Unecht umsatzsteuerbefreit

Was bedeutet unecht umsatzsteuerbefreit?

Unecht umsatzsteuerbefreit steht für die Regelung, dass zwar die unternehmerischen Umsätze steuerbefreit sind, die mit diesen Umsätzen in Zusammenhang stehenden Vorsteuerbeträge aber auch nicht abgezogen werden dürfen. Sofern man als Unternehmer in die Regelung der unechten Umsatzsteuerbefreiung fällt, besteht also auch kein Recht auf den Vorsteuerabzug.

Unechte Umsatzsteuerbefreiung: Übersicht

Umsatzbesteuerung | Steuerbefreiung


Wenn ein unternehmerischer Umsatz dem Umsatzsteuergesetz (UStG) unterliegt, wird er als steuerbar bezeichnet und kann grundsätzlich steuerpflichtig oder steuerfrei sein.

Kleinunternehmer und Kleinstunternehmer sind von der Umsatzsteuer befreit. Im Folgenden wird erläutert, was die Regelung bei unechter Umsatzsteuerbefreiung konkret bedeutet, wann diese zutrifft, welche Auswirkungen das hat und was es im Zuge dieser Regelung zu beachten gilt.


Steuerfreie Umsätze: Unterscheidung unechte und echte Steuerbefreiung

  • Bei steuerfreien Umsätzen unterscheidet man zwischen echter und unechter Steuerbefreiung. Die Unterscheidung bezieht sich dabei grundsätzlich darauf, ob mit dem Umsatz in Zusammenhang stehende Vorsteuern abzugsfähig sind.

  • Bei unecht umsatzsteuerbefreiten Umsätzen besteht auch kein Recht auf den Vorsteuerabzug - im Gegensatz zu echt steuerbefreiten Umsätzen, z.B. im Zuge von Ausfuhrlieferungen in Drittstaaten, bei denen das das Recht zum Vorsteuerabzug erhalten bleibt.


Welche Unternehmer fallen unter die Regelung der unechten Umsatzsteuerbefreiung?

Unecht umsatzsteuerbefreit sind gemäß der Bestimmungen zur Umsatzbesteuerung in Österreich Kleinunternehmer und Kleinstunternehmer.

Das sind Unternehmer, die unter die Netto-Umsatzgrenze von 35.000 EUR pro Jahr fallen - sie gehören zur Gruppe der unecht umsatzsteuerbefreiten Berufe.


Im Zuge der Regelung zu beachten:

  • Unecht umsatzsteuerbefreite Unternehmer dürfen keinen Vorsteuerabzug geltend machen

  • Alle Ausgaben werden Brutto, sprich inklusive Umsatzsteuer, als Ausgaben geltend gemacht

  • Die Umsatzgrenze von 35.000 EUR darf einmal in fünf Jahren um 15 % auf 40.250 EUR überzogen werden

  • Hilfsgeschäfte können dabei außer Acht gelassen werden

Welche Umsätze können unecht umsatzsteuerbefreit sein?

Die gesamte Liste der unecht steuerbefreiten Umsätze finden Sie in § 6 UStG Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes 1994 (UStG).

Unecht umsatzsteuerbefreit: Bestimmungen

Umsatzbesteuerung | Steuerbefreiung | Bestimmungen | Überschreiten der Umsatzgrenze


Wenn die im vorhergehenden Kapitel angeführte für die unechte Umsatzsteuerbefreiung maßgebende Umsatzgrenze überschritten wird, gilt es die folgenden Bestimmungen zu beachten:

  • Überschreitet der Unternehmer die Umsatzgrenze, so gelten automatisch alle Umsätze inklusive der geltenden Umsatzsteuer

  • Eine nachträgliche Berichtigung der Rechnungen mit Umsatzsteuer, die den Rechnungsempfänger berechtigt, seinerseits diese als Vorsteuer wiederum abzuziehen, ist möglich


Unechte Umsatzsteuerbefreiung und Steuererklärung

  • Weist ein unecht umsatzsteuerbefreiter Kleinunternehmer in seinen Rechnungen Beträge mit Umsatzsteuer aus, so ist die Umsatzsteuer auch an das Finanzamt abzuführen

  • Der unecht steuerbefreite Unternehmer ist von der Aufzeichnungspflicht und der Steuererklärung nicht befreit, sondern hat diese ordnungsgemäß durchzuführen

  • Nur bei Umsätzen unter 7.500 EUR pro Jahr entfällt diese USt-Erklärungspflicht​​​​​​​

Unechte Umsatzsteuerbefreiung: Buchhaltung

Unecht umsatzsteuerbefreit | FreeFinance-Buchhaltung


Wichtig ist hierfür in der Buchhaltung die zentrale Einstellung der Umsatzsteuermethode in der Jahreseinstellung:

Hier wählen Sie Unecht Umsatzsteuerbefreit (siehe Bestimmungen in § 6 Abs. 1 UStG) und geben im Feld § 6 Abs. 1 Zahl darunter die Zahl Ihrer Berufsgruppe (oder Kleinstunternehmer) an.


Unechte Umsatzsteuerbefreiung bei Einnahmen und Rechnungen

Geben Sie bei Einnahmen und auch auf Ihren Rechnungen in der Rechnungslegung keine Umsatzsteuer (0 %) an.


Unechte Umsatzsteuerbefreiung bei Ausgaben

Sie geben die Steuersätze in FreeFinance stets wie am Beleg angegeben ein. FreeFinance berechnet automatisch immer alle nötigen Beträge entsprechend der eingestellten Umsatzsteuermethode.

Damit erhalten Sie sich die Möglichkeit, laufend zwischen den unterschiedlichen Berechnungsmethoden zu vergleichen. Sollten Sie auf die Nettoverrechnung wechseln (müssen), so brauchen Sie an den Eingaben nichts verändern.

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Siehe auch

Quellen