlage an den Arbeitgeber übermittelt, wobei diese Mitteilung dem Arbeitgeber vorgelegt werden kann, aber nicht muss.

Die Abgabe der Mitteilung bewirkt, dass beim Lohnsteuerabzug im übernächsten Jahr vorläufig derselbe Betrag an steuermindernden Ausgaben herangezogen wird.

 

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Fragen und Antworten

Der Freibetrag ist ein Teilbetrag von selbstständigen oder unselbstständigen Einkünften, der von der Besteuerung ausgenommen werden kann und dadurch die steuerliche Bemessungsgrundlage senkt.

Freibetrag unselbstständige Einkünfte

Bei steuerpflichtigen Einkünften aus unselbstständiger Arbeit von Arbeitern und Angestellten betrifft der Freibetrag Kostenpunkte, die der Arbeitgeber bereits bei der laufenden Lohnsteuerberechnung steuermindernd berücksichtigen könnte. Wird das nicht vorgenommen, kann die steuerpflichtige Person diese Ausgaben als von der Besteuerung auszunehmenden Freibetrag geltend machen.

Die Kostenpunkte, die geltend gemacht werden können, sind:

  • Werbungskosten
  • Sonderausgaben
  • Außergewöhnliche Belastungen


Freibetrag selbstständige Einkünfte

Bei Einkünften aus selbstständiger Tätigkeit von neuen Selbstständigen und freien Dienstnehmern gibt es den Gewinnfreibetrag in Höhe von 13 % des Gewinns bzw. ab Veranlagung für das Jahr 2022 erhöht auf 15 %, wobei dieser eine reine Steuerentlastung ist.

Im Zuge der Einkommensteuererklärung abgezogen werden kann:

  • Ein bestimmter Grundfreibetrag kann vom Gewinn abgezogen werden
  • Der Grundfreibetrag ist ohne weitere Voraussetzungen abziehbar

Das verringert ebenso die steuerliche Bemessungsgrundlage.

Unselbstständige Einkünfte

Bei unselbstständigen Einkünften können alle lohnsteuerpflichtigen Arbeit- und Dienstnehmer den Freibetrag im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung in Anspruch nehmen.

Selbstständige Einkünfte

Anspruchsberechtigt sind alle natürlichen Personen, die Einkünfte aus einer betrieblichen Tätigkeit, das umfasst Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbstständige Arbeit, erzielen.

Gewinnfreibetrag bei Gesellschaften

Im Rahmen von Gesellschaften wie beispielsweise KG und OG können die Gesellschafter den Freibetrag in Höhe ihrer jeweiligen Gewinnbeteiligung in Anspruch nehmen.

Zu beachten: Wenn ein Mitunternehmeranteil zum Betriebsvermögen gehört, kann der jeweilige Gewinnfreibetrag nur im Rahmen der Gewinnermittlung des Unternehmens geltend gemacht werden. Berechnet wird dabei also vom Gewinn des Unternehmens, einschließlich des zugeflossenen Gewinnes aus der Mitunternehmerschaft.

Gewinnfreibetrag bei Pauschalierung

Bei Gewinnermittlung durch Pauschalierung wird der Grundfreibetrag automatisch angerechnet. Die Geltendmachung des investitionsbedingten Gewinnfreibetrages ist dabei nicht zulässig.

Zu beachten: Auch im Zuge der neuen Pauschalierung seit 2020 für Kleinunternehmer kann nur der Grundfreibetrag geltend gemacht werden!

Die Grundlage für den Freibetragsbescheid und damit die Höhe des zustehenden Freibetrags bilden bestimmte Sonderausgaben, Werbungskosten und außergewöhnliche Belastungen, die für die Arbeitnehmerveranlagung berücksichtigt werden können.

  • Der Freibetragsbescheid selber wird steuerpflichtigen Personen zusammen mit dem Einkommensteuerbescheid zugeschickt.
  • Der Bescheid gilt dabei immer für das übernächste Kalenderjahr!

Zusätzlich wird eine Mitteilung zur Vorlage an den Arbeitgeber übermittelt, wobei diese Mitteilung dem Arbeitgeber vorgelegt werden kann, aber nicht muss.

Die Abgabe der Mitteilung bewirkt, dass beim Lohnsteuerabzug im übernächsten Jahr vorläufig derselbe Betrag an steuermindernden Ausgaben herangezogen wird.

Ja!

So wie der Freibetrag bei unselbstständigen Einkommen kann auch bei unternehmerischen Einkünften (Gewinn) ein Teilbetrag anhand bestimmter Regelungen steuerfrei bleiben - dieser Betrag stellt eine Steuerentlastung dar.

Der Freibetrag für unternehmerische Gewinn nennt sich folglich auch Gewinnfreibetrag. Die Details und Bestimmungen dazu finden Sie auf dieser Seite!

Ab der Veranlagung im Zuge der Einkommensteuererklärung für das Jahr 2022 wird der Grundfreibetrag bei Gewinn aus selbstständigen Einkünften auf das Ausmaß von 15 % (vorher 13 %) erhöht.

Das ergibt ab der Veranlagung für 2022 einen Grundfreibetrag in Höhe von maximal 4.500 EUR.

Quellen: