Förderungen und Begünstigungen

Förderungen | Begünstigungen

Förderungen und Begünstigungen

Ein Unternehmen zu gründen ist ein sehr aufregender aber manchmal auch nicht so einfacher Prozess. Sie erlangen Ihre Unabhängigkeit und sind für sich selbst verantwortlich - in Ihrem Alltag kann und wird sich einiges ändern. Für den Staat ist es besonders gut, wenn viele Personen sich für den Wirtschaftsstandort Österreich entscheiden, um ihr Unternehmen zu gründen. Deswegen gibt es immer wieder diverse Entgegenkommen für Gründer und bereits bestehende Unternehmer.  Welche steuerlichen Förderungen und Begünstigungen es gibt und für wen sie anwendbar sind, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Letzte Aktualisierung:
Simone A. Mitgründerin, Entwicklung, Inhalt & Marketing

Mit Förderungen und Begünstigungen wird Unternehmern vom Staat unter die Arme gegriffen und der Staat sowie der Erhalt von Unternehmen erleichtert. Dafür wird der Wirtschaftsstandort Österreich für Unternehmer attraktiver und mehr Leute entscheiden sich den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen!

Begünstigung für nicht entnommene Gewinne § 11a EStG

Gem. § 11a EStG 1988 können natürliche Personen, die den Gewinn aus Gewerbebetrieb durch Betriebsvermögensvergleich ermitteln, den Gewinn ausgenommen Übergangsgewinn und Veräußerungsgewinne bis zu dem in einem Wirtschaftsjahr eingetretenen Anstieg des Eigenkapitals, höchstens 100.000,-- mit dem ermäßigten Steuersatz nach § 37 Abs. 1 EStG versteuern. 

Der Eigenkapitalanstieg kann wie folgt berechnet werden:

Betriebsgewinn
- Übergangs-/Veräußerungsgewinn
- Entnahmen
+ betriebsnotwendige Einlagen
Eigenkapitalanstieg

Halber Durchschnittssteuersatz für Gewinn (§ 37 Abs 1 EStG)

  • Natürliche Personen,
  • Gewinn aus Land- u. Forstwirtschaft od. Gewerbebetrieb (nicht § 22 EStG),
  • Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich,
  • ausgenommen Übergangs- u. Veräußerungsgewinne,
  • bis zum Anstieg des Eigenkapitals
  • höchstens EUR 100.000 p.a. betriebs- und personenbezogen 

Nachversteuerung mit halbem Durchschnittsteuersatz

  • wenn das Eigenkapital, unter Außerachtlassung eines Verlustes, in einem der folgenden Wirtschaftsjahr sinkt (jährlicher Nachweis erforderlich), soweit begünstigte Besteuerung innerhalb der letzten 7 Wirtschaftsjahre;
  • wenn auf eine andere Gewinnermittlungsart übergegangen wird; außer Nachweis, dass kein Absinken;
  • der nachzuversteuernde Betrag kann wahlweise mit dem Verlust ausgeglichen oder nachversteuert werden;
  • Nachversteuerungsbetrag ist gleichmäßig auf das laufende und das folgende Wirtschaftsjahr zu verteilen;
  • Im Falle einer Betriebsübertragung mit Buchwertfortführung geht die Nachversteuerung auf den Rechtsnachfolger über.

Freibetrag

Gewinnfreibetrag (GFB) ab 2010

Ab dem Jahr 2010 wird der 10%ige Freibetrag für investierte Gewinne (FBiG) zum 13%igen Gewinnfreibetrag. Die Grundsätzlichen Regelungen bleiben analog zum FBiG erhalten - jedoch stehen beim GFB jetzt jedem Steuerpflichtigen ohne Nachweis der sogenannte Grundfreibetrag in Höhe von 3.900,-- EUR automatisch zu (entspricht 13% der Kleinunternehmer-Umsatzgrenze von 30.000,-- EUR). Durch Investitionen oder Kauf von begünstigten Wertpapieren kann der GFB über den Grundfreibetrag weiter angehoben werden.

Neu im Vergleich zum Freibetrag für investierte Gewinne (FBiG) ist, dass der Grundfreibetrag von 3.900,-- EUR auch bei Betriebsausgabenpauschalierung angewendet werden kann.

COVID-19 Förderungen

Förderung: materielle und immaterielle aktivierungspflichtige Neuinvestitionen in das abnutzbare Anlagevermögen eines Unternehmens an österreichischen Standorten

  • Maßnahmen mit Investitionen zwischen 1. August 2020 und 28. Februar 2021 gesetzt
  • Investitionsprämie beträgt 7% der Neuinvestitionen
  • Verdoppelung der Prämie (14%) bei Neuinvestitionen in den Bereichen Digitalisierung, Ökologisierung, Gesundheit und Life-Science
  • beantragbar vom 1.September 2020 bis 28. Februar 2021

Unternehmer erhalten 80% ihres Verdiensteingangs - der Zuschuss beträgt maximal EUR 2.000 pro Monat und wird maximal drei Mal gewährt. Es gibt drei Betrachtungszeiträume, für welche ein separater Antrag zu stellen ist:

  • Zeitraum 1: 16. März bis 15. April
  • Zeitraum 2: 16. April bis 15. Mai
  • Zeitraum 3: 16. Mai bis 15. Juni

Weitere Infos finden Sie auch in unserem Artikel 

Voraussetzung: Förderung für gewerbliche und industrielle KMUs sowie EPUs; die Maßnahme muss der Sicherung der Liquidität dienen und darf nicht zu einer bloßen Umschuldung dienen

Übernahme einer Garantie in der Höhe von:

  • bis zu 100% Garantiequote für einen Kredit von bis zu EUR 500.000
  • bis zu 90 % Garantiequote für einen Kredit bis zu EUR 27,7 Mio
  • bis zu 80 % Garantiequote für einen Kredit bis zu EUR 1,5 Mio

Es sind keine Kreditsicherheiten erforderlich (auch muss der/die EigentümerIn des Unternehmens nicht persönlich haften)

Gründungsförderungen

Die Förderung für die Unternehmensgründung werden vom Bund, den Ländern, den Gemeinden, der EU als auch von den Wirtschaftskammern vergeben. 

Arten der Unternehmensförderung:

  • Investitionszuschüsse
  • günstige Kredite
  • Haftungs- und Garantieübernahmen
  • Beteiligungskapital
  • Begünstigungen bei Abgaben und Gebühren
  • Beratungszuschüsse

Genauere Infos für Ihr Bundesland können Sie über den Filter auf der Website der WKO finden.

Voraussetzung: Schaffung einer neuen betrieblichen Struktur bzw. Wechsel in der Person des Betriebsinhabers

Befreiung von:

  • Stempelgebühren und Bundesverwaltungsabgaben, die unmittelbar durch die Neugründung bzw. durch die Betriebsübertragung anfallen.
  • Gerichtsgebühren für die Eintragung in das Firmenbuch
  • bei Betriebsübertragungen: Freibetrag bis zu EUR 75.000 bei der Grunderwerbsteuer
  • bei Neugründungen: Befreiung von Lohnabgaben der Mitarbeiter innerhalb der ersten 36 Monate
  • bei Betriebsübertragungen: KFZ-Um- und Anmeldung, wenn diese zu den wesentlichen Betriebsgrunlagen gehören (wie zB: Autobusunternehmen, Taxiunternehmen, Mietwagenunternehmen)

Investitionsförderung

  • Prämie von 10% des Investitionszuwachses in ungebrauchte, körperliche und abnutzbare Wirtschaftsgüter in den Kalenderjahren 2002, 2003 u. 2004.
  • Nicht begünstigt sind Investitionen in Grund und Boden, in Gebäude, in Software, in gebrauchte Anlagen und der Erwerb von PKWs und Kombis (ausgenommen Fahrschul-KFZ sowie KFZ, die zu mindestens 80% der gewerblichen Personenbeförderung dienen, wie zB Taxi-Fahrzeuge) sowie im Ausland eingesetzte Anlagen.
  • Keine Prämie gibt es für geringwertige Wirtschaftsgüter (AK bis EUR 400) mit Sofortabschreibung gem. § 13 EStG oder für Investitionen, für welche Begünstigungen für katastrophenbedingte Ersatzinvestitionen in Anspruch genommen werden.
  • Die Prämie kann auch für vermietete Anlagen, soweit überwiegend im Inland eingesetzt, in Anspruch genommen werden.
  • Prämienbegünstigt ist der Investitionszuwachs, das ist jener Betrag, um den die Investitionen in den Kalenderjahren 2002, 2003 und 2004 den Durchschnitt der Investitionen der jeweils drei vorangegangenen Wirtschaftsjahre übersteigen. Antrag mit Formular E 108e (Investitionszuwachsprämie 2004: Antrag bis zur Rechtskraft des ESt-, KSt-, oder Feststellungsbescheides möglich).
     

Forschungsförderungen

Voraussetzung: Aufwendungen zur Forschung und experimentellen Entwicklung, die systematisch und unter Einsatz wissenschaftlicher Methoden („Forschungen im weiteren Sinn“)

Berechnung:

  • 25% der begünstigten Forschungsaufwendungen
  • 35% für jenen Teil der begünstigten Forschungsaufwendungen, die das arithmetische Mittel der letzten drei Jahre übersteigen; bei Neugründungen 35% der begünstigten Forschungsaufwendungen
  • Betriebsausgabe/Prämie: Betriebsausgabe; alternativ Forschungsprämie
  • Art der Inanspruchnahme: bilanzmäßig oder außerbilanzmäßig (MWR); Ausweis in StE
     

Voraussetzung: Aufwendungen (Ausgaben) zur Entwicklung oder Verbesserung volkswirtschaftlich wertvoller Erfindungen

Berechnung:

  • 25% der begünstigten Forschungsaufwendungen
  • Betriebsausgabe/Prämie: Betriebsausgabe
  • Art der Inanspruchnahme: bilanzmäßig oder außerbilanzmäßig (MWR); Ausweis in StE

Voraussetzung: alternativ zum FFB II; Aufwendungen (Ausgaben) zur Forschung und experimentellen Entwicklung, für die der FFB I nicht in Anspruch genommen wird

Berechnung

  • ab 2004 8% der Forschungsaufwendungen
  • Betriebsausgabe/Prämie: Prämie
  • Art der Inanspruchnahme: Formular E 108c (nicht bei Pauschalierung); Einreichung bis zur Rechtskraft des ESt-, KSt- oder Feststellungsbescheids (ab 2004)

Vorraussetzung: 

Aufwendungen (Ausgaben) für in Auftrag gegebene Forschung und experimentelle Entwicklung:

  • Auftrag an Einrichtungen oder Unternehmen, die mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben befasst sind
  • Sitz dieser Unternehmen in EU/EWR
  • Kein beherrschender Einfluss oder Gruppenmitglied (§ 9 KStG)
  • Mitteilung an den Auftragnehmer, bis zu welchem Ausmaß der FFB III in Anspruch genommen wird, bis zum Ende des Wirtschaftsjahres des Auftraggebers
  • Insoweit kein Anspruch auf FFB I und II bzw. Prämie für den Auftragnehmer

Berechnung: 

  • 25% der begünstigten Forschungsaufwendungen (max. EUR 100.000/Wj)
  • Betriebsausgabe/Prämie: Betriebsausgabe
  • Art der Inanspruchnahme: bilanzmäßig oder außerbilanzmäßig (MWR)

Bildungsförderung

Voraussetzung: Aufwendungen, die unmittelbar mit der Aus- oder Fortbildung von Dienstnehmern in Zusammenhang stehen und von externen Aus- und Fortbildungseinrichtungen in Rechnung gestellt werden

Berechnung:

  • 20% der Aufwendungen zur beruflichen Weiter- und Fortbildung von Dienstnehmern
  • Betriebsausgabe/Prämie: Betriebsausgabe/alternativ Prämie
  • Art der Inanspruchnahme: bilanzmäßig oder außerbilanzmäßig (MWR); Ausweis in StE
  • Vergütung: Betriebseinnahme erhöht sich um den für den BFB I geltend gemachten Prozentsatz. Eine spätere Vergütung ist um 20% zu erhöhen.
     

Voraussetzung: innerbetriebliche Aus- und Fortbildungseinrichtungen

Berechnung:

  • 20% der Aufwendungen für innerbetriebliche Aus- und Fortbildungseinrichtungen; max. EUR 2.000 pro Kalendertag
  • Betriebsausgabe/Prämie: Betriebsausgabe
  • Art der Inanspruchnahme: bilanzmäßig oder außerbilanzmäßig (MWR)
  • Vergütung: Betriebseinnahme erhöht sich um den für den BFB II geltend gemachten Prozentsatz. Eine spätere Vergütung ist um 20% zu erhöhen.
     

Lehrlingsförderung

Voraussetzung: Lehrverhältnisse wurde vor dem 1.1.2003 begonnen; keine Geltendmachung der Lehrlingsausbildungsprämie

Bemessungsgrundlage

  • Beginn Lehrverhältnis: EUR 1.460,00
  • Ende Lehrverhältnis: EUR 1.460,00
  • Lehrabschlussprüfung: EUR 1.460,00
  • Betriebsausgabe/Prämie: Betriebsausgabe/alternativ Prämie
  • Art der Inanspruchnahme: bilanzmäßig oder außerbilanzmäßig (MWR)
     

Voraussetzung: Eingehen eines definitiven Lehrverhältnisses (§ 1 BAG), aufrechtes Lehrverhältnis

Bemessungsgrundlage:

  • EUR 1.000 pro Lehrjahr (EUR 2.000 für Mangelberufe)
  • Betriebsausgabe/Prämie: Prämie, soweit kein LFB
  • Art der Inanspruchnahme: Formular E 108c (auch bei Pauschalierung), Einreichung nach Ablauf des Wj. bis zur Rechtskraft des ESt-, KSt- oder Feststellungsbescheids (ab 2004)
     

Förderung von Behinderten

Freibetrag, soweit keine pflegebedingte Geldleistung beansprucht wird: Minderung der FB in EUR Erwerbstätigkeit pro Jahr

  • 25% bis 34% 75,00
  • 35% bis 44% 99,00
  • 45% bis 54% 243,00
  • 55% bis 64% 294,00
  • 65% bis 74% 363,00
  • 75% bis 84% 435,00
  • 85% bis 94% 507,00
  • ab 95% 726,00
     

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