Freibetrag & Freibetragsbescheid

Was ist ein Freibetrag bzw. Freibetragsbescheid?

Der Freibetrag ist ein Teilbetrag von selbstständigen oder unselbstständigen Einkünften, der von der Besteuerung ausgenommen werden kann und dadurch die Steuerbemessungsgrundlage senkt. Im Freibetragsbescheid für unselbstständige Einkünfte werden bestimmte Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen erfasst, die von der Besteuerung ausgenommen werden können und dadurch die Steuer senken.

Einkommensbesteuerung | Bemessungsgrundlage

Freibetrag Definition

Freibetrag: Teilbetrag des Einkommens ohne Besteuerung

Ein sogenannter Freibetrag ist ein bestimmter Teil (-Betrag) von Einkünften (Lohn, Verdienst), der im Zuge der Lohn- bzw. Einkommensbesteuerung frei von dieser Besteuerung bleibt bzw. bleiben kann.

Dadurch wirkt sich ein solcher Freibetrag mindernd auf die jeweilige Steuerbemessungsgrundlage aus. Das bewirkt auch, dass bei Überschreiten dieses Freibetrags nicht die Gesamteinkünfte versteuert werden müssen, sondern die Gesamteinkünfte abzüglich des Freibetrags.

Welche Ausgaben betrifft der Freibetrag?

Der Freibetrag als solches betrifft bestimmte Ausgaben bzw. Teile der (Lohn-) Kosten von steuerpflichtigen Person wie etwa Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen .

Bei steuerpflichtigen Einkünften aus unselbstständiger Arbeit sind das Kosten und Ausgaben, die der Arbeitgeber bereits bei der laufenden Lohnsteuerberechnung steuermindernd berücksichtigen könnte, beziehungsweise die steuerpflichtige Person eben als von der Besteuerung auszunehmenden Freibetrag geltend machen kann.

Einkommensbesteuerung | Bemessungsgrundlage

Freibetragsbescheid Definition

Freibetragsbescheid: Steuerliche Begünstigung

Der sogenannte Freibetragsbescheid enthält bestimmte Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen, die ein jeweiliger Arbeitgeber hinsichtlich Einkommensbesteuerung der jeweiligen Arbeitnehmer - sprich seiner Angestellten - bereits bei der laufenden Lohnverrechnung berücksichtigen kann.

Eine steuerpflichtige Person, die während des Jahres zu viel Steuern zahlt, weil diese bestimmten Ausgaben an Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnlichen Belastungen im Zuge der monatlichen Steuerberechnung nicht berücksichtigt wurden, kann sich später durch den Steuerausgleich (Arbeitnehmerveranlagung) Geld vom Finanzamt zurückholen.

  • Dieser Weg des Steuerausgleichs ist der Regelfall: es liegt kein Freibetragsbescheid vor - sprich es wurde kein entsprechender Bescheid eingereicht, anhand dem die betreffenden Ausgaben bzw. Kosten berücksichtigt werden (können).

Mithilfe des Freibetragsbescheids gibt es aber auch eine andere Möglichkeit - nämlich jene, die bewirkt, dass diese Ausgaben bereits monatlich in der Steuerberechnung berücksichtigt werden:

  • Mit einem Freibetragsbescheid kann man dafür sorgen, dass man Monat für Monat weniger Lohnsteuer bezahlt, weil diese Ausgaben bereits bei der Lohnverrechnung bzw. Einkommensbesteuerung berücksichtigt werden (können).

Freibetragsbescheid - zu beachten:

An sich ist die Minderung der eigenen Steuerbemessungsgrundlage durch den Freibetragsbescheid eine feine Sache - monatlich geringere Steuerbeträge abführen und nicht immer erst auf die Arbeitnehmerveranlagung (jährlicher Steuerausgleich) warten zu müssen.

Aber die folgenden Faktoren sollten in Sachen Freibetragsbescheid stets im Auge behalten werden, der Bescheid kann sich unter gewissen Umständen nämlich auch negativ auswirken und beispielsweise Steuernachzahlungen verursachen:

  • Wenn Sie den Freibetrag in der monatlichen Lohnverrechnung berücksichtigen lassen, müssen Sie für das betreffende Jahr eine Arbeitnehmerveranlagung durchführen - die sogenannte Pflichtveranlagung.

  • Wenn Sie weniger steuerrelevante Ausgaben hatten, als im Freibetragsbescheid berücksichtigt, müssen Sie entsprechend Steuern nachzahlen.

  • Sie können beim Finanzamt beantragen, dass Ihnen kein Freibetragsbescheid mehr ausgestellt wird, wenn Sie keine steuermindernden Ausgaben (mehr) haben.

  • Sie können beantragen, dass Ihnen ein Bescheid über einen niedrigeren Betrag ausgestellt wird, wenn es bereits absehbar ist oder Sie bereits wissen, dass sich Ihre Ausgaben verringern werden.

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Wie kommt man zum Freibetragsbescheid?

Arbeitnehmerveranlagung: Freibetragsbescheid

Die Grundlage für den Freibetragsbescheid und damit die Höhe des zustehenden Freibetrags bilden die schon erwähnten Sonderausgaben, Werbungskosten und außergewöhnliche Belastungen, die für die Arbeitnehmerveranlagung berücksichtigt werden bzw. berücksichtigt werden können.

Der Freibetragsbescheid selber wird steuerpflichtigen Personen zusammen mit dem Einkommensteuerbescheid zugeschickt. Der Bescheid gilt dabei immer für das übernächste Kalenderjahr!

Zusätzlich wird eine Mitteilung zur Vorlage an den Arbeitgeber übermittelt, wobei diese Mitteilung dem Arbeitgeber vorgelegt werden kann, aber nicht muss. Die Abgabe der Mitteilung bewirkt, dass beim Lohnsteuerabzug im übernächsten Jahr vorläufig derselbe Betrag an steuermindernden Ausgaben herangezogen wird.

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