Verzugszinsen

Was sind Verzugszinsen?

Wenn ein Kunde eine Rechnung für erbrachte Leistung nicht fristgerecht bezahlt, darf der leistende Unternehmer zusätzlich zum ursprünglichen Rechnungsbetrag Verzugszinsen vom Kunden verlangen. Diese Zinsen  verlangt werden, sobald durch den Kunden, also Schuldner, ein Zahlungsverzug vorliegt - in Sachen Höhe der Zinsen müssen gesetzliche Regelungen beachtet werden.

Verzugszinsen: Überblick

Wenn es zu einem Zahlungsverzug kommt, darf der Gläubiger (sprich der leistende Unternehmer) schon ab dem auf den Fälligkeitstermin (laut ursprünglicher Rechnung) folgenden Tag Verzugszinsen in Rechnung zu stellen.

Gesetzlich sind dabei keine Obergrenzen vorgesehen, der Grundsatz der Sittenwidrigkeit muss aber beachtet werden: Der vertraglich vereinbarte Verzugszinssatz darf nicht außerordentlich hoch sein und dadurch gegen übliche Gepflogenheiten verstoßen.

Es können unterschiedliche Varianten der Zinsen vom Schuldner verlangt werden - je nachdem, ob:

  • schon im Vertrag über die erbrachte Leitung oder auch anhand der Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Unternehmens Verzugszinsen vertraglich festgehalten sind, oder
  • mangels einer solchen Regelung durch das Unternehmen gesetzliche Verzugszinsen verlangt werden dürfen.

Zu beachten sind die gesetzlichen Bestimmungen, die im folgenden Kapitel aufgeführt sind.

Verzugszinsen: Bestimmungen

Grundsätzlich kann Anspruch auf eine der beiden folgenden Varianten der Verzugszinsen erhoben werden, je nachdem welches Szenario beim betroffenen Unternehmen zutrifft. Zu beachten sind dabei die gesetzlichen Regelungen, insbesondere was die zulässige Höhe der Zinsen angeht.


Vertraglich vereinbarte Verzugszinsen:

Es wird im Vertrag, welcher der in Rechnung gestellten Leistung zugrunde liegt, oder direkt in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Unternehmers ein Verzugszinssatz bestimmt, der dann im Verzugsfall ohne Schadensnachweis oder Nachweis eines bestimmten Verschuldens in Rechnung gestellt wird.

Vetragliche Verzugszinsen - zu beachten:

Ein gänzlicher vertraglich festgehaltener Ausschluss von Verzugszinsen zwischen den beteiligten Unternehmern wäre seit Inkrafttreten des Zahlungsverzugsgesetzes für den Gläubiger grob nachteilig und daher unwirksam!

Gesetzlich geregelte Verzugszinsen:

Wenn vertraglich keine Verzugszinsen vereinbart oder in den AGBs des Unternehmens ausgewiesen sind, können ab Eintritt des Verzugs, gesetzliche Verzugszinsen verrechnet werden:

  • Bei Geschäften zwischen Unternehmern und Verbrauchern sowie Geschäften zwischen Privaten gelten 4 % pro Jahr als gesetzliche Verzugszinsen.
  • Bei Geschäften zwischen Unternehmern gilt gesetzlich eine eigene Regelung: Der gesetzliche Verzugszinssatz beträgt 9,2 % über dem Basiszinssatz.

Der aktuelle Basiszinssatz kann direkt auf der Webseite der Österreichischen Nationalbank (OeNB) abgerufen werden.

Gesetzliche Verzugszinsen - zu beachten:

Der erhöhte gesetzliche Verzugszinssatz bei Unternehmergeschäften kommt nur bei verschuldetem Zahlungsverzug zur Anwendung! Wenn der Schuldner für die Verzögerung nicht verantwortlich ist, beträgt der gesetzliche Verzugszinssatz auch bei Unternehmergeschäften 4 % pro Jahr.

Online-Buchhaltung für alle Branchen

Jetzt 30 Tage kostenlos testen

Die Basis einer möglichst genauen Unternehmensbewertung bildet eine solide Buchhaltung. Mit FreeFinance können Sie Ihren Unternehmensgewinn berechnen und daraus die Eigenkapitalrentabilität ableiten.

Siehe auch

Quellen